Fair und lecker: Lebensmittel mit sozialem Auftrag

Genießen mit gutem Gewissen ist möglich – und zwar mit Produkten, die für faire Bedingungen für Mensch und Umwelt stehen. Wir haben für Sie einige Beispiele von derartigen Lebensmitteln zusammengefasst.
Autor: Pia Kulmesch, 19.07.2022 um 11:42 Uhr

Süße Versuchung

Schokolade gehört zu den beliebtesten Süßigkeiten überhaupt. Doch hinter dem Produkt verstecken sich oft ungerechte Produktionsbedingungen, illegale Kinderarbeit und moderne Sklaverei, die gegen Menschenrechte verstoßen. Nicht so bei Tony’s Chocolonely. Die bunten Schokoladentafeln sind nicht nur hübsch anzusehen. Die Geschmacksknospen können damit ganz ohne schlechtes Gewissen verwöhnt werden, denn die Schokolade verfolgt eine Mission. Sie steht für faire Produktionsbedingungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette und für bessere Arbeitsbedingungen der Kakaobauern. Die Marke möchte, dass für sie niemand zu moderner Sklaverei oder zu illegaler Kinderarbeit gezwungen wird. Sie soll helfen, die soziale Ungleichheit in der Schokoladenindustrie zu beseitigen. Tony’s Chocolonely geht noch einen Schritt weiter und bleibt nicht nur bei der Fairtrade-Zertifizierung, die für bestimmte soziale und ökologische Mindeststandards steht. Das Label hat die 5 Sourcing-Prinzipien der Zusammenarbeit entwickelt. Hierzu gehört, dass die Kakaobohnen rückverfolgbar sind, den Kakaofarmern ein höherer Preis bezahlt wird sowie dass diese für ihre Rechte einstehen und eine langfristige Partnerschaft eingehen können. Außerdem werden Kakaofarmer darin gefördert, echte Experten zu werden, um Qualität und Produktivität zu ermöglichen.
Erhältlich ist die Süßigkeit beispielsweise im Online-Store von Interspar.

Oranger Genuss

Orangensaft ist weltweit der am meisten getrunkene Fruchtsaft, geerntet werden die Orangen vor allem in Brasilien. Das Problem: das Geschäft mit dem Orangensaftkonzentrat liegt bei wenigen Großkonzernen, die den Preis für die Orangen oft unter die Produktionskosten drücken. Außerdem verdrängen die Großplantagen kleinbäuerliche Betriebe, die Löhne sind oft unter dem Mindestlohn und eine gewerkschaftliche Organisation wird nicht gestattet. Auch hier macht Fairtrade den Unterschied. Der Schutz von Mensch und Umwelt steht dabei im Vordergrund, Zwangs- und ausbeuterische Kinderarbeit sind verboten, Maßnahmen zum Gesundheitsschutz und zur Sicherheit der Arbeiter müssen vorhanden, sowie der Zugang zur Beratung von Fairtrade-Produzentennetzwerken gegeben sein. Orangensaft mit Fairtrade-Zertifizierung wird unter anderem von der Marke RAUCH angeboten.

Bananen mit Siegel

Weltweit ist die Banane das meistkonsumierte Frischobst. Doch ungerechte Bezahlung und schlechte Arbeitsbedingungen gestalten den Alltag von Beschäftigten auf Plantagen und Kleinbauernfamilien. Arbeitszeiten von bis zu 15 Stunden am Tag, Löhne weit unter dem Mindestlohn und unbezahlte Überstunden sind nur einige der miserablen Arbeitsbedingungen. Hinter den Fairtrade-Bananen hingegen stehen verstärkte Rechte der Arbeitnehmer und Bauernfamilien sowie gelebter Umweltschutz. Die Fairtrade-Bananen sind in den heimischen Supermärkten erhältlich – beispielsweise Ja! Natürlich-Bananen von BILLA.

Heißer Aufguss

Auch beim Anbau von Tee, oft in Afrika oder Asien vorkommend, ist der für Mitteleuropa selbstverständliche Arbeitsstandard nicht immer gegeben, und auch die Umwelt wird geschädigt. So hat beispielsweise die TEEKANNE einen Verhaltenskodex, den „TEEKANNE Code of Conduct“ definiert, wobei sich vor allem die Lieferanten zur Einhaltung gewisser Sozial- und Umweltstandards verpflichten. Die Lieferanten bekommen Hilfe bei Anbaupraktiken und dabei, das tägliche Handeln auf Nachhaltigkeit auszurichten. Mitarbeiter reisen regelmäßig in Herkunftsländer und pflegen langjährige Beziehungen zu den Lieferanten. Die TEEKANNE verfügt nicht nur über das Fairtrade-Siegel, sondern ist unter anderem auch Rainforest-Alliance- sowie Bio-zertifiziert. TEEKANNE-Produkte gibt es in den heimischen Supermarkt-Regalen.