Das vergessene Wurzelgemüse

Pastinaken wurden zwar von anderen Gemüsesorten wie Karotten und Kartoffeln verdrängt, als ernstzunehmende Lieferanten von Vitaminen und Mineralstoffen erobern sie sich aber ihren Platz in der Küche zurück!
Autor: Pia Kulmesch, 08.04.2022 um 11:22 Uhr

Wissen Sie, was eine Pestnacke ist? Vielleicht ist Ihnen das Gemüse eher unter der Pastinake oder auch dem Pastinak bekannt! In der Zeit der großen Pestepidemie im 14. Jahrhundert wurde der Saft der Pastinake nämlich als Heilmittel eingesetzt! Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Gemüse dann größtenteils von der Karotte und Kartoffel verdrängt. Vor allem in Großbritannien, Irland, den USA, Frankreich, den Niederlanden, Skandinavien und Ungarn ist das Wurzelgemüse aber bis heute äußerst beliebt. Auch in den heimischen Supermärkten finden sich Pastinaken im Gemüseregal. Wie Karotten oder Topinambur gehören sie zum Wurzelgemüse. Die nährstoffreichen Pastinaken wachsen unter der Erde. Sie enthalten relativ viele Kohlenhydrate und machen daher lange satt, außerdem liefern sie B-Vitamine, Vitamin C und Mineralstoffe. Ihre Form ist kegelartig und läuft sehr spitz zu. Das Wurzelgemüse ist mild, nussig, erdig und leicht süßlich im Geschmack – abzugrenzen von der Petersilienwurzel und der weißen Karotte.

Leckere Rezepte

Schneidet man Pastinaken in feine Scheiben auf, kann man daraus einen Tee brühen. Dieser hat harntreibende und krampflösende Wirkung. Der Tee wird deswegen für die Behandlung bei Nieren- und Gallensteinen und Magenerkrankungen eingesetzt. Lecker ist auch ein Pastinaken-Karotten-Püree. Dafür Karotten und Pastinaken schälen, in kleine Würfel schneiden und in einem Topf mit Salzwasser aufkochen. Zitronenschale dazu geben und mit Muskat würzen. Das Gemüse dann bei schwacher Hitze zugedeckt etwa 10-15 Minuten dünsten, die Zitronenschale entfernen und die Karotten sowie Pastinaken mit Butter und 100 ml Kochflüssigkeit fein pürieren. Mit Salz abschmecken – guten Appetit!

Kuchen Pastinaken

Süßes Gemüse

Möchte man Pastinaken einmal völlig anders genießen, kann man einen Pastinaken-Kuchen backen! Dafür das Wurzelgemüse schälen und fein raspeln. In einer Schüssel Kokosöl mit etwas Kokosblütenzucker schaumig schlagen, Eier trennen und das Eigelb langsam unterrühren. Das Eiweiß in einer separaten Schüssel mit Kokosblütenzucker zu einer steifen Masse mixen. Anschließend vorsichtig unter die Eigelbmasse heben. Die geraspelten Pastinaken und die gemahlenen Mandeln ebenfalls vorsichtig unter die Masse heben. In eine eingefettete Kuchenform füllen und für ca. 35 Minuten im Ofen backen.