Das Grazer Veggie-Paradies

Vom 8.-10. April erobert die „Veggie Planet” zum ersten Mal die Grazer Stadthalle. Das Programm: Vorträge, Yoga, Kochshows und vieles mehr. So gibt es etwa eine rein vegane Bretteljause zum Probieren. Organisator Felix Hnat erzählt: „In Österreich leben 800.000 Menschen vegetarisch, 80.000 davon vegan. Mehr als 3,2 Mio. Menschen wollen ihren Fleischkonsum reduzieren.” Viele typisch österreichische Gerichte kommen sogar ganz ohne Fleisch aus: Krautfleckerl, Kaiserschmarrn oder Germknödel, um nur ein paar davon zu nennen. Kein Wunder also, dass die Szene auch in Graz boomt.

Eine, die sich dabei bestens auskennt ist Julia Pengg. Die Grazer Unternehmerin hat erst kürzlich in der Zinzendorfgasse ihre zweite Mangolds-Filiale eröffnet. „Wir wollten auch Frühstück und Abendessen vegetarisch anbieten, weil die Nachfrage ist enorm.” Aber warum ist das so? „Das hat sicher auch mit einem steigenden Gesundheitsbewusstsein zu tun. Dazu kommt die Lebensmittelproduktion, die viele zu Vegetariern macht. Man weiß einfach besser Bescheid als früher, viele haben kein Vertrauen mehr in Lebensmittel. Dazu kommt die steigende Zahl an Unverträglichkeiten. Das Mangolds vis-a-vis ist zu 50 Prozent vegan und damit auch laktosefrei und zu 50 Prozent glutenfrei. Das wird immer wichtiger!”

Auch die Zahl der Flexitarier steigt ständig. Das sind Menschen, die in regelmäßigen Abständen bewusst auf Fleisch verzichten, um sich so etwas Gutes zu tun. Martina Müllner hat den Trend mit ihrem Blog „Vegan in Graz” schon länger erkannt. Anfängern empfiehlt sie „so schnell wie möglich selbst kochen zu lernen und frisches Gemüse zu verarbeiten”. Umgekehrt heißt das aber auch, dass eine vegane Ernährung nicht zwangsläufig besser ist: „Ich kann vegane Süßigkeiten essen und Limo trinken, das ist zwar vegan, aber nicht unbedingt gesund”, fasst sie zusammen.

Mit der Grünen Karotte hat kürzlich auch der erste rein vegetarische Lieferservice in Graz eröffnet. Wem der Weg in die Innenstadt also zu weit ist, hat ab jetzt keine Ausrede mehr.

Autor: Elisabeth Stolzer, 22.03.2016