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Frau liebt auf einer Hängematte | Credit: iStock.com/Zinkevych
Erholung vom Alltagsstress muss sein
Erholung vom Alltagsstress muss sein
iStock.com/Zinkevych

Warum Me Time so wichtig ist

06.07.2023 um 10:47, Artikel von Passion-Autor: Hanna E. Lore
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Egal, wie wir es nennen, diese Ich-Zeit ist wichtig für uns. Weshalb? Und wie schaffen wir es, uns freie Zeit im Alltagsstress zu schaufeln?

Es ist wenige Tage her: Ich saß in meinem Arbeitszimmer vorm Laptop, recherchierte und schrieb. Irgendwann kam ich nicht mehr weiter. Mein Hirn war leer, ich sehnte mich nach Ablenkung und – wie es beim Schreiben häufig ist – nach Inspiration. Also, hoch mit mir, aufstehen, weil Bewegung bekanntlich gegen Müdigkeit jeglicher Art hilft. Ich ging die paar Schritte hinüber zum Fenster und beobachtete meine Nachbarn. Ihre Tage laufen immer gleich ab, sind stressfrei und entspannt. Schlafen, fressen, Passanten mit neugierigen Blicken verfolgen, schlafen, fressen, Passanten mit neugierigen Blicken verfolgen …

Meine Nachbarn und ich

Meine Nachbarn sind Schafe und Ziegen, die nichts aus der Ruhe bringen kann. Solange genug Futter vorhanden ist, ist ihre Welt in Ordnung. In diesem Moment dachte ich mir, wie einfach das Leben sein kann! Wie leicht wir zufriedenzustellen sind! Wie unnötig wir viel zu oft durch die Gegend hetzen und uns selbst mit zu hohen Ansprüchen überfordern! Das war auch der Augenblick, in dem mir klar wurde, dass ich einen Artikel zu diesem Thema verfassen möchte.

Frau sitzt am See und liest ein Buch | Credit: iStock.com/nortonrsx
Selbstfürsorge ist auch wichtig

Die Welt und ich

Ich stand etwa zwanzig Minuten da und starrte gebannt aus dem Fenster. Ich verlor mich, schaltete für eine Weile ab. Den Tieren beim genüsslichen Fressen und beim gemütlichen Flanieren über die Wiese zuzusehen, war beruhigend und erdend zugleich. Danach ging’s mit der Arbeit weiter, besser und flotter als zuvor. Manchmal reichen schon kleine, kurze Auszeiten, um unseren Energiespeicher wieder aufzufüllen, für Elan, Schwung und neue Motivation zu sorgen.

Was aber, wenn das nicht mehr genügt? Familie, Job, Haushalt, ja auch Freizeitstress und mehr … es ist nicht immer einfach, alles unter einen Hut zu bringen. Die To-do-Liste wird immer länger, die dafür verfügbar Zeit zunehmend knapper und für das, was wir gerne machen möchten, bleibt zu guter Letzt erst recht keine freie Sekunde übrig: der Kinobesuch, der neue Roman der Lieblingsautorin, eine Joggingrunde oder ein Cafébesuch mit der besten Freundin. Etwas, dem wir mehr Bedeutung zumessen, kommt dazwischen. Das, was wir tun müssen, rangiert vor dem, was wir tun wollen. Irgendwann stoßen wir an unsere Grenzen, das ist ganz natürlich.

Frau sitzt im Sessel und trinkt Kaffee | Credit: iStock.com/Irina Zharkova
Sich bewusst Pausen gönnen

Pause, Auszeit, Me Time: Gönn dir Zeit für dich selbst!

Wenn wir ständig auf uns selbst vergessen, uns ganz, ganz, ganz hinten in die Schlange einreihen, auf die eigenen Bedürfnisse vergessen, werden wir krank. Und dann ist der Alltag erst recht nicht mehr zu bewältigen. Fürsorge ist schön und gut, aber Selbstfürsorge auch nicht zu vernachlässigen! Also: rechtzeitig die Notbremse ziehen und sich Pausen gönnen. Außerdem lassen sich scheinbar ausweglose Situationen besser überblicken, wenn man Abstand dazu gewinnt. Mehr Lebensfreude und Ausgeglichenheit sind nette Nebeneffekte.

Mein Problem ist oft, dass sich das schlechte Gewissen einschleicht. Ich merke, dass mein Körper Ablenkung und Entspannung braucht. Also setze ich mich abends hin und lese ein Buch, anstatt mich nach Feierabend noch um den Abwasch zu kümmern. Morgen ist schließlich auch noch ein Tag und ich bin womöglich fitter als heute.

Zunächst kann ich mich nicht richtig auf die Geschichte konzentrieren. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft und ich zeige Schwäche, weil ich mir eine Pause gönne, anstatt mich um nötigen Haushaltskram zu kümmern. Ich lege das Buch beiseite und sage mir Folgendes: Dein Körper leistet tagtäglich so viel, jetzt ist er spürbar müde. Du bist nicht faul. Du brauchst diese Auszeit, um neue Kraft zu tanken, um dein Immunsystem zu stärken. Gönn dir die Pause. Du hast sie verdient – ohne schlechtes Gewissen. Du hast es verdient! Ja, ich habe es verdient, wird mir bewusst und ich kann meine freie Zeit endlich genießen. Wenn das aufs erste Mal klappt – gratuliere! Je öfter das Mantra wiederholt wird, umso leichter wird es euch fallen, euch wirklich darauf einzulassen und VERDIENT abzuschalten.

Frau liegt am Boden und hört Musik | Credit: iStock.com/Pheelings Media
Machen Sie auch Pause von Social Media

Auszeiten vom Alltag – wie denn?!

Hört auf euren Körper! Ignoriert ihn nicht und – ganz wichtig – stellt euch nicht immer selbst an die letzte Stelle! Wieso sollte man sich Me Time nicht wie einen festen, unverrückbaren Termin im Kalender eintragen? Das machen wir mit zahlreichen anderen Dingen, das machen wir nun auch mit unserer Selbstfürsorge. Es muss ja nicht gleich ein ganzer Nachmittag sein. Ein dreißigminütiger Spaziergang reicht für den Anfang doch völlig aus, um den Kopf freizubekommen. Es dauert ein bisschen, bis es sich wirklich umsetzen lässt, aber dann gewinnt man deutlich mehr Lebensqualität.

Die Rede ist vom Nein sagen. Je mehr Aufgaben ihr euch aufbürdet, desto weniger Zeit bleibt für euch selbst und all das, was euch Spaß macht. Ihr tut euch damit etwas Gutes, wenn ihr gelegentlich Nein sagt. Eine Pause sollte allerdings nicht so genutzt werden, um durch Social Media zu scrollen. Wie viele Likes hat mein Bild inzwischen? Oh, die alte Schulfreundin hat ein süßes Baby bekommen, ich habe gerade nicht einmal einen Mann an meiner Seite …

Lasst es! Wir vergeuden unsere Me Time nicht mit Dingen, die uns runterziehen. Gönnen wir uns stattdessen lieber eine kleine Wellnesssession im eigenen Bad oder versuchen es mit Entspannungsübungen oder ... Jede, wie sie mag – Hauptsache, es bereitet uns Freude!

Zur Autorin

Ungewöhnliche Trends und wenig Alltägliches - von leichter Hand präsentiert: Dem hat sich Passion Author Hanna E. Lore buchstäblich verschrieben.

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