Impfungen: Diese Krankheiten wurden ausgerottet

Vor allem in Entwicklungsländern grassieren aber nach wie vor gefährliche Krankheiten. Experten warnen daher, dass diese durch eine sinkende Durchimpfungsrate auch zu uns zurückkehren könnten. Wir haben uns die fünf gefährlichsten Erkrankungen des vergangenen Jahrhunderts genauer angesehen.

1. Pocken

Ähnlich wie das Corona-Virus wurde einst vermutlich auch das Pockenvirus von Tieren auf den Mensch übertragen. Durch die hohe Infektiosität und eine Letalität von rund 30 Prozent galt das Virus lange Zeit als eine der gefährlichsten Krankheiten der Welt. Erblindung, Gehörlosigkeit, Lähmungen und Hirnschäden gehörten zu den dramatischen Begleiterscheinungen der Krankheit. Durch eine sehr hohe Durchimpfungsrate konnte das Virus in den 70er-Jahren weltweit als besiegt erklärt werden.

2. Polio

Die Krankheit, die oft auch als Kinderlähmung bezeichnet wird, kann durch Schmier- oder Tröpfcheninfektion übertragen werden und führt bei den Betroffenen zu schwerwiegenden, bleibenden Lähmungen. Seit den 50er-Jahren ist ein Impfstoff verfügbar, seitdem gilt das Virus in großen Teilen der Welt als ausgerottet.  Fälle gibt es aber immer wieder: Derzeit verbreitet sich die Krankheit vermehrt in Ländern wie Afghanistan und Pakistan.

3. Tetanus

Früher war der „Wundstarrkrampf“ bei uns eine gefürchtete Erkrankung. Durch winzige Wunden in der Haut können die Erreger ins Blut gelangen und dort das Tetanus-Gift abgeben. Werden die Lähmungssymptome nicht sofort behandelt, droht Tod durch Atemstillstand. In Europa wurde die Erkrankung mittlerweile fast vollständig ausgerottet, betroffen sind vor allem ältere Personen, die nicht mehr über einen ausreichenden Impfschutz verfügen. Weltweit ist die Lage noch etwas anders: Vor allem Länder mit feuchtwarmem Klima und geringerer Impfquote sind betroffen.

4. Diphterie

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Infektionskrankheit, die vor allem die oberen Atemwege betrifft, eine häufige Todesursache bei Kindern. Die Infektion kann durch Tröpfchen- und Schmierinfektion, aber auch durch Kratzwunden nach Insektenstichen übertragen werden. Durch die Entwicklung eines Impfstoffs konnte die Krankheit sehr gut zurückgedrängt werden. Mittlerweile treten bei uns nur noch Einzelfälle auf. In Entwicklungsländern, die nicht über eine so hohe Durchimpfungsrate verfügen, ist die Krankheit noch deutlich häufiger zu beobachten.

5. Masern

Die gefährliche Infektionskrankheit tritt vor allem bei Kindern auf und galt bei uns eigentlich schon fast als besiegt. Damit sie ausgerottet werden kann, muss laut Wissenschaftlern eine Durchimpfungsrate von 95 Prozent vorliegen. In Österreich liegt diese aktuell bei etwa 80 Prozent. Steigende Impfskepsis hat dafür gesorgt, dass die Krankheitsfälle in den letzten Jahren wieder stark gestiegen sind. Komplikationen treten bei 20-30 Prozent aller Erkrankten auf, Lungenentzündungen gehören zu den häufigsten Komplikationen.  

Autor: Elisabeth Stolzer, 13.11.2020