Hilfe zur Selbsthilfe: das kann man tun bei Corona-Depression

Die Corona-Krise bedeutet für Viele nicht nur eine finanzielle Belastung, sondern auch eine enorme psychische Herausforderung. Depressionen nehmen stetig zu, etwa bei Menschen, die selbst oder deren Angehörige an Corona erkrankt oder gar daran gestorben sind. Auch Personen, die sich Sorgen um ihre Existenz sowie berufliche und soziale Stabilität machen oder ihre Arbeit verloren haben können verstärkt von Depressionen und Ängsten betroffen sein. Einen klassischen „depressiven Menschen“ gibt es nicht – individuelle Bedingungen spielen hier eine Rolle, beispielsweise ob es Unterstützung gibt, ob die jeweilige Person alleine lebt, welchem Geschlecht sie angehört und wie alt sie ist. Ältere und alleinstehende Männer zählen zu den besonders Gefährdeten.

Was kann man tun bei Depressionen?

Zunächst kann man positive Dinge in den Alltag integrieren, wie beispielsweise spazieren gehen oder andere schöne Dinge – Eis essen in der Sonne oder ein heißes Bad. Außerdem sollte man besonders gut auf die Work-Life-Balance achten, die in Zeiten von Homeoffice eine besondere Herausforderung ist. Wahre Wunder bewirken kann Sonne tanken. Mit Hilfe der Sonnenstrahlen kann der Körper Vitamin D produzieren, das bekanntlich für psychische Stabilität besonders wichtig ist. Um sich mental fitter zu fühlen, kann man besonders auf die Zufuhr von Vitaminen in Form von Gemüse und Obst achten. Auch das hilft, um nicht in einen schlappen Zustand unterzutauchen.

Frau mit ausgestreckten Armen im Sonnenschein

Start-up gegen Depressionen

Speziell für Depressionen wurde nun ein niederösterreichisches Start-up namens edupression.com in Kooperation mit der MedUni Wien entwickelt: eine innovative Online-Plattform, die Hilfe im Kampf gegen Depressionen bietet. Neben der Internet-Version ist edupression.com für seine Nutzer mittlerweile auch kostenlos im Google Play Store sowie im Apple App Store erhältlich. Wie diese Plattform funktioniert? Edupression.com setzt auf das Konzept der Psychoedukation. Ein Selbsthilfeprogramm unterstützt depressive Menschen bei der Behandlung sowie Prävention der Krankheit und vermittelt Wissen rund um das Leiden. Zusätzlich sorgt ein Stimmungsdiagramm für frühzeitige Symptomerkennung und ein optimales Behandlungsergebnis. Die Plattform richtet sich übrigens nicht nur an Leidende, sondern auch an Therapeuten und Unternehmen - Depressionen und Burnouts sind nämlich die weltweit häufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit.
Das niederschwellige Online-Angebot wurde von einem multidisziplinären Team aus Ärzten und Psychologen entwickelt, umfasst in Summe 59 Einheiten aus unterschiedlichen Bereichen und enthält Videos, Informationselemente, Quizze und Übungen.

Mann sucht etwas auf dem Handy

Depressionen kosten jährlich Milliarden. Die Folgen psychischer Erkrankungen kosteten die EU laut einer Schätzung noch vor dem Aufkommen von Corona über 600 Milliarden Euro. Neben den Behandlungskosten sind auch indirekte Kosten, wie eine eingeschränkte Produktivität am Arbeitsplatz oder die Arbeitsunfähigkeit ein wesentlicher Faktor. „Durch eine bessere Behandlung und Betreuung depressiver Menschen können diese Kosten künftig deutlich reduziert werden“, ist sich Daniel Amann, Geschäftsführer des Start-ups sicher. Edupression.com ist rund um den Globus verfügbar und kann sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch genutzt werden.

Autor: Pia Kulmesch, 30.06.2021