Was hilft wirklich bei starkem Schwitzen? 5 Tipps wie man Achselschweiß los wird

Die meisten haben sich sicherlich schon einmal unwohl gefühlt, wenn Sie in Gesellschaft anderer stark geschwitzt haben. Doch es gibt auch Menschen, bei denen übermäßiges Schwitzen chronisch ist und einen starken psychischen Leidensdruck hervorruft. Diese Menschen leiden unter Hyperhidrose.

Was ist Hyperhidrose?

Mediziner sprechen von Hyperhidrose, wenn die Achselhöhle innerhalb von fünf Minuten 100 mg Schweiß absondert. Praktisch ist diese Definition jedoch wenig hilfreich. Ob ein Mensch unter Hyperhidrose leidet, ist nämlich mitunter eine äußerst subjektive Angelegenheit und davon abhängig, wie sehr er unter seinem starken Schwitzen leidet. Man unterscheidet zwischen primärer und sekundärer Hyperhidrose. Die primäre, oftmals genetisch bedingte Form tritt schon im Kindesalter auf und zeichnet sich durch ein starkes, unkontrollierbares, temperaturunabhängiges und örtlich begrenztes Schwitzen (vor allem an den Handflächen, Fußsohlen und Achselhöhlen) aus. Bei der sekundären Hyperhidrose ist der gesamte Körper von der Schweiß-Überproduktion betroffen; sie ist häufig eine Folge anderer Erkrankungen. Auch übermäßiger Nachtschweiß kann ein Symptom der sekundären Hyperhidrose sein.

Ursachen des starken Schwitzens

Tatsächlich sind die Ursachen der primären Hyperhidrose noch nicht vollkommen geklärt; man nimmt an, dass erbliche Faktoren eine große Rolle spielen. Die sekundäre Form wird häufig durch die unterschiedlichsten Erkrankungen verursacht: hormonelle Störungen (Wechseljahre, Schilddrüsenüberfunktion), Diabetes, Übergewicht, chronische Infekte, Kreislaufstörungen, neurologische Schädigungen, Arzneimittelnebenwirkungen, starker Stress sowie andere psychische Beschwerden. Aufgrund der Vielzahl von möglichen Auslösern ist es unbedingt ratsam, einen Arzt zu konsultieren.

Die 5 besten Behandlungsmethoden gegen Schwitzen im Achselbereich

1) Wenn die Hyperhidrose nur schwach ausgeprägt ist, genügt es unter Umständen schon, sich regelmäßig zu duschen, die Achselhaare zu entfernen und geeignete Deodorants zu benutzen.

2) Bei stärkerem Schwitzen kommen häufig Antitranspirantien (z. B. Aluminiumchlorid) zum Einsatz, welche die Schweißproduktion zu reduzieren helfen. Da aber aluminiumhältige Antitranspirante unter Verdacht stehen Krebs und Alzheimer zu begünstigen, ist vom regelmäßigen Gebrauch abzuraten.

3) Bei starker Hyperhidrose können unterschiedliche lokale und systemische (z. B. Anticholinergika und Psychopharmaka) Therapiemethoden Abhilfe schaffen. Aufgrund der starken Nebenwirkungen einiger Präparate ist eine medikamentöse Therapie allerdings nicht die erste Wahl.

4) Als gutes Mittel gegen primäre Hyperhidrose hat sich eine Therapie mit dem Nervengift Botox bewährt. Botulinumtoxin ist ein hoch wirksames Gift, das in äußerst geringer Konzentration nicht nur in der Schönheitschirurgie Anwendung findet, sondern auch bei übermäßigem Schwitzen hilfreich ist. Dabei werden unter lokaler Betäubung extrem kleine Mengen Botox in die Schweißdrüsen injiziert; der Neurotransmitter Acetylcholin wird gehemmt und die Schweißproduktion gestoppt. Die Wirkung der Botox-Therapie hält ca sechs Monate an und kann beliebig oft wiederholt werden.

5) Mittlerweile gibt es auch ein nicht-operatives Verfahren, das bei axillärer Hyperhidrose fantastische Ergebnisse erzielt. Bei der sogenannten miradry-Therapie werden Mikrowellen (elektromagnetische Energie) in das Haut-Fett-Bindegewebe geleitet, die an entsprechenden Stellen durch hohe Temperaturen von bis zu 60 Grad C die Schweißdrüsen zerstören. Gleich nach der Behandlung ist die Schweißreduktion von bis zu 90% spürbar – ganz ohne Operation.

Nähere Infos zu diversen Behandlungen unter: http://www.niemehrschwitzen.com/.

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Autor: Sarah Merl, 21.06.2016