6 Wege zur traumhaften Dachterrasse

Wer kennt das nicht aus seinem Städte­urlaub: Man steht hoch oben auf der Aussichtsplattform und lässt den Blick über das Häusermeer weit unter sich schweifen. Und so sehr auch Hochhäuser, Kuppeln und Kathedralen beeindrucken, unwillkürlich springen uns die idyllischen Dachterrassen ins Auge. Denn eines ist sicher: Jede Stadt verfügt über solch wunderbare und geheime Logenplätze. Glücklich kann sich schätzen, wer selbst über einen verfügt.

1. Rooftops im Trend

Lange brach gelegen, werden seit den 1990er-Jahren in (Groß)-Städten zusehends Dachgeschoße ausgebaut. Der Grund: Wohn- und Nutzraum sind rar, aber begehrt, Grundstücke für Neubauten teuer – also wird auch der letzte verfügbare Platz hoch oben im bestehenden Gebäude genutzt. Die Plattform findmyhome.at verzeichnet für Wien beispielsweise rund 40.000 Dachgeschoßwohnungen. Und das Beste: Ob in Verbindung mit einer Wohnung oder als öffentlich zugänglicher Raum, Dachterrassen – Rooftops genannt – verzeichnen als origineller Rückzugsort allerorts Zulauf.

2. Berühmte Locations

Stylishe Metropolen wie New York, Singapur, Bangkok oder Paris gelten als Hochburgen originell genutzter Dachterrassen. So spielt z. B. eine der eindrücklichsten Szenen des Blockbusters "Hangover 2" auf der Dachterrasse des Luxushotels "Lebua" in Bangkok – neben Restaurants und sty­lishen Bars befindet sich dort eine 30 Meter hohe Goldkuppel, die zum Aushängeschild der Megacity avancierte. Highlight des Luxushotels Marina Bay Sands in Singapur ist hingegen der berühmte Infinitypool auf dem Dach, von dem aus man über die ganze Metropole blicken kann. Und New York gilt überhaupt als "Geburtsort" aller Dachterrassen – dort gehören Rooftops schon zum guten Ton, ob als Erweiterung von Restaurants und Bars, Museen und Galerien oder stylishen (Luxus) Penthouses. Für Interessierte mit dem nötigen Kleingeld ein Kauftipp: Superstar Jennifer Lawrence verkauft derzeit ihr zweistöckiges Luxuspenthouse in Upper East Side Manhattan für rund zwölf Millionen Dollar – traumhafter Blick über die Skyline von der XXL-Dachterrasse aus inklusive.

3. Mein Paradies

Warum Dachterrassen so beliebt sind, hat viele Gründe: Sie sind meist größer als Balkone, bieten viel Raum für individuelle Gestaltung, dienen als idyllische Rückzugsorte mitten in der Hektik von Städten und begeistern gerne mit einem sagenhaften Blick weit über die Stadtgrenzen hinaus. Dadurch, dass man von unten selten erahnt, welch herrliche Plätzchen sich ganz oben ausdehnen, sind auch dem architektonischen Stil des Dachterrassendesigns keine Grenzen gesetzt. So fühlt sich auf den Dächern eines stattlichen Bürgerhauses durchaus ein Terrassenensemble im Industrial Chic mit Metall, Beton und Glas wohl, ebenso passt ein begrünter Dachgarten im romantisch-verwachsenen Style auf einen modern-puristischen Neubau.

4. Grüne Oasen

Einrichtungstechnisch ist auf Rooftops natürlich erlaubt, was gefällt. Besteht die Terrasse aber aus einer großen, durchgängigen Fläche, ist auf jeden Fall eine Gliederung in verschiedene Bereiche empfehlenswert – so werden lauschige Plätzchen und Atmosphäre geschaffen. Pflanzengruppen oder einzelne XL-Pflanzen eignen sich wunderbar zum Gliedern. Aber Achtung: Hoch oben muss man mit höheren Windgeschwindigkeiten rechnen, weshalb die Pflanzen gut verankert sein sollen – etwa in extragroßen Töpfen oder schweren Trögen. Da die Sonne auf ungeschützten Dach­terrassen erbarmungslos niederbrennt, sollte auch die Auswahl der Pflanzen entsprechend sein – sehr gut eignen sich Gräser und immergrüne Gehölze wie Buchs oder Kirschlorbeer, mediterrane Gewächse wie Lavendel sowie robuste Blühpflanzen wie Wildblumenmischungen. Tipp: Der Trend Urban Gardening lässt sich auch wunderbar auf Dachterrassen realisieren, ideal in Hochbeeten – praktisch, da es Tomaten, Erdbeeren und Co. ohnehin heiß und sonnig mögen.

5. Lounge- und Grillzonen

So richtig gemütlich wird die Dachterrasse natürlich erst mit einladenden Loungemöbeln. Wetterfeste Sitzgruppen, Outdoorteppiche, das eine oder andere Beistelltischchen samt Sideboard, gut verankerte Sonnensegel sowie Sitzkissen, Liegestühle und Hängematten schaffen wunderbare Rückzugsorte. Auch eine Outdooressgruppe darf nicht fehlen, gerne durch einen idyllischen Pavillon vor Wind und Sonne geschützt – so lassen sich Kerzenscheindinner und Essen mit Freunden und Familie wunderbar unter freiem Himmel genießen. Ideal ist auch eine eigene Grillzone oder gleich eine Outdoorküche – damit hat auch das Schleppen von Geschirr und Speisen von drinnen nach draußen ein Ende.

6. Wasserspiele

Königsklasse in schwindelnden Höhen ist natürlich der Swimmingpool. Ein im Boden integrierter Pool muss schon von vornherein in die Dachterrassenplanung integriert werden – in bestehenden Gebäuden ist ein solcher also nur durch massive Umbauten realisierbar. Alternativen dazu sind frei stehende Pools, die beispiels­weise über Stufen erreichbar sind. Tipp: Mit einer integrierten Gegenstromanlage ist der sportliche Aspekt auch bei kleinen Maßen gegeben. Eine kosten- und aufwandstechnisch günstigere Möglichkeit sind Whirlpools, die auch im Winter für heißen Sprudelgenuss sorgen. Und wer sich nichts davon leisten kann oder mag, kann auch die praktische Outdoordusche wählen – für sie findet sich garantiert auf jeder Dachterrasse ein ideales Plätzchen.

Autor: Manuela Fritz , 21.07.2020