Transportfehler: Spenderherz für Bub (2) zerstört
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Seit zwei Jahren ist das Leben eines kleinen Buben aus Neapel ein einziger Kampf. Schon bei seiner Geburt stand fest: Sein Herz ist schwer krank, ein angeborener Herzfehler lässt kaum Raum für ein unbeschwertes Aufwachsen. Während andere Kinder spielen und lachen, verbringt der Zweijährige sein Leben zwischen Krankenhausbetten, Monitoren und bangen Blicken seiner Eltern. Für Mutter und Vater gibt es seit Monaten nur einen Gedanken: ein Spenderherz, denn das ist die einzige Chance, dass ihr Kind überhaupt eine Zukunft hat.
Warten und hoffen
Nach quälend langem Warten kam sie endlich, die Nachricht, auf die die Familie gehofft hatte. Ein passendes Spenderherz war gefunden. Das Organ stammte von einem vierjährigen Jungen, der nach einem tragischen Badeunfall in Südtirol ums Leben gekommen war. Organgröße und Blutgruppe passten. Im Krankenhaus in Neapel wurde bereits alles für die Transplantation vorbereitet. Ärzte, Eltern, Pfleger: Alle glaubten, das Wunder sei zum Greifen nah. Doch dann, im entscheidenden Moment, zerbrach diese Hoffnung aufgrund eines Fehlers beim Transport.
Fataler Transportfehler
Als die Ärzte die Kühlbox öffneten, stockte ihnen der Atem. Das Spenderherz war zerstört. Beim mehr als 800 Kilometer langen Transport war es in Trockeneis gelagert worden – bei Temperaturen von rund minus 80 Grad. Statt geschützt worden zu sein, war das lebensrettende Organ regelrecht „erfroren“. Fachgerecht hätte das Herz bei 4 bis 8 Grad in einer speziellen Konservierungslösung transportiert werden müssen. Ein folgenschwerer Fehler, der dem kleinen Patienten seine vielleicht einzige Chance nahm.
Streit um Verantwortung
Nun beginnt das große Fingerzeigen. Das Krankenhaus in Bozen betont, man sei ausschließlich für die Entnahme des Spenderherzens zuständig gewesen. Die Verantwortung für die richtige Konservierung liege bei der Klinik in Neapel.
Der zweijährige Bub liegt weiterhin im Krankenhaus. Sein Zustand ist ernst. Der tragische Vorfall bleibt auch für die Kliniken nicht ohne Konsequenzen. Die Staatsanwaltschaften der beteiligten Städte haben Ermittlungen aufgenommen. Sie sollen klären, wie es zu diesem fatalen Transportfehler kommen konnte und wer dafür die Verantwortung trägt.