Pleite: Traditionsbrauerei nach 165 Jahren insolvent
- Brauerei Rupp meldet Insolvenz an
- Hohe Kosten bringen Traditionsbrauerei unter Druck
- Was passiert jetzt mit der Brauerei?
- Bierbranche kämpft mit Absatzkrise
Die nächste Pleite einer Brauerei erschüttert die deutsche Bierbranche: Die traditionsreiche Brauerei Rupp im niedersächsischen Lauenau hat Insolvenz angemeldet. Nach 165 Jahren steht der Familienbetrieb vor einer ungewissen Zukunft.
Brauerei Rupp meldet Insolvenz an
„Ja, wir haben Insolvenz angemeldet“, bestätigt Geschäftsführerin Kerstin Rupp gegenüber der deutschen Bild. Der Familienbetrieb mit 17 Mitarbeitern stellte bereits im Sommer einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Bückeburg. Anfang November soll nun das Verfahren eröffnet werden. Seit August werden die Gehälter vorfinanziert.
Hohe Kosten bringen Traditionsbrauerei unter Druck
Vor allem steigende Energiepreise, hohe Spritkosten und die wirtschaftliche Belastung des Gastronomiebetriebs haben dem Unternehmen zugesetzt. Dabei hatte die Brauerei bereits investiert, um ihre Ausgaben zu senken.
„Wir haben versucht, da zu sparen, haben uns ein Blockheizkraftwerk und eine Photovoltaikanlage zugelegt“, erklärt Rupp.
Besonders die Treibstoffpreise haben dem Betrieb aber letztlich zu schaffen gemacht. Gleichzeitig sind Gäste aus Hannover und der Umgebung zunehmend ausgeblieben. Wer noch ins Gasthaus kam, gab weniger Geld aus.
Was passiert jetzt mit der Brauerei?
Trotz Insolvenz soll die Bierproduktion weiterlaufen. Rupp spricht von einer „Umstrukturierung“. Die Brauerei und die Immobilien bleiben im Familienbesitz. Mehr als 100 Gaststätten, Restaurants und Hotels beziehen weiterhin die regionalen Biersorten.
Auch für den angeschlossenen Felsenkeller gibt es einen Plan: Ab 1. November übernimmt eine neue Pächterin das Restaurant.
Bierbranche kämpft mit Absatzkrise
Die Pleite der Brauerei reiht sich in eine Krise der deutschen Bierwirtschaft ein. Sinkender Konsum und steigende Betriebskosten belasten zahlreiche Hersteller. Für Rupp soll das Insolvenzverfahren nun die wirtschaftliche Neuaufstellung ermöglichen. Ob damit langfristig alle Arbeitsplätze gesichert werden können, ist offen.