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Bierflaschen in einer Brauerei als Symbol für die Schließung des Wolters-Standorts nach 399 Jahren.
Brauerei Wolters vor dem Aus: Die Produktion endet Ende 2026 nach fast 400 Jahren Tradition.
Brauerei Wolters vor dem Aus: Die Produktion endet Ende 2026 nach fast 400 Jahren Tradition.
KI-generiert / dall.e / Stefanie Hermann

Bier-Beben: Traditionsbrauerei schließt nach 399 Jahren

01.10.2026 um 08:15, Stefanie Hermann
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Die Brauerei Wolters schließt Ende 2026 ihren Standort in Braunschweig. Nach 399 Jahren endet die Produktion, viele Jobs stehen vor dem Aus.

Für die traditionsreiche Brauerei Wolters in Braunschweig ist Schluss. Mit 31. Dezember 2026 wird die Produktion eingestellt. Damit endet nach 399 Jahren die Brautradition am Standort. Rund 90 Beschäftigte bei Wolters sind unmittelbar betroffen. Zählt man dieebenfalls betroffenen Mitarbeiter der Colbitzer Heide-Brauerei und der Wolters Service GmbH dazu, geht es um mehr als 100 Arbeitsplätze.

​Nach 399 Jahren ist bei der Brauerei Schluss

Das Aus für den Produktionsstandort besiegelt das Ende einer jahrhundertelangen Geschichte. Das Hofbrauhaus Wolters wurde 1627 gegründet. Noch im Juni 2026 hatte die Brauerei Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Ziel war es, das Unternehmen zu sanieren und einen Investor zu finden.

Die Suche blieb ohne den erhofften Erfolg. Zwar gab es Gespräche mit Interessenten, allerdings ergebnislos. „Für den Wolters-Produktionsstandort konnte trotz intensiver Bemühungen aller Beteiligten schlussendlich keine tragfähige Lösung gefunden werden“, erklärt Kimon Kantis von der Kanzlei Eckert.

​Geschäftsführer spricht vom Ende einer Ära

Die wirtschaftliche Situation der Brauerei hatte sich durch sinkenden Bierabsatz, hohe Kosten und fehlendes Kapital zugespitzt. Ohne zusätzliches Geld war eine Fortführung der Produktion nicht mehr möglich.

Geschäftsführer Nils Handke spricht von einem historischen Einschnitt: „Mit der Schließung des Produktionsstandorts in Braunschweig geht eine Ära zu Ende. Mit Blick auf die wirtschaftliche Lage war er jedoch leider unausweichlich.“

​Volksbank gibt Wolters kein frisches Geld mehr

Eine entscheidende Rolle spielt auch die Eigentümerin Volksbank BRAWO. Sie stellt der insolventen Brauerei keine weitere Kreditlinie zur Verfügung. Nach Darstellung der Bank würden neue Kredite die strukturellen Probleme des Unternehmens nicht lösen.

Für die Beschäftigten bedeutet die Entscheidung eine massive Zäsur. Rund 90 Mitarbeiter arbeiten direkt bei Wolters, fünf weitere bei der Colbitzer Heide-Brauerei und neun bei der Wolters Service GmbH.

​Gewerkschaft kritisiert das schnelle Aus

Deutliche Kritik kommt von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung war erst am 1. September eröffnet worden. Nur wenige Wochen später steht der Produktionsstandort vor dem Aus.

„Wenn innerhalb weniger Wochen aus einer Sanierungsperspektive eine Stilllegungsabsicht wird, muss die Frage erlaubt sein, was sich in dieser kurzen Zeit grundlegend verändert hat“, sagt NGG-Geschäftsführerin Katja Derer.

Die Gewerkschaft will Betriebsrat und Belegschaft weiter unterstützen. „Die Kolleginnen und Kollegen dürfen nicht die Leidtragenden von Entscheidungen werden, auf die sie keinen Einfluss hatten“, so Derer.

​Wolters könnte trotz geschlossener Brauerei weiterleben

Das Ende der Produktion muss allerdings nicht automatisch das Ende der Marke Wolters bedeuten. Weiterhin laufen Gespräche mit Interessenten über die Markenrechte.

Damit ist auch ein Szenario möglich, bei dem weiterhin Wolters-Bier verkauft wird, dieses künftig jedoch an einem anderen Standort gebraut wird. Auch für die Marke Colbitzer wird nach einer Lösung gesucht.

„Ob die Marke Colbitzer von einem Investor übernommen wird, wird sich in den kommenden Wochen zeigen“, so Insolvenzverwalter Gutmann.

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