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Mehrere Versandpakete aus Karton mit Versandetiketten. Die neue Paketsteuer in Österreich sorgt auch im stationären Handel für Kritik.
Die neue Paketsteuer verändert das Einkaufsverhalten in Österreich.
Die neue Paketsteuer verändert das Einkaufsverhalten in Österreich.
KI-generiert / dall.e / Stefanie Hermann

Paketsteuer: Jetzt spüren sogar heimische Geschäfte die Folgen

10.10.2026 um 16:08, Stefanie Hermann
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Die Paketsteuer sollte heimische Händler schützen. Doch jetzt meldet der stationäre Handel erste negative Folgen. Der Handelsverband schlägt Alarm.

Die seit 1. Oktober geltende Paketsteuer sorgt für unerwartete Folgen im österreichischen Handel. Eigentlich sollte die neue Abgabe große Onlinekonzerne wie Amazon, Temu und Zalando stärker belasten und heimische Betriebe schützen. Doch nun melden ausgerechnet stationäre Geschäfte erste negative Auswirkungen. Die Paketsteuer verändere das Einkaufsverhalten der Konsumenten, so der Handelsverband.

​Paketsteuer trifft auch stationären Handel

„Auch aus dem stationären Handel hören wir erste negative Meldungen, da viele Kunden jetzt statt Ergänzungskäufen bei Onlineplattformen Großbestellungen machen, um die Paketsteuer auf möglichst viele Produkte aufzuteilen“, erklärt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will gegenüber der APA.

Kunden bündeln demnach zunehmend ihre Einkäufe im Internet, um die zusätzlichen Versandkosten auf mehrere Produkte zu verteilen. Für heimische Geschäfte könnte das zum Problem werden: Wer gleich größere Mengen online bestellt, kauft möglicherweise seltener zwischendurch im stationären Handel ein. Belastbare Zahlen zu möglichen Umsatzverlusten liegen bislang nicht vor.

​Paketsteuer: 2,40 Euro pro Bestellung

Seit 1. Oktober 2026 müssen Versandhändler mit mehr als 100 Millionen Euro Umsatz in Österreich eine Paketsteuer von zwei Euro netto pro Paket oder Bestellung entrichten. Inklusive Umsatzsteuer beträgt die Abgabe 2,40 Euro.

Betroffen sind 15 große Onlinehändler und Marktplätze, darunter Amazon, Temu, Zalando, Shein, Apple, MediaMarkt, Ikea und XXXLutz. Laut Handelsverband müssen außerdem rund 4.000 österreichische Händler, die ihre Waren über Plattformen wie Amazon oder eBay verkaufen, die Abgabe bezahlen.

Nicht alle Unternehmen geben die Kosten an ihre Kunden weiter. Während Amazon die Paketsteuer verrechnet, übernehmen Ikea, XXXLutz und Shop-Apotheke die zusätzlichen Kosten derzeit selbst.

​Paketsteuer sorgt für politischen Streit

Die Kritik an der nationalen Paketsteuer wächst. Handelsverband und Wirtschaftskammer lehnen die Abgabe ab. Auch innerhalb der Bundesregierung gibt es Widerstand.

NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger bezeichnet die Regelung offen als „Murks“. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) verweist auf rechtliche Bedenken. 

Der Handelsverband hat bereits eine Binnenmarktbeschwerde bei der Europäischen Kommission eingebracht. Onlinehändler Zalando zog bereits am 20. August vor den Verfassungsgerichtshof.

​Finanzministerium erwartet 280 Millionen Euro

Das Finanzministerium rechnet mit jährlichen Einnahmen von rund 280 Millionen Euro. Damit soll die Mehrwertsteuersenkung auf ausgewählte Grundnahrungsmittel teilweise gegenfinanziert werden.

Rainer Will bezweifelt allerdings den Entlastungseffekt. Während ein durchschnittlicher Haushalt laut Handelsverband durch die niedrigere Mehrwertsteuer rund sechs Euro monatlich spare, könne die Paketsteuer diese Ersparnis wieder aufzehren.

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