Stock und Maßkrug: Sanitäter trainieren für Wiesn-Attacken
- Sicherheit beim Oktoberfest 2026 im Fokus
- Gewalt auf der Wiesn: Wenn die Stimmung kippt
- Oktoberfest 2026: 70 Sanitäter proben den Ernstfall
- Sanitäter trainieren Angriffe mit Stock und Maßkrug
- Selbstverteidigung und Deeskalation für Wiesn-Sanitäter
Die Vorbereitungen für das Oktoberfest 2026 in München laufen auf Hochtouren. Auf der Theresienwiese wird geschraubt, aufgebaut und für den großen Ansturm gerüstet. Doch heuer geht es längst nicht nur um Bierzelte, Fahrgeschäfte und volle Maßkrüge. Ein Thema rückt besonders in den Fokus: die Sicherheit.
Sicherheit beim Oktoberfest 2026 im Fokus
Millionen Besucher, dichtes Gedränge und jede Menge Alkohol: Wo ausgelassen gefeiert wird, kann die Stimmung auch schnell kippen. Genau darauf bereiten sich die Verantwortlichen vor. Denn im Ernstfall sind es nicht nur Polizei und Sicherheitskräfte, die mitten im Geschehen stehen. Auch Sanitäter auf dem Oktoberfest können plötzlich selbst in brenzlige Situationen geraten.
Gewalt auf der Wiesn: Wenn die Stimmung kippt
Denn nicht jeder Wiesn-Abend endet friedlich. Aggressive und gewalttätige Situationen können auch für jene gefährlich werden, die eigentlich gekommen sind, um zu helfen.
Wie turbulent es auf der Wiesn zugehen kann, zeigen die Zahlen der offiziellen Abschlussbilanz des Polizeipräsidiums München aus dem Vorjahr. 2025 mussten 7.158 Patienten versorgt werden. Die Sanitätsstation verzeichnete damit 28 Prozent mehr Einsätze als im Jahr davor. Gleichzeitig wurden laut den vorliegenden Angaben 784 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten registriert, darunter 72 Sexualdelikte.
Oktoberfest 2026: 70 Sanitäter proben den Ernstfall
Deshalb werden jetzt auch die Helfer auf mögliche Attacken vorbereitet. Rund 70 Sanitäter der Aicher Ambulanz haben erstmals ein eigens für die Wiesn 2026 entwickeltes Selbstverteidigungs- und Deeskalationstraining absolviert.
„Wir haben an einem Sonntag mit 70 Einsatzkräften einen Kurs für Verteidigungstechniken, deeskalierendes Verhalten und Abwehr absolviert“, erklärt Ambulanz-Sprecher Julian Tanzer gegenüber „Bild“. Ein derartiges, speziell auf den Einsatz beim Oktoberfest zugeschnittenes Konzept habe es laut Aicher Ambulanz bisher noch nicht gegeben.
Sanitäter trainieren Angriffe mit Stock und Maßkrug
Und beim Training wird es ernst: Die Sanitäter werden mit möglichst realitätsnahen Szenarien konfrontiert. Dabei wird auch geübt, wie sie sich verhalten sollen, wenn ein Angreifer plötzlich mit einem Stock oder sogar einem Maßkrug auf sie losgeht. Die Einsatzkräfte sollen lernen, sich in solchen Momenten zu schützen und richtig zu reagieren.
In einem veröffentlichten Video ist etwa eine simulierte Attacke mit einem gepolsterten Stock zu sehen. Eine Sanitäterin wehrt den Angriff mit einem Fußtritt ab.
Selbstverteidigung und Deeskalation für Wiesn-Sanitäter
Doch die körperliche Abwehr ist nur ein Teil des Trainings. Noch wichtiger ist es, eine gefährliche Situation möglichst zu entschärfen, bevor sie völlig außer Kontrolle gerät. Die Sanitäter üben deshalb Deeskalation, beruhigende Gesprächsführung und die richtige Stimmlage. Auch genügend Abstand zu aggressiven Personen spielt eine wichtige Rolle.
Zusätzlich werden die Einsatzkräfte über die rechtlichen Grundlagen der Notwehr geschult. Denn wenn es beim Oktoberfest 2026 tatsächlich brenzlig wird, sollen die Helfer wissen, wie sie reagieren können.