Fehlender Regen: Erste Gemeinden schränken Wasser ein
Die anhaltende Trockenperiode in Österreich führt zu ersten drastischen Konsequenzen. Da nennenswerter Niederschlag seit Wochen ausbleibt, haben mehrere Tiroler Gemeinden ortspolizeiliche Verordnungen erlassen, um die Versorgung mit Trinkwasser für die Bevölkerung sicherzustellen. Besonders kritisch ist die Lage derzeit in Osttirol sowie in Teilen des Alpbachtals.
Trinkwasser-Schutz: Iselsberg-Stronach erlässt Verbote
In der Osttiroler Gemeinde Iselsberg-Stronach reagierte Bürgermeister Gerhard Wallensteiner bereits mit einer strengen Verordnung auf die Wasserknappheit. Um das kostbare Trinkwasser vorrangig für Personen, Tiere und die Körperpflege vorzuhalten, sind folgende Tätigkeiten ab sofort untersagt:
- Bewässerung von Gärten und Rasenflächen
- Befüllen von Schwimmbecken und Pools
- Waschen von Kraftfahrzeugen
Auch in Nordtirol, etwa in Reith im Alpbachtal, bittet die Gemeindeführung die Bevölkerung eindringlich um Unterstützung, damit die Haushalte weiterhin ausreichend versorgt werden können.
Hohe Waldbrandgefahr durch fehlenden Niederschlag
Ein weiterer kritischer Faktor der Trockenheit ist die rasant steigende Waldbrandgefahr. Das Landesfeuerwehrkommando warnt vor leichtfertigem Handeln. Da der Boden und das Unterholz durch den ausbleibenden Niederschlag völlig ausgetrocknet sind, gilt in vielen Waldgebieten ein striktes Feuer- und Rauchverbot. Bereits weggeworfene Zigarettenstummel führten zuletzt zu mehreren Böschungsbränden, die nur durch Großeinsätze der Feuerwehr gelöscht werden konnten.
Landwirtschaft: Futtermittelknappheit droht
Nicht nur in Tirol führt der ausbleibende Niederschlag zu Problemen. Im oberösterreichischen Mühlviertel sorgt das Wetter für Existenzängste unter Landwirten. Der Wind trocknet die Böden zusätzlich aus, was das Wachstum von Grünfutter massiv hemmt. Experten der Landwirtschaftskammer befürchten, dass die erste Mahd vielerorts ausfällt oder nur die Hälfte des normalen Ertrags bringt. Auch der anstehende Maisanbau ist durch den staubtrockenen Boden gefährdet.
Blick auf die Wetterkarte: Warten auf den Landregen
Die derzeitigen Prognosen versprechen kaum Linderung. Zwar sind vereinzelt Schauer gemeldet, doch diese reichen bei weitem nicht aus. Gebraucht würde ein flächendeckender Landregen mit einer Menge von mindestens 30 bis 40 Litern pro Quadratmeter, um die Grundwasserspeicher zu regenerieren und das Trinkwasser langfristig zu sichern.