40 Millionen Euro investiert: Neuburger zieht jetzt den Schlussstrich
- 40 Millionen Euro in Pilzproduktion investiert
- Hermann.Bio wird vorerst auf Eis gelegt
- Neue vegane Linie für 2027 geplant
- Vier Beschäftigte vom Produktions-Aus betroffen
- Hermann startete bereits 2016 mit Pilzprodukten
Der oberösterreichische Lebensmittelhersteller Neuburger stellt die Produktion von Hermann.Bio ein. Mit Ende September endet in Ulrichsberg die Herstellung des Fungi Pad sowie die Zucht der dafür verwendeten Kräuterseitlinge. Die Marke Hermann.Bio wird vorerst nicht weitergeführt.
40 Millionen Euro in Pilzproduktion investiert
Rund 40 Millionen Euro hat Neuburger in die Kräuterseitlings-Manufaktur in Ulrichsberg investiert. Direkt neben dem Stammwerk entstand dafür ein dreigeschoßiges Gebäude mit rund 15.000 Quadratmetern Fläche.
Mehr als 7.000 Etagen wurden für das Vertical Farming eingerichtet. Nach dem Ende der Kräuterseitlings-Zucht steht die Anlage vorerst leer.
„Wir haben viel investiert und lange an dem Produkt festgehalten, weil wir an das Fungi Pad und seine Qualität glauben“, erklärt Thomas Neuburger. Dauerhaft könne das Unternehmen jedoch kein Produkt herstellen, „dessen Herstellung mehr kostet, als es erwirtschaftet“.
Hermann.Bio wird vorerst auf Eis gelegt
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hätten sich erheblich verändert. Neben den gestiegenen Produktionskosten nennt Neuburger die Inflation und die anhaltende Kaufzurückhaltung bei höherwertigen Lebensmitteln als entscheidende Faktoren.
Mit der Produktion verschwindet vorerst auch Hermann.Bio. Ein endgültiges Aus der Marke will Neuburger allerdings nicht verkünden. „Hermann.Bio legen wir vorerst in die Schublade, ganz bewusst mit dem Gedanken: Sag niemals nie“, erklärt der Firmenchef.
Neue vegane Linie für 2027 geplant
Von pflanzlichen Lebensmitteln will sich das Unternehmen trotz des Rückschlags nicht verabschieden. Bereits für 2027 plant Neuburger eine neue vegane Produktlinie, die in der derzeit nicht mehr genutzten Pilzhalle in Ulrichsberg hergestellt werden soll.
Konkret arbeitet das Unternehmen an einem neuen fermentierten Lebensmittel. Weitere Details dazu hält Neuburger noch zurück. „Wir haben neue Ideen und mehrere Projekte in Entwicklung. Jetzt geht es darum, diese marktreif zu machen“, so der Firmenchef.
Vier Beschäftigte vom Produktions-Aus betroffen
Personell hat das Ende von Hermann.Bio ebenfalls Konsequenzen. Vier Beschäftigte sind laut Unternehmen direkt betroffen. Die übrigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen in anderen Bereichen bei Neuburger weiterbeschäftigt werden.
„Gerade dieser Teil der Entscheidung fällt uns persönlich sehr schwer“, sagt Neuburger. Man wolle mit der Situation „so fair, respektvoll und wertschätzend wie möglich“ umgehen.
Das Kerngeschäft bleibt vom Produktionsstopp unberührt. Neuburger selbst wird weiter produziert. Die Marke erfreue sich weiterhin großer Beliebtheit und ermögliche dem Unternehmen, optimistisch in die Zukunft zu blicken, so Thomas Neuburger.
Hermann startete bereits 2016 mit Pilzprodukten
Die Geschichte der fleischlosen Produkte bei Neuburger begann 2016. Damals brachten Thomas und Hermann Neuburger erste Lebensmittel auf Basis von Kräuterseitlingen auf den Markt. 2017 folgte der Spatenstich für neue Produktionshallen, 2018 waren acht Hallen fertiggestellt.
2019 wurde der Produktname Hermann eingeführt und das Herstellungsverfahren patentrechtlich geschützt. Nach einer zwischenzeitlichen Einstellung der Produktlinie folgte 2023 das Comeback unter dem Namen Hermann.Bio mit dem Fungi Pad. Drei Jahre später endet nun auch dieses Kapitel.