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Kondome im Supermarktregal von Marken wie Durex und Trojan, Preise steigen durch Iran-Krieg und gestörte Lieferketten
Regal mit Durex- und Trojan-Produkten: Kondome werden durch den Iran-Krieg deutlich teurer, kündigt Hersteller Karex an.
Regal mit Durex- und Trojan-Produkten: Kondome werden durch den Iran-Krieg deutlich teurer, kündigt Hersteller Karex an.
Erman Gunes / Shutterstock.com

Kondome werden teurer: Iran-Krieg sorgt für Preisschock

21.04.2026 um 15:17, Stefanie Hermann
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Kondome werden teurer: Hersteller Karex plant bis zu 30 Prozent Preisplus. Durex, Trojan und Co kosten bald schon deutlich mehr. Hintergrund ist der Iran-Krieg.

Der weltgrößte Kondomhersteller Karex (Trojan, Durex) will die Preise um 20 bis 30 Prozent erhöhen. Grund sind gestörte Lieferketten infolge des Iran-Kriegs sowie deutlich gestiegene Rohstoff- und Transportkosten. Die Preisanpassung soll nach Unternehmensangaben in den kommenden Monaten umgesetzt werden.

Kondome werden teurer: Iran-Krieg belastet Produktion undLieferketten

Der Konflikt im Nahen Osten belastet die globale Industrie. Besonders betroffen sind Energie- und Petrochemielieferungen, die zentral für die Produktion chemischer Vorprodukte sind. Rohstoffe wie synthetischer Kautschuk, Silikonöl und Verpackungsmaterial sind deutlich teurer geworden.

„Die Lage ist definitiv sehr heikel, die Preise sind hoch ... Wir haben keine andere Wahl, als die Kosten jetzt an die Kunden weiterzugeben“, sagt Karex-Chef Goh Miah Kiat. „Wir sehen aktuell viele Lieferungen, die noch auf Schiffen unterwegs sind, aber dringend benötigt werden."

Auch andere Branchen wie Hersteller medizinischer Handschuhe berichten bereits von ähnlichen Engpässen.

Kondom-Nachfrage steigt um rund 30 Prozent

Parallel zu den Problemen auf der Angebotsseite steigt die Nachfrage stark an. Laut Unternehmen liegt sie im Jahr 2026 um rund 30 Prozent über dem Vorjahresniveau. Ein Grund dafür sind stark gesunkene Lagerbestände bei vielen Abnehmern, die wegen Lieferverzögerungen und höherer Kosten weniger Ware bevorraten.

Der Transport nach Europa und in die USA benötigt mittlerweile bis zu zwei Monate – zuvor waren es rund vier Wochen.

Karex produziert jährlich mehr als fünf Milliarden Kondome und beliefert internationale Marken wie Durex und Trojan sowie staatliche Gesundheitssysteme und UN-Hilfsprogramme. Die aktuellen Entwicklungen betreffen damit nicht nur den Handel, sondern auch die globale Versorgung.

Weitere Preiserhöhungen möglich

Sollten die Störungen in den Lieferketten anhalten, schließt das Unternehmen weitere Preisanpassungen nicht aus. Der Iran-Krieg reiht sich damit in jene Faktoren ein, die weltweit Preise für Energie, Transport und Industrieprodukte antreiben – mit direkten Folgen für Konsumenten.

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