Teuerung: Sind Kinder noch leistbar?

Die Kosten schnalzen in nahezu allen Bereichen des Lebens in die Höhe. Sind Kinder und Familie heutzutage noch finanzierbar?
Autor: Melanie Ogris, 31.08.2022 um 08:00 Uhr

Angefangen von Windeln, Säuglingsnahrung über Schulutensilien, Kleidung bis hin zum Führerschein – Kinder kosten eine Menge Geld. Sind unsere Nachkommen mittlerweile mehr Belastung und Sparschwein als Segen?

Hochpreisiger Nachwuchs

Miete, Strom, Betreuung, Nahrung, Freizeit etc.: Im Monat werden 784 Euro für ein siebenjähriges Kind benötigt, 842 Euro für einen 14-jährigen Teenager. Zahlen, die, vor allem in der derzeitigen Teuerungswelle, zum Nachdenken anregen. Laut der Österreichischen Schuldnerberatung kostet ein Kind bis zum 18. Lebensjahr 150.000 Euro – etwa so viel wie eine 30 Quadratmeter Eigentumswohnung.

Bei diesen Zahlen wurden nur Grundlagen zum täglichen Leben berücksichtigt – die coolen Markenschuhe, das neue Lieblingsstofftier, die Lieblingssüßigkeit, die beim Einkaufen unbedingt mit muss, oder ein Kinoabend mit den Freunden sind nicht miteinberechnet.

Schwangere wirft Geld ins Sparschwein

Teurer Start ins Leben

Viele Eltern können aus unterschiedlichsten Gründen nicht auf Muttermilch setzen und müssen auf Säuglingsanfangsnahrung zurückgreifen, um ihr Baby ausreichend zu versorgen. Bis zu 353 Euro müssen dafür – laut Verein für Konsumenteninformation – pro Monat eingerechnet werden. Viel Geld für einen kleinen Menschen, der zudem auch noch weitere Produkte benötigt wie Windeln – rund 25 Euro pro Monat –, Pflegeprodukte, Kleidung, etc. Für eine Erstausstattung sollte man rund 2000 Euro bereithalten.

Kostspielige Schulzeit

Die meisten Eltern mussten wohl beim Einkauf von Schulutensilien schon tief in die Tasche greifen. Der niedrigste Preis für eine Erstausstattung für Volksschüler beläuft sich auf 62,19 Euro, mit Markenartikeln versehen und beim teuersten Händler auf 124,58 Euro. Für die Mittelschule reicht die Preisspanne – laut Arbeiterkammer Oberösterreich – von 83,38 Euro bis 192,38 Euro. Auch hier sollte im Hinterkopf behalten werden, dass während dem Schuljahr der ein oder andere Stift oder Radiergummi verloren geht und nachgekauft werden muss.

Kind zählt Geld

Armutsgefährdung

368.000 Kinder und Jugendliche – das ist jedes/jeder Fünfte – sind in Österreichs armuts- und ausgrenzungsgefährdet. Wissenschaftlich gesehen beträgt die Armutsgefährdungsschwelle für einen Einpersonenhaushalt 1.371 Euro im Monat. Für Mehrpersonen-Haushalte erhöht sich der Betrag um rund 685 Euro pro Erwachsenen und um 411,30 Euro pro Kind. Menschen, die unter diesen Beträgen leben müssen, sind mit schlechteren und gesundheitsschädigenderen Bedingungen konfrontiert

Besonders häufig betroffen sind laut „Volkshilfe“ die Nachkommen in Haushalten mit mehr als drei Kindern, in Ein-Eltern-Haushalten oder in Haushalten ohne österreichische Staatsbürgerschaft.

Schwierige Entscheidung

Das Kinderkriegen geht mittlerweile mit vielen Sorgen und Ängsten einher: Kann man dem Sprössling zauberhafte Weihnachten, Urlaub am Meer, ein eigenes Handy oder neue Kleidung bieten?

Finanzielles sollte den Wunsch nach einer eigenen Familie nicht verabschieden. Bleibt am Ende vielleicht mehr Geld übrig, so auch eine große Reue. Vielmehr sollte die Vorfreude und die Liebe auf den baldigen Zuwachs im Vordergrund stehen. Andererseits ist niemandem geholfen, wenn die gesamte Familie an der Armutsgrenze leben und sich tagtäglich mit Zukunftssorgen herumplagen muss.