165 Jobs wackeln: Baumarkt-Riese ist insolvent
Die Hellweg Die Profi-Baumärkte GmbH mit Sitz in Linz hat beim Landesgericht Linz ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung beantragt, wie das Unternehmen in einer Aussendung mitteilt. Der bekannte Baumarkt-Betreiber, dessen Wurzeln in Österreich auf die traditionsreiche Marke „Baufreund“ zurückgehen und heute unter dem Namen "Hellweg" firmiert, ist insolvent.
Für die Kunden gibt es vorerst Entwarnung: Der Geschäftsbetrieb in den betroffenen Regionen soll im Zuge des Verfahrens uneingeschränkt fortgeführt werden.
Die Gründe für die Insolvenz: Kaufzurückhaltung und hohe Kosten
Die Verantwortlichen der Unternehmensführung führen den Schritt auf massive, branchenweite Herausforderungen des Marktes zurück. Wie viele andere Akteure in der Bau- und Einrichtungsbranche leide die Hellweg-Gruppe unter den spürbaren Auswirkungen einer zurückhaltenden Konsumnachfrage. Die allgemeine Teuerung und weltweite Krisenentwicklungen hätten dazu geführt, dass sowohl private Heimwerker als auch gewerbliche Kunden merklich weniger Geld ausgeben.
Zusätzlich belasten anhaltende Probleme und Verzögerungen entlang der internationalen Lieferketten das operative Geschäft. Auf der Ausgabenseite kämpft das im Jahr 1971 gegründete Traditionsunternehmen zudem mit drastisch steigenden Miet- und Betriebskosten für die großflächigen Verkaufsareale, was die Rentabilität der Standorte in den vergangenen Monaten massiv geschmälert hat.
Zukunft der Mitarbeiter: Löhne über Insolvenz-Entgelt-Fonds gesichert
Von der Insolvenz des Baumarkt-Riesen sind in Österreich 165 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter direkt betroffen. Das Unternehmen hat die Belegschaft über die aktuelle finanzielle Lage und das eingeleitete Sanierungsverfahren informiert.
Für die Beschäftigten gibt es kurzfristig eine finanzielle Absicherung: Offene finanzielle Ansprüche, die aus der Zeit vor der offiziellen Eröffnung des Insolvenzverfahrens stammen, werden durch den staatlichen Insolvenz-Entgelt-Fonds (IEF) abgedeckt.
Auswirkungen auf Kunden: Filialen bleiben geöffnet
Das Filialnetz von Hellweg umfasst in Österreich derzeit sechs Bau- und Gartenmärkte, die sich auf die drei Bundesländer Oberösterreich, Salzburg und die Steiermark verteilen. Trotz des laufenden Gerichtsverfahrens bleiben alle Standorte bis auf Weiteres wie gewohnt geöffnet und stehen der Kundschaft mit dem vollständigen Sortiment rund um die Bereiche Bauen, Wohnen, Renovieren und Garten zur Verfügung.
Auch bei Serviceleistungen und Rabattaktionen müssen Verbraucher vorerst keine Einschränkungen befürchten. Laut offiziellen Angaben des Unternehmens behalten alle ausgegebenen Kundenkarten, Preisnachlässe sowie laufende Werbe- und Aktionsangebote uneingeschränkt ihre Gültigkeit.