Grippewelle droht früher: Hunderttausende Impfdosen fehlen
- Verschiebung von Impfterminen möglich
- Produktionsprobleme als Grund
- Womöglich früher Start der Grippewelle
Beim öffentlichen Influenza-Impfprogramm kommt es zu Lieferproblemen. Wie die "Kronen Zeitung" am Samstag berichtete könnten rund 868.000 Dosen des Impfstoffs Influvac statt wie vereinbart im Oktober erst Ende November zur Verfügung stehen. Der Hersteller könne derzeit weder den Liefertermin noch die bestellte Menge verbindlich zusagen. "Wir reden die Situation nicht schön: Sie ist ernst", erklärte Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) der Zeitung.
Verschiebung von Impfterminen möglich
Bereits vereinbarte Impftermine könnten daher verschoben werden. Das Gesundheitsressort habe bei der Beschaffung auf mehrere Präparate gesetzt und priorisiere nun besonders gefährdete Gruppen. Für Kinder zwischen zwei und 18 Jahren stehen demnach rund 259.000 Impfdosen zur Verfügung, für Menschen ab 50 Jahren rund 538.000 Dosen. Weitere 100.000 Dosen für Säuglinge, Schwangere und Risikopatienten seien unterwegs. Die verfügbaren Kinder- und Seniorenimpfstoffe sollen laut Ministerium "rasch verteilt" werden.
Produktionsprobleme als Grund
Als Gründe für die Verzögerungen wurden Produktionsprobleme und störanfällige internationale Lieferketten genannt. Nach Angaben des Herstellers habe die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die heurige Saison ungewöhnlich viele Bestandteile der Impfstoffe neu festgelegt. Königsberger-Ludwig verwies zudem auf die Abhängigkeit Europas von internationalen Produktions- und Lieferketten.
Womöglich früher Start der Grippewelle
Die Verzögerung fällt mit einem möglicherweise ungewöhnlich frühen Beginn der Grippewelle zusammen. Das nationale Referenzlabor der Medizinischen Universität Wien rechnet mit einem frühen Saisonstart, erste Fälle werden bereits registriert. Impfstellen wurden angewiesen, keine Dosen für Termine einzuplanen, deren Lieferung noch nicht bestätigt ist. Sobald Lieferungen bestätigt sind, sollen die Impfstellen informiert werden. Auf EU-Ebene werde zudem beraten, ob bei möglichen Impflücken zusätzliche antivirale Medikamente bereitgestellt werden müssen. Das Gesundheitsressort prüft unterdessen rechtliche Schritte gegen den Lieferanten. Dabei geht es unter anderem um mögliche Vertragsstrafen und Schadenersatz.