Fast 2.200 Krankenstände: Diese Viren kursieren derzeit
Schnupfen, Husten und Heiserkeit nehmen in Österreich spürbar zu. Mit den sinkenden Temperaturen steigt auch die Zahl der Atemwegsinfekte. Fast 2.200 Menschen waren vergangene Woche wegen grippaler Infekte krankgeschrieben. Von einer echten Grippewelle ist Österreich derzeit aber noch entfernt.
Grippewelle noch nicht voll angelaufen
Mehr als jeder sechste Krankenstand entfällt derzeit auf einen grippalen Infekt. Trotzdem gibt Landessanitätsdirektorin Petra Gruber-Juhász gegenüber Salzburg24 Entwarnung, was die klassische Influenza betrifft.
Von einer voll entwickelten Grippesaison sei man derzeit noch weit entfernt. Zwar gebe es bereits einzelne Fälle, ähnlich sei die Situation bei Covid-19.
Da Influenza nicht meldepflichtig ist, gibt es keine vollständige Übersicht über sämtliche Fälle. Über sogenannte Sentinel-Ordinationen, die regelmäßig Stichproben auswerten, lässt sich die Entwicklung dennoch beobachten.
Auch ein milder Herbst bedeutet nicht automatisch, dass die Grippewelle spät oder nur schwach ausfällt. Entscheidend ist laut Gruber-Juhász vor allem, wie viel Zeit Menschen gemeinsam in geschlossenen Räumen verbringen.
Diese Erreger kursieren derzeit
Dass Arztpraxen aktuell dennoch gut ausgelastet sind, liegt an einer Vielzahl anderer Erkältungserreger. Fast 2.200 Menschen waren laut ÖGK vergangene Woche wegen grippaler Infekte krankgemeldet. Das sind knapp 700 mehr als noch eine Woche zuvor.
Besonders häufig sind derzeit Rhinoviren unterwegs. Sie gelten als eine der häufigsten Ursachen gewöhnlicher Erkältungen.
Auch Entero- und Parechoviren können im Frühherbst Atemwegsinfekte verursachen, teilweise begleitet von Magen-Darm-Beschwerden. Adenoviren können wiederum stärkere Halsschmerzen, Heiserkeit und Bronchitis auslösen.
Gegen viele dieser klassischen Erkältungsviren gibt es keine Impfung. Umso wichtiger bleiben grundlegende Hygienemaßnahmen.
Der richtige Zeitpunkt für die Impfung
Beim Impfen unterscheidet sich der optimale Zeitpunkt je nach Erkrankung. Da Covid-19 mittlerweile ebenfalls einen saisonalen Verlauf zeigt und die Fallzahlen bereits im Spätsommer und Frühherbst steigen können, empfiehlt Gruber-Juhász eine Impfung beziehungsweise Auffrischung bereits jetzt.
Bei der Grippe sieht es anders aus. Für Erwachsene wird Ende Oktober als guter Zeitpunkt genannt. Nach der Impfung dauert es etwa zwei Wochen, bis sich der volle Schutz aufgebaut hat.
Wird zu früh geimpft, kann der Schutz gegen Ende des Winters bereits nachlassen. Bei Kindern kann eine frühere Grippeimpfung sinnvoll sein, da häufig ein Lebendimpfstoff als Nasenspray zum Einsatz kommt und der Schutz länger anhält.
Maske und Hygiene bleiben wichtig
Gruber-Juhász appelliert derzeit vor allem an die Eigenverantwortung. Wer krank ist und sich in engen Innenräumen oder etwa im Wartezimmer beim Arzt aufhält, sollte freiwillig eine Maske tragen.
Damit lassen sich besonders gefährdete Menschen schützen und Infektionsketten bremsen. Auch regelmäßiges Händewaschen, Abstand bei Krankheitssymptomen und das Lüften geschlossener Räume bleiben im Herbst wichtige Maßnahmen gegen die zunehmende Erkältungswelle.