Geriebene Haselnüsse: Fünf von zwölf durchgefallen

Wer fleißig Kekserl bäckt, sollte bei der Wahl von geriebenen Haselnüssen aufpassen.
Autor: Conny Engl, 09.11.2022 um 13:47 Uhr

Sie sind eine der beliebtesten Zutaten in der Weihnachtsbäckerei: Geriebene Haselnüsse. Die Arbeiterkammer (AK) OÖ hat deshalb zwölf Produkte genauer unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist nicht sehr köstlich: vier Proben waren wertgemindert, eine sogar für den menschlichen Verzehr ungeeignet.

Nur ein „Sehr Gut“

Der AK Konsumentenschutz ließ zwölf Packungen mit geriebenen Haselnüssen aus dem Handel im Labor auf Aussehen, Geruch, Geschmack, Bakterien- und Schimmelpilzbefall sowie Aflatoxine untersuchen. Preislich liegen 100 Gramm konventioneller Haselnüsse durchschnittlich bei 1 bis 1,70 Euro, Bio-Nüsse kosten zwischen 2 und 4,10 Euro. Als „einwandfrei“ schnitten Produkte aus allen Preisklassen ab. Beim einzigen Produkt, das mit einem „Sehr Gut“ abgeschnitten hat, handelt es sich um das teuerste Bio-Produkt.

Dumpf, muffig, ranzig

Bei der Hälfte der Proben wurden Abweichungen in Geruch und Geschmack festgestellt. Zwei davon wurden als wertgemindert beurteilt, da den Experten der „dumpe, muffig, ranzige Geruch sowie der bitttere, alte oder kratzende Geschmack derart sauer aufstieß“, heißt es im Testbericht. Zwei weitere Produkte erhielten ebenfalls das Testurteil „wertgemindert“, da Enterobakterien und Schimmelpilze über dem Richtwert festgestellt wurden.

Für menschlichen Verzehr ungeeignet

Bei einer Probe stellten die Tester neben geschmacklichen Defiziten auch schwerwiegende mikrobiologische Mängel fest. Die Enterobakterien lagen über dem Warnwert, die Gesamtkeimzahl sowie die Menge an Schimmelpilzen über dem Richtwert. Deshalb wurde dieses Produkt als nciht für den menschlichen Verzehr geeignet empfunden.

Schimmelpilze lieben Nüsse

Nüsse werden oft von Schimmelpilzen befallen, die unter Umständen giftige Stoffwechselprodukte wie Aflatoxine bilden können. Diese können stark krebserregend sein und das Erbgut schädigen. Im Test wurden bei drei Proben Aflatoxine nachgewisen, jedoch unter dem Grenzwert, weshalb „es keinen Anlass zur Beanstandung“ gab.

AK fordert Herkunftsangabe

Kritisiert wird von den Konsumentenschützern, dass bei geriebenen Nüssen leider keine Herkunftsangabe verpflichtend ist. Bei ungeschälten Haselnüssen muss das Ursprungsland übrigens sehr wohl angegeben werden. Die geriebenen Haselnüsse im Text stammen vorwiegend aus der Türkei. Vier Anbieter geben aber kein Herkunftsland bekannt.