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Paar mit Baby nach Embryo-Verwechslung bei künstlicher Befruchtung IVF Fehler USA
Nach einem IVF-Fehler wurde ein falscher Embryo eingesetzt – das Paar darf das Baby dennoch behalten
Nach einem IVF-Fehler wurde ein falscher Embryo eingesetzt – das Paar darf das Baby dennoch behalten
Screenshot GoFundMe

Embryo vertauscht: Familie darf Baby behalten

18.06.2026 um 16:10, Stefanie Hermann
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Embryo vertauscht: Nach einem schweren IVF-Fehler dürfen Eltern in den USA ihr genetisch fremdes Baby behalten. Gericht bestätigt Einigung.

Ein schwerer Fehler bei einer künstlichen Befruchtung sorgt in den USA für Aufsehen: Einem Paar aus Florida wurde ein falscher Embryo eingesetzt. Monate nach der Geburt stellt sich heraus, dass das Baby genetisch nicht mit den Eltern verwandt ist. Nun steht fest: Trotz dieses dramatischen IVF-Irrtums dürfen sie ihre Tochter behalten.

Schock nach der Geburt: Baby passt genetisch nicht zu den Eltern

Tiffany Score und Steven Mills hatten sich für eine In-vitro-Fertilisation entschieden, um ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Im April 2025 wurde der Frau ein Embryo eingesetzt, den sie für ihren eigenen hielt. Doch nach der Geburt ihrer Tochter Shea im Dezember folgen Zweifel. Laut Klageschrift zeigt das Baby das „Erscheinungsbild eines nicht-kaukasischen Kindes“.

Ein Gentest bringt endgültige Gewissheit: Das Kind ist genetisch nicht mit dem Paar verwandt. Shea ist zu 100 Prozent südasiatischer Herkunft.

Gericht bestätigt Einigung: Eltern behalten Sorgerecht

Nach Monaten der Unsicherheit gelingt ein rechtlicher Durchbruch. Die biologischen Eltern werden identifiziert, bleiben aber anonym. In weiterer Folge einigen sich beide Familien auf eine gemeinsame Lösung.

Laut Gerichtsdokumenten wurde eine „einvernehmlich ausgearbeitete Sorgerechtsvereinbarung“ getroffen. Diese sieht vor, dass Score und Mills dauerhaft die rechtlichen Eltern bleiben. Die genetischen Eltern wollen dennoch Teil des Lebens des Kindes bleiben. Ihr Anwalt spricht von einer „unmöglichen Situation, in die beide Familien ohne eigenes Verschulden geraten sind“. Die zuständige Richterin zeigt sich erleichtert. Es sei positiv, dass eine Einigung erzielt wurde, solange das Kind noch sehr jung ist.

Embryo verwechselt: Emotionale Bindung entscheidend

Für das Paar steht von Beginn an fest, dass sie ihre Tochter behalten wollen. Bereits während der Schwangerschaft sei eine „intensiv starke emotionale Bindung“ entstanden, heißt es in der Klage.

Trotz der genetischen Wahrheit betonen die Eltern immer wieder: Sie wollen und werden dieses Kind für immer lieben und großziehen. Parallel dazu beginnt ein vorsichtiger Kontakt zu den biologischen Eltern, der künftig weiter wachsen soll.

IVF-Panne wirft Fragen zum System auf

Der Fall sorgt weit über Florida hinaus für Diskussionen. Embryo-Verwechslungen gelten als extrem selten, haben jedoch gravierende Folgen. Experten kritisieren, dass die IVF-Branche in den USA weniger streng reguliert ist als in anderen Ländern.

Die betroffene Kinderwunschklinik hat inzwischen geschlossen. Der Rechtsstreit gegen die Einrichtung läuft jedoch weiter. Zusätzlich wird ein verbliebener Embryo des Paares derzeit genetisch überprüft – auch hier ist unklar, ob er tatsächlich ihnen gehört. Was mit den ursprünglichen Embryonen passiert ist, bleibt ungeklärt.

Wie IVF funktioniert – und wo Fehler passieren können

Bei der In-vitro-Fertilisation (IVF) werden Eizellen außerhalb des Körpers mit Spermien befruchtet. Dazu entnehmen Ärzte der Frau mehrere Eizellen, die im Labor mit den Spermien zusammengebracht werden. Entsteht ein Embryo, wird dieser nach wenigen Tagen in die Gebärmutter eingesetzt.

In vielen Fällen werden mehrere Embryonen erzeugt und eingefroren, um die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen. Genau hier liegt auch ein Risiko: Die Lagerung und Zuordnung der Embryonen erfordert höchste Präzision. Schon kleinste Verwechslungen können gravierende Folgen haben.

Im aktuellen Fall dürfte genau ein solcher Fehler passiert sein. Statt des eigenen Embryos wurde der Patientin ein fremder Embryo eingesetzt – mit weitreichenden emotionalen und rechtlichen Konsequenzen.

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