Insolvenz besiegelt: Schokoladen-Hersteller schließt
- Endgültiges Aus für DreiMeister
- Warum kein Investor einstieg
- Mehrere Krisen führten zur Insolvenz
- 101 Beschäftigte verlieren ihren Job
Für die traditionsreiche Schokoladenmanufaktur DreiMeister gibt es keine Zukunft mehr. Nachdem sich trotz intensiver Suche kein Investor gefunden hat, wird das Werk des Pralinen- und Schokoladenherstellers endgültig geschlossen. Für die verbliebenen Beschäftigten bedeutet das den Verlust ihres Arbeitsplatzes.
Die DreiMeister Spezialitäten GmbH & Co. KG hatte erst im Mai Insolvenz angemeldet. Nun steht fest, dass der Betrieb nicht fortgeführt werden kann. Bei einer Betriebsversammlung wurden alle noch beschäftigten Mitarbeiter über ihre Kündigung informiert.
Endgültiges Aus für DreiMeister
Insolvenzverwalter Michael Schütte erklärte gegenüber BILD, dass sämtliche Bemühungen um eine Rettung des Unternehmens erfolglos geblieben seien. „Trotz intensiver Bemühungen hat niemand ein konkret umsetzbares Angebot für einen Einstieg oder die Übernahme des Unternehmens abgegeben“, sagte er.
Damit endet die Geschichte des Unternehmens, das sich über Jahre als Premiumhersteller von Pralinen- und Schokoladenspezialitäten einen Namen gemacht hatte.
Warum kein Investor einstieg
Nach Angaben des Insolvenzverwalters scheiterte eine Übernahme vor allem an der schwierigen wirtschaftlichen Ausgangslage. Für mögliche Investoren sei kaum abschätzbar gewesen, welche Kunden und Lieferanten nach der Insolvenz noch zur Verfügung stehen würden.
Ohne verlässliche Prognosen über künftige Umsätze habe sich kein tragfähiges Konzept für eine Fortführung des Betriebs entwickeln lassen. Damit fehlte potenziellen Interessenten die notwendige Planungssicherheit.
Mehrere Krisen führten zur Insolvenz
Die wirtschaftlichen Probleme des Unternehmens entstanden nicht erst in den vergangenen Monaten. Laut Insolvenzverwalter belasteten unter anderem Insolvenzen wichtiger Kunden, stark gestiegene Rohstoffpreise sowie Ernteausfälle die Schokoladenmanufaktur über Jahre hinweg.
Zusätzlich investierte das Unternehmen in eine Erweiterung seines Sortiments. Neben hochwertigen Pralinen sollten künftig auch günstigere Produkte angeboten werden. Die dafür notwendigen Investitionen fielen jedoch genau in die Zeit der Corona-Pandemie, des Ukraine-Kriegs und der Energiekrise. Dadurch stiegen die Kosten deutlich stärker als ursprünglich kalkuliert.
101 Beschäftigte verlieren ihren Job
Besonders hart trifft die Schließung die 101 verbliebenen Mitarbeiter. Da die Insolvenzmasse nicht ausreicht, um die Gehälter während der Kündigungsfrist zu bezahlen, erhalten alle Betroffenen ab dem ersten Tag Arbeitslosengeld.
Mitarbeiter der Agentur für Arbeit waren bereits bei der Betriebsversammlung vor Ort, um die notwendigen Formalitäten direkt mit den Beschäftigten zu erledigen. So sollte der Übergang möglichst unkompliziert gestaltet werden.
Für Insolvenzverwalter Michael Schütte bleibt vor allem der Zusammenhalt der Belegschaft in Erinnerung. Viele Beschäftigte arbeiteten seit Jahrzehnten für das Unternehmen. „In der Belegschaft war ein starker Zusammenhalt untereinander zu spüren und eine Loyalität gegenüber dem Unternehmen“, betonte er.