Cyberattacke: Stephansdom bimmelte Wiener aus dem Schlaf

Ein Hackerangriff brachte in der Nacht auf Mittwoch die Glocken des Wiener Stephansdoms zum Läuten. Geschlagene 20 Minuten gab das Gebimmel keine (Nacht-)Ruhe, bis Dompfarrer Toni Faber den Lärm persönlich abdrehte.
Autor: Conny Engl, 16.03.2022 um 13:42 Uhr

Genau um 2:11 Uhr fingen die Festglocken des Steffls zu läuten an. Wie viele andere Wiener wurde dadurch auch Kardinal Christoph Schönborn unsanft aus dem Land der Träume gerissen. Er rief daraufhin Dompfarrer Toni Faber an, der einen etwas tieferen Schlaf zu haben scheint. Denn erst beim zweiten Anrufversuch hob Faber ab. Als auch er das Gebimmel wahrnahm, machte er sich schnurstracks auf den Weg, um das nächtliche Glockenspiel abzustellen.

Nachdem anfangs noch ein technischer Fehler vermutet wurde, haben IT-Spezialisten nun herausgefunden, dass es sich um einen Cyberangriff handelte. Das bestätigt Dompfarrer Toni Faber Mittwochmittag im ORF-Interview. Bisher konnten die Glocken über eine Handy-App gesteuert werden. Diese wird nun abgedreht. Eine sichere VPN-Standleitung werde ab sofort dafür sorgen, dass die Wiener nicht mehr von einem „ferngesteuerten“ Steffl aus dem Schlaf gerissen werden. Wer hinter dem Hackerangriff steckt, konnte noch nicht ausfindig gemacht werden.