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Zerrissene Buchseiten nach dem Scannen für KI-Training – immer mehr Buchhändler warnen vor der Vernichtung gedruckter Bücher durch KI-Unternehmen.
Für das Training von Künstlicher Intelligenz werden laut Berichten Millionen Bücher digitalisiert und anschließend zerstört. Buchhändler schlagen Alarm und warnen vor dem Verlust seltener Werke.
Für das Training von Künstlicher Intelligenz werden laut Berichten Millionen Bücher digitalisiert und anschließend zerstört. Buchhändler schlagen Alarm und warnen vor dem Verlust seltener Werke.
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Buchhändler schlagen Alarm: KI-Firmen vernichten Millionen Bücher

29.07.2026 um 12:49, Jovana Borojevic
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KI zerstört Millionen Bücher: KI-Unternehmen kaufen massenhaft gedruckte Werke, digitalisieren sie für das KI-Training und entsorgen die Originale.

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Was wie eine Szene aus einem dystopischen Roman klingt, soll inzwischen Realität sein. KI-Unternehmen kaufen offenbar massenhaft gebrauchte Bücher, schneiden sie auseinander, scannen jede einzelne Seite ein und entsorgen die Werke anschließend. Die Bücher dienen als hochwertiges Material für das Training von Künstlicher Intelligenz. Besonders gefragt sind ältere Ausgaben, die noch vor dem KI-Boom erschienen sind.

KI vernichtet Bücher: Warum Millionen Werke zerstört werden

Das Internet wird zunehmend mit KI-generierten Inhalten gefüllt. Für die Entwicklung neuer Sprachmodelle benötigen Unternehmen deshalb hochwertige Texte, die von Menschen geschrieben wurden und nicht bereits von künstlich erzeugten Inhalten beeinflusst sind.

Nach Recherchen von 404 Media kaufen Unternehmen über Vermittler Hunderttausende bis zu einer Million Bücher pro Bestellung. Anschließend werden die Buchrücken maschinell entfernt, die Seiten mit Hochleistungsscannern digitalisiert und die Bücher recycelt oder entsorgt. Gedruckte Werke gelten als besonders wertvolle Quelle für das Training von KI-Modellen, weil sie frei von sogenannten KI-Verunreinigungen sind.

Im Zusammenhang mit dem KI-Unternehmen Anthropic wurde bereits ein internes Projekt mit dem Codenamen „Project Panama“ bekannt. Laut veröffentlichten Gerichtsunterlagen sollten dabei Millionen Bücher möglichst effizient digitalisiert werden. Die physische Zerstörung der Bücher war Teil dieses Verfahrens.

Bücher für KI-Training: Das steckt hinter der Methode

Für KI-Unternehmen sind gedruckte Bücher eine wahre Fundgrube an Wissen. Anders als viele Inhalte im Internet stammen sie vollständig von menschlichen Autoren und gelten deshalb als besonders hochwertiges Trainingsmaterial.

Nach dem Kauf werden die Bücher mit speziellen Maschinen zerlegt. Die einzelnen Seiten werden anschließend mit industriellen Scannern digitalisiert und in Datenbanken übernommen, mit denen Künstliche Intelligenz trainiert wird. Die Originale werden danach recycelt oder entsorgt.

Ein US-Gericht entschied im Fall Anthropic, dass das Digitalisieren rechtmäßig gekaufter Bücher unter bestimmten Voraussetzungen als „Fair Use“ gelten kann. Das Urteil betrifft jedoch nicht andere urheberrechtliche Streitfragen.

Google-Klage: Streit um Millionen Bücher eskaliert

Während Anthropic bereits im Fokus mehrerer Gerichtsverfahren stand, gerät nun auch Google unter Druck. Ein Zusammenschluss von Verlagen wirft dem Konzern vor, Millionen urheberrechtlich geschützter Bücher für das Training seines KI-Modells Gemini verwendet zu haben.

Anthropic musste sich zudem in einem separaten Verfahren wegen einer Sammlung mutmaßlich piratierter digitaler Bücher mit den Klägern einigen. Dabei ging es um Forderungen in Milliardenhöhe.

Buchhändler schlagen Alarm: Seltene Bücher könnten verschwinden

Vor allem Buchhändler beobachten die Entwicklung mit großer Sorge. Mehrere Händler berichten von einem plötzlichen Boom ungewöhnlicher Großbestellungen. Statt einzelner Bücher werden inzwischen Hunderte oder sogar Tausende Titel auf einmal gekauft. Dabei spielen weder Thema, Autor noch Preis eine erkennbare Rolle.

Mehrere Buchhändler vermuten, dass sich darunter auch seltene oder vergriffene Bücher befinden. Dadurch könnten einige der letzten verfügbaren Exemplare dauerhaft aus dem Umlauf verschwinden.

Die Bestellungen laufen häufig über Vermittler, die die Identität der eigentlichen Käufer geheim halten. Für Kritiker geht die Debatte deshalb längst über das Urheberrecht hinaus. Sie warnen davor, dass durch die Vernichtung gedruckter Bücher möglicherweise wertvolles Kulturgut verloren geht.

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