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Zeckenbiss auf der Haut, die Tiere übertragen bereits seit 20 Jahren ALSV
Zecken übertragen bereits seit über 20 Jahren ALVS in Österreich
Zecken übertragen bereits seit über 20 Jahren ALVS in Österreich
JLugonStudio / shutterstock.com

Zeckenvirus ALSV: Seit 20 Jahren unbemerkt — jetzt erstmals nachgewiesen

11.06.2026 um 11:27, Stefanie Hermann
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Forschende der MedUni Wien haben das ALSV-Virus erstmals in österreichischen Zecken nachgewiesen. So kann man sich dagegen schützen.

Forschende der MedUni Wien haben das Alongshan-Virus (ALSV) erstmals in österreichischen Zecken nachgewiesen. Das Überraschende: Das Virus zirkuliert hier bereits seit mindestens 20 Jahren, ohne dass es je aufgefallen wäre. Was das für den nächsten Waldspaziergang bedeutet und warum eine ganz andere Zecken-Gefahr gerade viel dringlicher ist.

Erstfund in fünf Bundesländern: So lief die Studie ab

Das Team rund um Studienleiterin Prof. Judith Aberle analysierte rund 3.000 im Jahr 2024 gesammelte Zecken, 2.000 archivierte Proben aus den Jahren 2005 bis 2018 sowie 2.000 Blutproben von Patient:innen. Nachweise gelangen in fünf Bundesländern: Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark und Vorarlberg. Die Studie erschien am 9. Juni 2026 im Fachjournal The Lancet Microbe.

Wie gefährlich ist das Alongshan-Virus für Menschen?

In zwei Blutproben fanden die Forschenden ALSV-spezifische Antikörper, ein Hinweis darauf, dass es bereits zu Infektionen gekommen ist, auch wenn diese offenbar selten sind. Ob die europäische Virusvariante beim Menschen schwere Erkrankungen auslöst, ist laut MedUni Wien derzeit unklar. Vorerst gilt: kein unmittelbarer Handlungsbedarf, aber Überwachungsprogramme werden gefordert.

FSME-Impfquote sinkt: Die eigentlich beunruhigende Zahl

Ebenfalls am 9. Juni warnte der ÖVIH vor einem viel bekannteren Risiko: Die FSME-Impfquote sinkt. Ein Viertel aller Kinder und Jugendlichen bis 15 Jahre ist gar nicht geimpft, rund die Hälfte nicht im korrekten Schema. Die Spitalsaufnahmen stiegen von 104 (2023) auf 158 (2024). Die jüngste FSME-Patientin 2025 war gerade 18 Tage alt.

Zeckenschutz: Was jetzt konkret zu tun ist

85 Prozent aller FSME-Erkrankungen treffen Ungeimpfte, wer das korrekte Schema einhält, ist laut Aberle zu 99 Prozent geschützt. Also: Impfpass checken, Auffrischung nachholen, auch für Kinder. Beim Wandern lange Kleidung tragen, den Körper danach gründlich absuchen, Zecken sofort mit einer Pinzette entfernen. Heuer wurden Zecken bis auf 1.500 m Seehöhe nachgewiesen, eine sichere Höhengrenze gibt es tatsächlich nicht mehr.

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