Afrikanische Schweinepest rückt näher: Wie groß ist die Gefahr für Österreich?
- 584.000 Euro für den Kampf gegen Wildschweine
- Thüringen bleibt bislang von der Schweinepest verschont
- Haribo streicht beliebte Kastanienaktion
- Warum die Afrikanische Schweinepest so gefürchtet ist
- Österreich ist frei von ASP, doch das Risiko bleibt hoch
- Ein Virus mit enormen wirtschaftlichen Folgen
Die Afrikanische Schweinepest sorgt in Europa weiter für Alarmbereitschaft. Während Österreich bislang frei von der Tierseuche ist, kämpfen mehrere Nachbarländer mit dem Virus. Die Folgen reichen inzwischen weit über betroffene Schweinebestände hinaus. In Deutschland fließen Hunderttausende Euro in die Wildschweinjagd, Haribo sagt sogar eine jahrzehntealte Tradition erneut ab.
Afrikanische Schweinepest: Das Wichtigste auf einen Blick
- Betroffen: Haus- und Wildschweine
- Gefahr für Menschen: Die Afrikanische Schweinepest ist für Menschen ungefährlich.
- Österreich: Bislang ist kein ASP-Fall bekannt.
- Übertragung: Das Virus kann direkt zwischen Tieren sowie indirekt über Lebensmittel, Fahrzeuge, Kleidung, Schuhe und Ausrüstung verbreitet werden.
- Folgen: Ein Ausbruch kann Tierbestände gefährden und weitreichende wirtschaftliche Folgen sowie Handelsbeschränkungen auslösen.
584.000 Euro für den Kampf gegen Wildschweine
Im deutschen Bundesland Thüringen erhalten Jäger im Jagdjahr 2025/26 rund 584.000 Euro für die Wildschweinjagd. Rund 1.300 Anträge auf entsprechende Aufwandspauschalen sind zumindest teilweise bewilligt worden. Das geht aus einer Antwort des Thüringer Umweltministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der AfD-Abgeordneten Nadine Hoffmann hervor.
Die Zahlungen sollen den zusätzlichen Aufwand der Jäger ausgleichen und gleichzeitig einen Anreiz schaffen, mehr Wildschweine zu erlegen. Hintergrund ist die Afrikanische Schweinepest: Wildschweine spielen bei der Ausbreitung des Virus in Europa eine zentrale Rolle.
Thüringen bleibt bislang von der Schweinepest verschont
Einen bekannten Fall der Afrikanischen Schweinepest gibt es in Thüringen bislang nicht. Dennoch ist die Lage angespannt. In Deutschland sind unter anderem Sachsen und Hessen betroffen. Auch in zahlreichen weiteren europäischen Staaten tritt das Virus bei Wildschweinen und in Schweinehaltungen auf.
Die Krankheit ist für Haus- und Wildschweine besonders gefährlich. Eine Infektion verläuft häufig tödlich. Für Menschen stellt das Virus hingegen keine Gefahr dar.
Haribo streicht beliebte Kastanienaktion
Wie weit die Vorsichtsmaßnahmen reichen, zeigt auch Haribo. Der Süßwarenhersteller sagt seine traditionelle Kastanienaktion auch für 2026 ab. Seit Jahrzehnten können Menschen dabei Kastanien und Eicheln gegen Süßigkeiten eintauschen.
Haribo begründet die Entscheidung mit der weiterhin angespannten Seuchenlage. Nach Einschätzung von Veterinärbehörden sowie Fachleuten aus Forstwirtschaft, Jagd und Landwirtschaft bestehe weiterhin das Risiko einer Verbreitung der ASP, „auch durch Kastanien“, erklärt das Unternehmen.
Stattdessen setzt Haribo auf ein neues Projekt. Im Ahrtal soll ein eigener Wald mit 10.000 Bäumen entstehen. Den Auftakt bildet im November 2026 eine gemeinsame Pflanzwoche mit Schulen aus der Region und Mitarbeitern des Unternehmens. Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler stellt dafür eine mehr als zwei Hektar große Fläche zur Verfügung.
Warum die Afrikanische Schweinepest so gefürchtet ist
Das Virus ist ausgesprochen widerstandsfähig. Es kann in Blut, Fleisch, Knochen und bestimmten Lebensmitteln über längere Zeit infektiös bleiben. Auch kontaminierte Kleidung, Schuhe, Werkzeuge oder Fahrzeuge können zur Verbreitung beitragen. Dadurch können neue Ausbrüche weit entfernt von bereits bekannten Seuchengebieten entstehen.
Besonders problematisch sind achtlos entsorgte Lebensmittel. Infizierte Fleisch- oder Wurstreste können mit Wildschweinen in Kontakt kommen und das Virus weitertragen. Österreichische Behörden warnen ausdrücklich davor, Schweinefleisch und Wildschweinprodukte aus betroffenen Regionen mitzubringen.
Österreich ist frei von ASP, doch das Risiko bleibt hoch
In Österreich ist bislang kein Fall der Afrikanischen Schweinepest bekannt. Die Behörden stufen das Risiko einer Einschleppung dennoch als hoch ein. Deutschland, Italien, die Slowakei, Tschechien und Ungarn gehören zu den Staaten in Österreichs unmittelbarer Umgebung, in denen ASP bereits aufgetreten ist.
Seit Dezember 2019 müssen in Österreich tot aufgefundene Wildschweine gemeldet und auf das Virus untersucht werden. Auch verdächtige Erkrankungen bei Hausschweinen werden abgeklärt. Für Schweinehalter steht viel auf dem Spiel: Wird ASP in einem Betrieb festgestellt, müssen die Tiere des betroffenen Bestandes getötet werden. Zusätzlich können weitreichende Handelsbeschränkungen folgen.
Achtung: So können Reisende die Einschleppung verhindern
Die Afrikanische Schweinepest kann auch durch Menschen über größere Entfernungen verschleppt werden. Besonders Fleischprodukte, Lebensmittelreste, Kleidung, Schuhe und Ausrüstung können dabei eine Rolle spielen.
- Keine illegal eingeführten Schweinefleisch- oder Wildschweinprodukte aus betroffenen Gebieten mitbringen.
- Lebensmittelreste ausschließlich in verschließbaren Abfallbehältern entsorgen.
- Haus- und Wildschweine niemals mit Speiseresten füttern.
- Nach Kontakt mit Wildschweinen oder Jagdausrüstung auf gründliche Reinigung und Hygiene achten.
Ein Virus mit enormen wirtschaftlichen Folgen
Damit ist die Afrikanische Schweinepest nicht nur ein Problem für Wildtiere und Landwirtschaft. Ein Ausbruch kann Schweinehalter, Fleischwirtschaft und nachgelagerte Betriebe wirtschaftlich schwer treffen.
Für Menschen bleibt die wichtigste Nachricht beruhigend: ASP ist keine Gefahr für die menschliche Gesundheit. Menschen können das Virus allerdings unbemerkt über Lebensmittel, Fahrzeuge, Kleidung oder Ausrüstung verschleppen und damit dazu beitragen, dass die Tierseuche neue Regionen erreicht.
FAQ: Afrikanische Schweinepest in Österreich
Ist die Afrikanische Schweinepest für Menschen gefährlich?
Nein. Die Afrikanische Schweinepest ist für Menschen ungefährlich. Betroffen sind Haus- und Wildschweine. Menschen können das Virus jedoch über kontaminierte Lebensmittel, Kleidung, Fahrzeuge oder Ausrüstung weiterverbreiten.
Gibt es die Afrikanische Schweinepest in Österreich?
Österreich ist bislang frei von der Afrikanischen Schweinepest. Da die Tierseuche bereits in mehreren europäischen Ländern auftritt, besteht jedoch weiterhin das Risiko einer Einschleppung.
Wie wird die Afrikanische Schweinepest übertragen?
Das Virus wird durch direkten Kontakt zwischen infizierten und gesunden Schweinen übertragen. Eine indirekte Übertragung ist unter anderem über Fleischprodukte, Lebensmittelreste, Fahrzeuge, Werkzeuge, Schuhe, Kleidung und andere kontaminierte Gegenstände möglich.
Welche Rolle spielen Wildschweine bei der Afrikanischen Schweinepest?
Wildschweine können sich mit dem Virus infizieren und zur weiteren Verbreitung beitragen. Deshalb werden tot aufgefundene Wildschweine in Österreich gemeldet und auf ASP untersucht.
Was passiert bei einem ASP-Ausbruch in einem Schweinebetrieb?
Wird die Afrikanische Schweinepest in einem Schweinebestand festgestellt, greifen behördliche Bekämpfungsmaßnahmen. Die Tiere des betroffenen Bestandes müssen getötet werden. Zusätzlich können weitreichende Handelsbeschränkungen entstehen.
Kann man Schweinefleisch trotz Afrikanischer Schweinepest essen?
Die Afrikanische Schweinepest stellt keine Gefahr für die menschliche Gesundheit dar. Problematisch ist jedoch, dass das Virus in Fleisch und Fleischprodukten lange infektiös bleiben und über unsachgemäß entsorgte Lebensmittelreste auf Schweine übertragen werden kann.
Quellen und weiterführende Informationen