Kremsmünster macht es vor: So geht digitale Schule

Digitaler Vorreiter. Mit einer einheitlichen Lösung haben vier Schulen in Kremsmünster den digitalen Unterricht neu gestaltet. Das smarte System erleichtert nicht nur den täglichen Schulbetrieb, sondern auch Administrationsaufgaben.
Autor: Jessica Hirthe, 25.05.2022 um 11:27 Uhr

Die Gemeinde Kremsmünster ist als E-Government-Vorreiter in Österreich bekannt und forciert IT als Schwerpunkt in der Mittelschule. Jetzt musste eine neue IT-Schullösung her. Nach Sondierung möglicher Umsetzungspartner und auf Empfehlung anderer Schulen kam das Schulamt zum IT-Spezialisten DCCS, der bereits mehrere ähnliche Projekte erfolgreich realisiert hat. „Als Schulerhalter ist uns Innovation wichtig. Daher wollten wir ein einheitliches, digitales Gesamtsystem für die Schulen, Lehrer und Schüler schaffen, das alle Anforderungen von Verwaltung, Pädagogen und Schülern abdeckt“, sagt Reinhard Haider, Amtsleiter der Gemeinde Kremsmünster. 

Komplette IT-Infrastruktur erneuert

Zusätzlich sollte auch die IT-Infrastruktur modernisiert werden. „Unser Ziel war eine bedienungsfreundliche, einfach verständliche Lösung, mit der sowohl Lehrer als auch Schüler in der Schule wie auch zuhause effizient arbeiten können. Wir wollen den Kindern Zukunftschancen eröffnen, Pädagogen ein innovatives Arbeitsumfeld bieten und gleichzeitig Ressourcen bei der Gemeinde einsparen“, erklärt Haider. Das ist gelungen: Mittlerweile nutzen an den vier Schulen der Gemeinde rund 70 Lehrer, 190 Schüler und zwei Administratoren die Lösung. „Während die Mittelschule das System im Unterricht, dessen Vorbereitung und für administrative Aufgaben intensiv nutzt, dient es in den Volksschulen hauptsächlich als Kommunikationsplattform für SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern. Aber auch Hybridformen von Präsenzunterricht und Homeschooling sowie Online-Konferenzen sind möglich“, erklärt Michael Gerstmayr, Schulleiter der NMS Kremsmünster.

An Bedürfnisse angepasst

Bei der Schullösung handelt es sich um „MNSpro“ bzw. „MNSpro Cloud“. Während die Mittelschule die hybride Lösung mit Server in der Schule und Zugriff auf die MNSpro Cloud-Instanz nutzt, verwenden die drei Volksschulen die Lösung ausschließlich in der Cloud. Diese bietet dank Mandantenfähigkeit den Vorteil der zentralen Verwaltung mehrerer Schulen auf einer Plattform. Das moderne pädagogische Konzept des Systems unterstützt sowohl den professionellen digitalen Unterricht als auch effizientes Distance Learning. Die Microsoft 365-basierte Lösung MNSpro bietet idente Oberflächen auf den Laptops der Schüler, die von den LehrerInnen eingesehen, aber von den Schülern nicht verändert werden können. „Die Lehrkräfte können die Eingabe und Bildschirme steuern und so die Aufmerksamkeit der Schüler lenken. Man kann Aufgaben verteilen, Prüfungen abbilden, Anwendungen für das ganze Klassenzimmer starten oder den Internetzugang beziehungsweise Dokumente sperren. Praktisch sind auch Features wie Kalender und Chatboxen“, erläutert Gerstmayr.

Geringerer Verwaltungsaufwand

Auch der Verwaltungsaufwand fällt nun viel geringer aus, denn zeitfressende Aufgaben wie Programme installieren, Laptops neu aufsetzen oder Software-Updates können nun einfach zentral bzw. automatisch erledigt werden. „Auch die Administration für die Direktion, etwa neue Schüler anlegen, Passwörter generieren oder einen Supplierplan erstellen, ist jetzt sehr einfach. Gerade in Pandemiezeiten bringt die neue Lösung eine enorme Erleichterung“, so Gerstmayr. Die LehrerInnen können nun ihre Unterrichtspläne einfach zu Hause vorbereiten und über die Cloud von überall darauf zugreifen. Die Schüler besitzen nun einheitliche Laptops mit derselben Oberfläche und Grundstruktur sowie identen Einstellungen, die sie auch im Distance Learning nutzen können.