Die spinnen, die Mühlviertler

Kraut und Rüben wachsen derzeit auf den Äckern des Mühlviertels. Ein bisschen was von Kraut und Rüben hat auch diese Story an sich. Es ist eine Mixtur aus Unternehmen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, außer, dass sie aus dem Mühlviertel stammen. Und dennoch eint sie mehr, als man vermutet: Bevor sie begannen, eigene, heute hoch erfolgreiche Wege zu gehen, wurden sie alle als Verrückte abgekanzelt. Aus diesen „Verrückten“ sind heute Herzeigeunternehmen geworden. „Natürlich galt ich immer wieder als Verrückter. Verrückt zuletzt auch deshalb, weil wir jetzt wieder fast 15 Millionen Euro investiert haben“, erzählt Manfred Huber, Gründer und Geschäftsführer des mittlerweile größten Biofleisch-Verarbeitungsbetriebs Österreichs Sonnberg in Unterweißenbach. 1.079 Biobetriebe liefern mittlerweile an das Unternehmen. Dabei war das alles nicht so geplant. 1989 wollte sich der damals aktive Eisenbahner ein kleines Häuschen am Waldesrand zulegen, um sich selbst zu versorgen, fand aber nichts. „Dann wurde mir ein größerer Hof in Lasberg angeboten“, so Huber, der von einem Bauernhof stammt. Huber stellte seinen Hof auf Bio um. „Ich hatte einen eigenen Brunnen und wollte das Wasser nicht vergiften.“ Anfangs versorgte er im kleinen Stil seine Eisenbahnerkollegen mit Biofleisch, später dann meldete sich die Schwester, die in Wien studierte. „Sie meinte, die Nachfrage in Wien explodiere regelrecht.“ Huber kaufte sich einen Kühl-Lkw und verkaufte seine Waren in der Hauptstadt.

Zitat Manfred Huber

Nachfrage explodiert

So weit, so kleinstrukturiert. Doch dann spielte ein weiterer Zufall Huber in die Hände. „In Niederösterreich gab es einen fahrenden Schlachthof, um Tiertransporte zu vermeiden. Doch der ging in Konkurs. Sie hatten 200.000 Schillinge Außenstände und die Firma wurde versteigert. Ich war der einzige Bieter, kaufte und stieg ab dann voll ins Geschäft ein.“ Rückenwind gab ihm damals die BSE-Krise – Bio schlug richtig ein. „Bald wurde das viel zu klein und da die Familie Fürst in Unterweißenbach eine Neuausrichtung für ihren Schlachthof suchte, taten wir uns zusammen, stellten auf 100 Prozent Bio um und hatten nun viel mehr Platz.“ 2004 wurde die gemeinsame Firma Sonnberg gegründet. „Auf einmal hatte ich 12 Mitarbeiter und einen immer größer werdenden Kundenkreis.“ Der erste Großkunde war C+C ­Pfeiffer. „Die meinten: ‚Da gibt es ja ein paar Verrückte im Mühlviertel‘ und so kam Sonnberg ins Laufen.“ Heute ist Sonnberg bei allen Supermarktketten gelistet.

Konsequent Bio

Schritt für Schritt eroberte Sonnberg weitere Märkte und Segmente. Man stieg in die Wurst- und Schinkenproduktion ein, um den Export von Teilen, die am Markt nicht gefragt waren, zu vermeiden. Den letzten Schritt setzte Sonnberg konsequenterweise vor zwei Jahren und handelte sich wieder das Prädikat „Verrückt“ ein. „Wir sagten: Bio darf nicht bei der Stalltür aufhören, also bauten wir den gläsernen Schlachthof, der voll auf Tierwohl setzt.“ Die Tiere werden intuitiv bis zur Schlachtbox geführt, ganz ohne Stress. „Wir haben gewisse Elemente eingebaut, die den Tieren den Weg weisen, um ihr eigenes Tempo gehen zu können. Mit unserem Schlachthof spielen wir in einer ganz anderen Liga.“ Das Know-how bleibt aber nicht verborgen, Huber will ganz bewusst, dass sich auch andere Betriebe etwas abschauen können. Besucher sind ausdrücklich erwünscht.

Feld mit Gerste

Bio und Digitalisierung – das passt

Der ehemalige Eisenbahner bewies den richtigen Zug zum Markt. Einen weiteren Schub bekam Sonnberg durch Corona. „Wir hatten teilweise zu wenig Ware. Zu Beginn der Pandemie hatten wir 90 Mitarbeiter, jetzt 100.“ Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht. „1989, als ich das Bauernhaus gekauft habe, war der Bioanteil noch verschwindend gering. In den nächsten fünf bis sechs Jahren rechnen wir beim Gesamtanteil an Bio-Lebensmitteln mit etwa 30 Prozent. Alles spielt der Biolandwirtschaft derzeit in die Hände.“ Dabei sind die Betriebe noch immer sehr klein­strukturiert: „Ein durchschnitt­licher Betrieb hat 12 Hektar und 12 Rinder.“ Sonnberg wurde zu einem Zugpferd der Branche: „Wenn es ein solches Zugpferd gibt, hängen sich viele an. Es muss aber immer erst einmal einen Verrückten geben, der vorangeht und Gas gibt, so entsteht Vertrauen und dann tun sie mit.“ Vorangehen möchte der „Fleisch-Bionier“ auch beim Thema „Digitalisierung“, um seine Produkte online zu verkaufen. „Das Mühlviertel ist prädes­tiniert für Bio, als auch für die Digitalisierung.“

Niemand braucht das

Dem wird Klaus Pilsl, CEO von Combeenation in Sarleinsbach, uneingeschränkt zustimmen. Wie Huber war auch er ein Verrückter, weil er das unglaubliche Kunststück zustande brachte, ein Produkt – das laut Marktstudie „keiner braucht“ – zu einem Hype zu verwandeln. Combeenation produziert einen cloudbasierten Produktgenerator, welcher es Unternehmen aus verschiedensten Branchen ermöglicht, ihre Produkte genau nach Kundenwunsch zu fertigen. Nachdem Pilsl 15 Monate penibel an der Vorbereitung gearbeitet hatte, bekam er den Tipp, eine Marktstudie zu bestellen. „Ich gab daher eine AWS-Studie in Auftrag, wo man aber zur Hälfte anrief und sagte: Herr Pilsl, wir brechen die Studie ab. Niemand braucht ihr Produkt.“ Verrückt! Doch Mühlviertler werfen nicht so schnell die Flinte ins Korn, noch dazu wo Pilsl rasch das Potenzial erkannte. Als er zuvor in der Firma seines Vaters gearbeitet hatte, die sich mit Bauelementen beschäftigte, suchte er einen Konfigurator, weil kaum ein Teil dem anderen glich. „Den gab es schlichtweg nicht, also musste einer her.“ Deshalb: „Habe ich trotz allem 2010 die Rakete gestartet.“ Eine Rakete, die sechs Jahre später so richtig zünden sollte.

Combeenation

Aufgeben? Gibt’s nicht!

„Wir bekamen eine erste Förderung der FFG und entwickelten das erste Produkt bis 2015 fertig, dann stand wieder eine Finanzierungsrunde an, diesmal wieder mit der AWS, welche die Förderung ablehnte, weil die Software ihrer Meinung nach ja niemand braucht.“ Combeenation stand vor dem Aus, doch dann passierte etwas typisch Mühlviertlerisches. „Die Mitarbeiter sprangen in die ­Bresche, verzichteten auf Geld und meinten: Wir bauen das Ding nun fertig. Das war ein Wahnsinn, solche Leute findet man nur im Mühlviertel.“ Kaum war Combeenation am Markt, schlug das Produkt, „das keiner braucht“, richtig ein. „Wir waren so erfolgreich, dass der HightechFonds  OÖ als Investor einsprang und uns mit Finanz- und Strahlkraft unterstützt hat.“ Der Fonds hat mittlerweile zu einem guten Preis an einen weiteren Investor verkauft. „Allein heuer hat sich unsere Mitarbeiterzahl auf 30 verdoppelt. Wir waren selbst erstaunt, in wie vielen Branchen unser Produkt nun zum Einsatz kommt: Spielzeug, Maschinen, Autobahnlärmschutzwände, Mode inklusive Damenunterwäsche, Arbeitsbekleidung, ja sogar aus der Urnen- und Gräberbranche sind unsere Kunden.“ Allein im zweiten Quartal 2020 ist der Markt so stark gewachsen wie in den vergangenen zehn Jahren zusammen nicht. „Jetzt heißt es: Jeder braucht das. Rückblickend würde ich nie wieder eine Marktstudie machen, wenn der Kunde nicht weiß, was es ihm bringt. Disruptive Innovationen kann man nicht abfragen.“

Die Kraft der Loyalität

Der ebenfalls als typisch fürs Mühlviertel geltende „Sturschädel“ ließ Pilsl und sein Team durchhalten: „Wir waren zwei-/dreimal an einem Punkt, wo es um die Existenz ging. Doch eiserner Wille und ein starkes Nervenkostüm zeichnen uns Mühlviertler aus.“ Allein hätte er das nicht geschafft: „Wir haben so ein HammerTeam und halten zusammen wie kaum in anderen Unternehmen. Ich prüfe auch nicht nach, ob alle um acht Uhr da sind und wenn ein Mitarbeiter meint, dass er heute nichts zusammenbringt, dann rate ich ihm, die Wanderschuhe zu schnüren und in die Berge zu gehen.“ Combeenation setzt auf viel Vertrauen und keinen großen Kontrollapparat. „Kontrolle vergrößert die Ängste und minimiert den Spaß.“

Von Sarleinsbach ins Silicon Valley

Mittlerweile hat man sich auch im Silicon Valley einen Namen gemacht. Combeenation gewann ein Inkubatorprogramm und führte Investorengespräche. „Doch dann kam die Trump-Wahl 2016 und kein Investor wagte sich mehr, bei uns einzusteigen, weil Trump Stimmung gegen Investitionen in ausländische Firmen machte. Im Nachhinein war das gut so, sonst wären wir heute ein amerikanisches Unternehmen.“ Lange glaubte niemand an dieses Wirtschaftsmärchen: „Es hieß, du bist verrückt, suche dir einen Job und lebe ein sorgenfreies Leben. Doch wäre ich nach einem „9 bis 17 Uhr“-Arbeitstag nach Hause gekommen, hätte ich mir unweigerlich die Frage gestellt: Warum hast du es nicht probiert?“

xelectrix Power GmbH

Pioniere der Energiewende

Es zu probieren, liegt bei den Hartls wohl in den Genen. Dass aus der einstigen Schottergrube des Großvaters ein Hort von Innovationen werden könnte, der Produkte hervorbrachte, die in 70 Länder weltweit exportiert wurden, fällt wohl auch unter die Kategorie „Verrückt“. „Unsere Firmengeschichte ist mit der Baumaschinen- und Aufbereitungstechnik verwurzelt. Wir waren damals weltweit ein Name für mobile Sieb- und Brechanlagen“, schildert Dominik Hartl. Sein Vater Adolf und Onkel Franz Hartl entwickelten 1977 eine der weltweit ersten Brecheranlagen, den Powercrusher, und wurden zu Pionieren der Brechertechnik. Und auch die Söhne sind auf dem besten Weg, Pioniere zu werden: zu Pionieren der Energiewende. „2010 haben wir an den schwedischen Atlas ­Copco Konzern verkauft. Wir konzentrierten uns dann auf kleinere elektrische Maschinen, etwa beim Recycling auf Eisenbahntrassen.“

Was es nicht gibt, wird erfunden

Dort wird für die Maschinen viel Strom benötigt, Strom, der meist von Generatoren kommt. „Das ist nicht nur die teuerste Art, Strom zu erzeugen, sondern geht einher mit hohem CO2-Ausstoß und einer hohen Lärmbelastung. Mein Bruder Alexander und ich fragten uns, warum wir nicht Hybridlösungen anbieten wollen.“ Die Grundidee war, Schadstoffe und Stromerzeugungskosten deutlich zu reduzieren. „Da sich alle Batteriehersteller auf den Automotivebereich konzentrierten, entwickelten wir unseren eigenen Speicher.“ Gleichzeitig ging das Thema der Speicherung von nachhaltig erzeugtem Strom durch die Decke. „Unsere Speicher sind groß. Ist nicht genügend Strom vorhanden, zieht man die Spitzenabdeckung aus unseren Speichern.“ Speicher, die für Baugerätschaften vor Ort verwendet werden können oder aber auch als Lösung für die fehlende Ladeinfrastruktur für Elektroautos.

Lösung gegen den Blackout

„Unser Unternehmen wurde aus einem ursprünglichen Eigenbedarf heraus gegründet, so wie einst bei unserem Großvater, unserem Vater und Onkel.“ Schon damals stand der Eigenbedarf im Vordergrund, um in den Kiesgruben vor Ort Gestein aufzubereiten, anstatt es mit dem Lkw zu einer fixen Anlage zu transportieren. Das brachte enorme Kostenvorteile mit sich. „Wenn wir Mühlviertler nach einer Lösung suchen, die es am Markt nicht gibt, dann machen wir es eben selber.“ Dazu kommt die Beharrlichkeit. „Andere hätten vielleicht aufgegeben, als keine Batterien am Markt waren. Wir setzten uns hin und konstruierten sie einfach selber.“ Obwohl der Fokus der Hartls immer schon global ausgerichtet war, hielt man dem Mühlviertel als Ort der Wertschöpfung die Treue. „Wir verknüpfen globales Denken mit Regionalität.“ Globale Fragen der Netzstabilisierung der Zukunft könnten ihre Antworten nun in Reiferdorf finden. „Netzstabilisierung wird in Zukunft über Elektrospeicher funktionieren, weil man diese in Millisekunden ans Netz hängen kann. Die Netzfrequenz sollte immer bei 50 Hertz liegen, eine Unter- oder Überspannung kann zu einem Blackout führen.“ Die Speicher können mit Solar- oder Windenergie gefüllt werden und sind bei Strombedarf sofort verfügbar. „Erneuerbare Energie kann man nur mit dezentralen Stromspeichern sinnvoll nutzen.“

Virtuelle Kraftwerke für alle

Die große Vision von xelectrix liegt in der Bündelung von Speicherkapazitäten. „Damit könnten wir am Energiehandel teilnehmen. Dazu braucht man allerdings mindestens ein Megawatt Speicherkapazität.“ Mit einer VPP (Virtual Power Plant) wird die Kapazität der xelectrix-Kunden zusammengelegt und so ein virtuelles Kraftwerk errichtet. „Jeder unserer Kunden kann mit seinen Speichern partizipieren. Das ist aber noch Zukunftsmusik.“ In naher Zukunft, voraussichtlich schon nächstes Jahr, wird xelectrix Heimspeichersysteme auf den Markt bringen. „Die Nachfrage für den Privatbereich ist enorm.“

Aus dem Bauch heraus

Von enormer Nachfrage kann auch der Bäcker Martin Bräuer berichten. Er hat die „Kekse mit Sinn“ erfunden, basierend auf uralten Rezepten Hildegard von Bingens. „Wir liefern heute unsere Kekse österreichweit an Billa, Spar, Merkur, die Unimärkte, dm, Bioläden und viele mehr. Mir war am Anfang nicht bewusst, auf welchem Schatz ich gesessen bin. Manchmal hat man Glück. Ich bin am Sonntag geboren, deshalb bin ich wohl ein wenig ein Glückskind.“ Und der Reichenthaler ist Mühlviertler durch und durch. Er bezieht den Großteil seiner Rohstoffe aus der Bioregion. Dabei fing alles nicht sehr vielversprechend an. Mit 21 musste der heute 50-Jährige die Backstube seines Vaters übernehmen und „hätte ich alles so gemacht wie früher, wäre es wohl bald aus gewesen, und wir hätten ein ähnliches Schicksal erlitten wie viele andere Bäckereien“. Er wusste, dass er etwas ändern musste. „Dass wir überlebt haben, liegt an Qualität und Innovation, wobei mir anfangs nicht bewusst war, dass ich innovativ bin. Ich habe einfach aus dem Bauch heraus agiert.“

Zitat Martin Bräuer

Jetzt dreht er durch

Bräuer verzichtete auf Backmischungen, setzte schon bald auf Bio und experimentierte. „Im Mühlviertel macht man einfach. Ich bin noch dazu extrem neugierig, kaum finde ich etwas, will ich es umsetzen.“ 1996 brachte schließlich seine Frau ein Säckchen „Nervenkekse“ mit. „Nervenkekse mache ich definitiv nicht, ich bin ja kein Doktor. Als ich dann gleichzeitig auf ein Buch von Hildegard von Bingen mit alten Rezepten stieß, las ich, dass diese Kekse gute Laune machen, somit waren die ‚Gute Laune Kekse‘ geboren.“ Daraus wurde eine ganze Keks-Familie, alles bio, regional und in höchster Qualität. Vor etwa sechs Jahren ist der Absatz regelrecht explodiert. Doch er musste viele Lieferanten und auch Kunden erst überzeugen: „Viele dachten: ‚Der spinnt ja.‘ Als ich aus altem Brot einen Schnaps brennen wollte, hieß es, jetzt ist der Bräuer endgültig wahnsinnig geworden.“ Doch Bräuer machte, fand eine Brennerei und gewann mit seinem Brotschnaps auf Anhieb den ersten Preis in Wieselburg. „Jetzt hält man mich nicht mehr für verrückt, doch das hat auch einen Nachteil. Seitdem fühle ich mich beobachtet. Meine Produkte werden teilweise – natürlich leicht verändert – mittlerweile kopiert. Als ‚Verrückter‘ ist man da sicher freier.“

Glaubwürdigkeit als Wert

Doch Bräuer bleibt am Boden, Höhenflüge scheinen Mühlviertlern ohnehin fremd zu sein. „Glaubwürdigkeit ist sicher ein ganz wichtiger Wert. Würde ich jetzt groß ausbauen, würde ich diese Glaubwürdigkeit möglicherweise verlieren.“ Er appelliert an die Konsumenten, diese Glaubwürdigkeit auch zu honorieren: „Im End­effekt findet jeden Tag überall eine Wahl statt. Eine Wahl der Konsumenten: ‚Bist du es mir wert, dass du da bleiben darfst?‘ Es ist es wie eine politische Wahl: Wer nicht gewählt wird, verschwindet. Es ist die Macht der Konsumenten, etwas zu verändern.“ Und der Wille zur Veränderung ist den Mühlviertlern ­zweifelsohne in die Wiege gelegt worden, wie diese „Kraut und Rüben“-Story beweist.

Bäckerei Bräuer
Autor: Jürgen Philipp, 15.01.2021