BRP-Rotax: Sauberer Pistenspaß mit Wasserstoff

Sind Fahrzeuge mit Brennstoffzelle bloß teure Nischenprodukte im Vergleich zu E-Autos? Derzeit ja, aber das könnte sich rasch ändern. Nicht nur asiatische Automobilhersteller forcieren die Wasserstofftechnologie und bringen eigene Modelle mit dieser sauberen Antriebsart auf die Straße, auch Österreich spielt mit seinem Know-how vorne mit. Zum Beispiel BRP-Rotax aus dem oberösterreichischen Gunskirchen. Der Hersteller innovativer Antriebssysteme hat das im Vorjahr präsentierte Konzept-Schneefahrzeug Lynx HySnow nun im Skigebiet Hinterstoder mit grünem Wasserstoff im Echtbetrieb. Der Motorschlitten, der aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und in Kooperation mit Fronius, HyCentA Research oder der Technischen Uni Graz verwirklicht wurde, emittiert nur Wasserdampf und fährt nahezu geräuschlos. Der saubere „Sprit“ kommt aus der eigenen Wasserstoffproduktions- und Betankungsanlage vor Ort. Der Strom zur Elektrolyse wird aus grünem Photovoltaik-Strom gewonnen, der Tankvorgang dauert nicht länger als drei Minuten.

Nächster Schritt: Industrialisierung

Trotz Erfolgen erweist sich die Weiterentwicklung der emissionsfreien Wasserstofftechnologie weiterhin als herausfordernd. „Speziell die Verfügbarkeit geeigneter und kostengünstiger Systemkomponenten ist noch sehr eingeschränkt“, sagt Wolfgang Rapberger, einer von drei Standortchefs bei BRP-Rotax. Für Rapberger werde mit diesem Projekt der Grundstein für die künftige Serienproduktion von brennstoffzellenbasierten Fahrzeugen gelegt. Für den Forschungs- und Wirtschaftsstandort Österreich ist das Projekt eine große Chance. Das HyCentA in Graz ist beispielsweise eine der größten Forschungsstätten für Wasserstoff in ganz Europa. Um den nachhaltigen Energieträger Wasserstoff zum Durchbruch zu verhelfen, soll im nächsten Schritt an Industrialisierungsmöglichkeiten gearbeitet werden. Diese könnten zukünftig eine kostengünstige, serienmäßige Fertigung von brennstoffzellenbasierten Fahrzeugen und H2-Speichermedien ermöglichen. Weitere Forschungsprojekte sollen dieses Vorhaben unterstützen.

 

Autor: Klaus Schobesberger, 03.02.2021