Women Leadership Forum im Zeichen des Wandels

Wirtschaft und Gesellschaft ­– weiblich gedacht und gemacht: Bei der Neuauflage des frauenstarken Netzwerk-Events wurden geschlechterspezifische Rollen hinterfragt und die sich entwickelnde Frauenpower, ein neues Führungsrollenverständnis und die geschlechtergerechten Fortschritte in Beruf und Gesellschaft debattiert – auch vor dem Hintergrund der weiter grassierenden Pandemie.

„Covid-19 wird zu einem unerwarteten Beschleuniger der digitalen Transformation“, meinte UNIDO Goodwill Ambassador Veronika Peshkova in ihrem Eingangsstatement. Ihr Befund: Branchen, die die Fähigkeit hätten sich an den Wandel anzupassen, stünden vor weit weniger großen Problemen. Vorreiter hätten dadurch auch das Potenzial, deutlich mehr in den Ausbau einer geschlechtergerechten Wirtschaftsentwicklung zu investieren.

Management-Posten: Frauen holen auf

Wie Aufsteigerinnen Kompetenz und Selbstvertrauen weiterentwickeln und damit konzernintern wie gesamtwirtschaftlich ein neues Fundament für künftiges Wachstum stärken können, wurde weiters en détail besprochen.

Eser Sevinc Manav, Vice President Operations & General Manager Central Europe Coca-Cola, stellte außer Frage, dass Investments in die wirtschaftliche Stärkung von Frauen nicht nur diesen selbst helfen würden, sondern auch das Business per se stärkten. Dabei gebe es vor allem in Europa große Fortschritte, meinte die Rednerin mit Blick auf ihr eigenes Unternehmen: „Im Senior Management von Coca-Cola in Europa sind derzeit 46 Prozent aller Führungspositionen von Frauen besetzt.“ Für die Forum-Expertin ein wichtiger Meilenstein. Gleichzeitig sei man aber noch lange nicht dort, wo man hinwolle. „Unser Ziel ist es bis 2030 Frauen in 50 Prozent aller Führungspositionen weltweit zu haben“, redete Eser Sevinc Manav Klartext.

Gründerinnen-Initiative

Aktiv ist der Konzern auch außerhalb des eigenen Bereichs. Unterstützung und finanzielle Hilfen liefen laut Sevinc Manav etwa über die Initiative “5by20“: Ein Programm, das Frauen zu Unternehmerinnen macht, in deren Geschäftsausbildung investiert und Mentorinnen und Netzwerkerinnen bereitstellt – mit Erfolg. „Bis Ende 2020 haben wird mehr als sechs Millionen Frauen durch 318 Programme in 100 Ländern unterstützen konnten“, zeigt sie sich dankbar und stolz über so viel zusätzliche Frauenpower.

Virtuelle Welt und vierte industrielle Revolution

Diskutiert wurden auch die Herausforderungen des sich verändernden Geschäftsökosystems und das starke Hereindrängen virtueller Welten. Herausfordernd für viele Playerinnen am Berufsparkett: die vierte industrielle Revolution, die unsere Lebensweise komplett verändert.

„Künstliche Intelligenz wie auch Big Data verbessern die Frauen-Teilhabe am Wirtschaftsleben. Digitale Technologien könnten den Zugang zu neuen Märkten und Finanzierungsformen öffnen und sie flexibler arbeiten lassen“, befindet Forum-Initiatorin Renate Altenhofer. Daher sei es wichtig, ein Ökosystem zu schaffen, das die weibliche Entwicklung stärkt. Ihr Credo: „Wir wollen den Beitrag von Frauen als starke Treiber des Wandels aufzeigen. Positive Veränderungen möglich sind, wenn Leidenschaft den Weg weist.“

Lebhaft diskutiert wurden auch Fragen rund ums Smart Financing – von Frauen wie Männern. Ebenfalls auf der Agenda standen neue Management-Formen. Auf der Bühne gewährten weibliche Gamechanger Einblicke in ihr Rollenverständnis und in ihren Alltag.

Beim Women Leadership Forum mit dabei waren: Elisa Aichinger (Partner Deloitte Consulting), Eva Buzzi (Managing Director Rail Tours Touristik GmbH), Valerie Neim (CEO of Brazza Transactions), Rui Pedro Silva (Chief Digital & Information Officer ERIKS), Kyla Tennin (World Business Angels Investment Forum G20 Partner), Cornelia Großmann (Associate Partner Batten & Company GmbH), Sonja Wallner (CFO A1 Telekom), Christine Antlanger-Winter (Country Director Google Austria), Christian Vancea (Co-Founder Essentio), Ulrike Rabmer-Koller (Managing Director Rabmer Gruppe), Natascha Kantauer-Gansch (CCO Consumer A1 Telekom), Vera Kocsis (Sales Director – Enterprise, CEECIS & MEA Refinitiv), Sonya Janahi (Board Member of the Bahrain Chamber of Commerce, Founder & CEO Maya La Chocolaterie), Mario Mesquita (Chargé d’Affaires US Embassy to Austria) und viele mehr.

Autor: Rudolf Grüner, 12.10.2021