Fiaker-Pferd liegt bewegungslos auf der Straße

Nächster Unfall in der Wiener Innenstadt. Verein gegen Tierfabriken (VGT) spricht von Quälerei und fordert Politik zum Handeln auf.
Autor: Rudolf Grüner, 23.01.2023 um 13:49 Uhr

Die Fälle häufen sich, bei denen Fiaker-Pferde in der Wiener Innenstadt fast unter die Räder kommen. Jetzt kam es im tiefsten Winter zu einem weiteren Unfall, wie der Verein gegen Tierfabriken meldet.

Laut einem Augenzeugen kam am Samstag, den 21. Jänner, ein Pferd in den Mittagsstunden an der Kreuzung zwischen Tiefer Graben und Heidenschuss beim Abbiegen in die Strauchgasse zu Sturz. Da sich das Tier nicht bewegte und es nicht klar war, ob der Einhufer unter Schock stand oder verletzt wurde, alarmierte der Zeuge die Polizei. Die Uniformierten forderten den Fiaker-Fahrer auf, die Tierrettung zu verständigen. Erst nach einer guten Viertelstunde war das Pferd in der Lage aus eigener Kraft wieder aufzustehen. Offen blieb aber auch, ob das Pferd danach noch selber die Kutsche heimziehen musste, oder ob es abgeholt wurde.

„Gefahren lauern an jeder Ecke“

Neben dem Augenzeugen zeigt sich Georg Prinz vom Verein gegen Tierfabriken (VGT) entsetzt. In Wien vergehe seit Oktober fast kein Monat ohne tragischen Fiaker-Unfall, so Prinz. Dieser Vorfall würde zeigen, dass eine Stadt kein Ort für Pferde sei. „An jeder Ecke lauern Gefahren. Ich frage mich bei jedem Unfall aufs Neue: Wie verantwortungslos müssen Fiakerfahrerinnen und Fiaker sein, wenn sie Pferde tagtäglich diesen Gefahren aussetzen. Wiens Tierschutz-Stadtrat Jürgen Czernohorszky fordert Prinz auf, seinem Amt gerecht zu werden und sich für ein Ende der Fiaker in Wien einzusetzen.

Sofort-Forderung: Keine Fahrt bei Glatteis

Der VGT, der ein bundesweites Fiakerverbot fordert, will als Sofortmaßnahme ein absolutes Fahrverbot bei Glatteisgefahr erwirken.