Wegen Klimagerät: Zwei Personen landen im Spital
Ein folgenschwerer Zwischenfall in der Schwaigergasse im 21. Wiener Gemeindebezirk Floridsdorf zeigt die oft unterschätzten Gefahren beim gleichzeitigen Betrieb von Raumkühlungen und Gasthermen. Nach einem medizinischen Notfall am Dienstagabend musste die Wiener Berufsfeuerwehr zu einem technischen Hilfseinsatz ausrücken. In einer dortigen Wohnung war es zu einer gefährlichen Konzentration von Kohlenmonoxid (CO) gekommen, nachdem die Bewohner versucht hatten, die Räumlichkeiten gegen die Sommerhitze zu kühlen.
Rettungseinsatz in der Schwaigergasse: Zwei Personen im Spital
Der Vorfall nahm seinen Anfang, als zwei Personen mit massiv erhöhten Kohlenstoffmonoxid-Werten im Blut in ein Krankenhaus eingeliefert wurden. Das medizinische Personal erkannte die Vergiftungssymptome sofort, ging von einem CO-Unfall im häuslichen Umfeld aus und verständigte umgehend die Einsatzkräfte. Die Berufsfeuerwehr Wien rückte daraufhin um 18:50 Uhr in die Schwaigergasse aus.
In der betroffenen Wohnung trafen die Blaulichtorganisationen auf weitere Personen, die umgehend an den Rettungsdienst zur Untersuchung übergeben wurden. Bei diesen konnten glücklicherweise nur niedrige CO-Werte im Blut festgestellt werden. Die Feuerwehr leitete sofort Sofortmaßnahmen ein:
- Sämtliche Wohnungsfenster wurden aufgerissen, um eine sofortige Querlüftung zu erzielen.
- Die Räume wurden mithilfe eines Hochleistungslüfters maschinell druckbelüftet, um das giftige Gas restlos ins Freie zu pressen.
- Der technische Einsatz konnte nach knapp einer Stunde um 19:45 Uhr erfolgreich beendet werden.
Die Ursache: Unterdruck durch mobile Klimageräte
Die Brandermittler der Feuerwehr konnten die Ursache der giftigen Gaskonzentration rasch eingrenzen. In der Wohnung wurden zwei mobile Klimageräte parallel betrieben. Diese Geräte saugten die warme Raumluft an und bliesen die Abluft über Schläuche ins Freie. Durch diesen kontinuierlichen Luftausstoß entstand in den Wohnräumen ein massiver Unterdruck.
Dieser künstlich erzeugte Luftmangel verhinderte, dass die heißen Abgase der hauseigenen Gastherme wie vorgesehen ungehindert durch den Rauchfang nach oben abziehen konnten. Stattdessen wurden die gefährlichen Verbrennungsprodukte durch den Unterdruck aus der Strömungssicherung der Therme direkt in die Wohnbereiche zurückgesaugt und reicherten sich dort unsichtbar an.
Feuerwehr warnt vor CO-Unfällen und gibt wichtige Sicherheitshinweise
Die Feuerwehr betont, dass eine Gastherme unter normalen Umständen absolut sicher ist. Kritisch wird es jedoch, wenn Ventilatoren – wie jene von mobilen Klimaanlagen oder Dunstabzugshauben – Luft über Schläuche oder abgedichtete Fenster nach draußen befördern. Zudem begünstigt große Sommerhitze das Problem, da sich in den Schornsteinen ein sogenannter „Luftstoppel“ bilden kann, wenn die Außenluft heißer ist als die Abgase.
Die Berufsfeuerwehr Wien rät daher dringend zu folgenden Vorsichtsmaßnahmen:
- Beim Betrieb der Therme im Sommer (etwa beim Duschen oder Abwaschen) müssen Fenster und Türen zu dem Raum geöffnet werden, in dem die Therme hängt.
- Gasthermen müssen regelmäßig gewartet und der Rauchfang periodisch überprüft werden.
- Nach dem Einbau neuer, dichter Türen oder Fenster muss zwingend der Rauchfangkehrer für eine Verbrennungsluftprüfung kontaktiert werden.
Da Kohlenstoffmonoxid ein absolut farb-, geschmack- und geruchloses Gas ist, wird es vom Menschen nicht wahrgenommen. Es blockiert nach dem Einatmen den Sauerstofftransport im Blut, was zu einem inneren Ersticken führt. Erste Anzeichen einer leichten Vergiftung sind Kopfschmerzen, Schwindelgefühle und grippeähnliche Symptome. Im schlimmsten Fall endet eine Kohlenmonoxidvergiftung tödlich. Beim Auftreten dieser Warnsignale soll der Bereich sofort verlassen und der Notruf gewählt werden.