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ORF-Zentrum am Küniglberg in Wien mit großem ORF-Logo am Eingang. Dem Sender drohen drastische Sparmaßnahmen, Kündigungen und Stellenabbau.
Sparhammer beim ORF: Am Küniglberg in Wien stehen drastische Kürzungen bevor. Bis zu 250 Arbeitsplätze könnten laut Medienberichten wegfallen.
Sparhammer beim ORF: Am Küniglberg in Wien stehen drastische Kürzungen bevor. Bis zu 250 Arbeitsplätze könnten laut Medienberichten wegfallen.
Andreas Tischler / picturedesk.com

ORF-Schock: Ganze Abteilungen vor dem Aus

23.10.2026 um 09:09, Jovana Borojevic
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Beim ORF drohen drastische Einschnitte: Ganze Abteilungen werden gestrichen, bis zu 250 Jobs wackeln. Auch die Zukunft von ORF III ist ungewiss.

Beim ORF droht ein gewaltiger Sparhammer! Dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk fehlen künftig 93 Millionen Euro pro Jahr. Jetzt stehen drastische Sparmaßnahmen, Kündigungen und ein massiver Stellenabbau im Raum. Bis zu 250 Beschäftigte könnten laut Medienberichten bis 2029 den ORF verlassen. Auch die Zukunft von ORF III ist ungewiss. Die Gewerkschaft kündigt bereits Widerstand an.

​ORF muss 93 Millionen Euro einsparen

Beim ORF stehen die Zeichen auf Sparen! Generaldirektorin Ingrid Thurnher hat die Belegschaft am Donnerstag (22. Oktober) über massive Einschnitte informiert. Der finanzielle Druck ist enorm: Dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk fehlen künftig 93 Millionen Euro pro Jahr. Die Konsequenzen könnten für zahlreiche Mitarbeiter bitter werden.

„Ich habe von Anfang an gesagt: Diese Kürzungen werden den ORF in seinen Grundfesten erschüttern, und ja: Das Publikum wird es spüren“, warnte Thurnher in ihrer Mitarbeiterinformation. Schon jetzt steht fest: Der ORF-Shop und die Abteilung „ORF-Stars“ werden eingestellt. Doch das könnte erst der Anfang sein.

ORF-Sparmaßnahmen: Das steckt dahinter

Grund für den drastischen Sparkurs beim ORF ist eine Entscheidung der österreichischen Bundesregierung. Diese hat die finanzielle Kompensation für den Entfall des Vorsteuerabzugs beim Umstieg auf den ORF-Beitrag gestrichen. Dadurch stehen dem Sender künftig jährlich 93 Millionen Euro weniger zur Verfügung.

Allein für 2027 steht laut Medienberichten ein zusätzlicher Einsparungsbedarf von bis zu 30 Millionen Euro im Raum. Das endgültige Budget für das kommende Jahr soll am 26. November 2026 vom ORF-Stiftungsrat beschlossen werden. Bis dahin müssen weitere Sparmöglichkeiten geprüft werden.

ORF streicht Shop und ganze Abteilungen

Die ersten konkreten ORF-Sparmaßnahmen treffen die Marketingtochter OMC. Dort werden der ORF-Shop und die Abteilung „ORF-Stars“ eingestellt. Doch auch in der Führungsetage wird kräftig gespart. Die Zahl der Führungskräfte soll deutlich reduziert werden. Künftig soll es außerdem wesentlich weniger Hauptabteilungen geben.

Für die verbleibenden Führungskräfte bedeutet das mehr Verantwortung. Sie sollen künftig deutlich größere Bereiche betreuen als bisher. Auch in sämtlichen anderen Unternehmensbereichen gelten strenge Einsparungsvorgaben. Welche weiteren Abteilungen betroffen sein werden, ist noch offen.

​ORF-Kündigungen: Bis zu 250 Jobs in Gefahr

Besonders bitter könnte der Sparkurs für die Beschäftigten werden. Laut den Salzburger Nachrichten sollen allein bei der Marketingtochter OMC 20 Arbeitsplätze wegfallen. Doch der Stellenabbau könnte noch wesentlich größere Ausmaße annehmen. Laut oe24 könnten bis 2029 insgesamt 200 bis 250 Mitarbeiter den ORF verlassen. Endgültig beschlossen ist diese Zahl allerdings nicht.

Auch finanziell müssen sich die Beschäftigten auf harte Zeiten einstellen. Zahlungen an die Pensionskassen werden ausgesetzt, Überstunden und Pauschalen sollen streng begrenzt werden. Sämtliche Zusatzzahlungen sowie Sonder- und Pauschalverträge kommen auf den Prüfstand. Sogar Nulllohnrunden beim ORF stehen im Raum.

Besonders deutlich wurde ORF-Chefin Ingrid Thurnher beim Thema Personalabbau: „Nicht jeder, der heute im ORF beschäftigt ist, wird das auch bleiben.“ Die Generaldirektorin betonte allerdings, dass die Einschnitte nichts mit der Qualität der Arbeit der betroffenen Mitarbeiter zu tun hätten.

ORF III: Droht dem Sender das Aus?

Auch beim Spartensender ORF III könnte es zu einschneidenden Veränderungen kommen. Laut Informationen des Standard steht eine Auflösung der ORF-III-Tochtergesellschaft im Raum. Der Sender könnte künftig direkt vom ORF-Mutterunternehmen weiterbetrieben werden. Eine endgültige Entscheidung gibt es bislang nicht.

Doch damit nicht genug: Auch die Zukunft des ORF-Orchesters und einzelner Fernsehsendungen wird hinterfragt. „Wie führen wir ORF III als Sender weiter? Können wir uns das Orchester noch leisten? Welche Sendungen werden wir einstellen müssen?“, stellte Thurnher in ihrer Mitarbeiterinformation zur Diskussion. Welche Programme tatsächlich gestrichen werden könnten, ist derzeit noch unklar.

ORF-Kündigungen: Gewerkschaft kündigt Widerstand an

Die angekündigten Kündigungen beim ORF sorgen bereits für heftige Kritik. Die Gewerkschaft GPA reagierte empört auf die Sparpläne und wirft der Unternehmensführung einen inakzeptablen Umgang mit den Beschäftigten vor. Auch gesetzlich abgesicherte Rechte des zuständigen Betriebsrats seien laut Gewerkschaft ignoriert worden.

„Die Betroffenen haben sich zumindest eine Umsetzung auf Augenhöhe und im Rahmen einer fair gelebten Sozialpartnerschaft verdient“, erklärte GPA-Vorsitzende Barbara Teiber. Auch OMC-Betriebsratsvorsitzende Isabella Switil kündigte Widerstand an. Sie will gegen jede Kündigung kämpfen.

Wie viele Mitarbeiter tatsächlich ihren Arbeitsplatz verlieren und welche weiteren Bereiche dem ORF-Sparkurs zum Opfer fallen, dürfte sich in den kommenden Wochen konkretisieren. Am 26. November soll der ORF-Stiftungsrat über das Budget für 2027 entscheiden.

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