Kultur-Stadträtin verurteilt Angriff auf Klimtbild

Kultur- und Wissenschaftsstadträtin Veronica Kaup-Hasler fordert nach den Attacken auf Museen neue Sicherheitskonzepte.
Autor: Rudolf Grüner, 15.11.2022 um 16:04 Uhr

Klimaaktivisten haben nun auch Wiens Museen ins Visier genommen. Nach einer Klebeaktion im Naturhistorischen Museum ist heute, 15. November, auch das Gemälde "Tod und Leben" von Gustav Klimt im Leopold Museum mit Öl bespritzt worden. Veronica Kaup-Hasler, zuständig für die Kultur- und Wissenschaftsagenden im Wiener Rathaus, spricht sich nach der jüngsten Attacke klar gegen den Aktionismus aus.

In einer Aussendung verurteilt sie die Angriffe gegen wichtige öffentliche Orte, die Kulturgüter für nachfolgende Generationen bewahren und der Gesellschaft zugänglich machen wollen. Kunst und Kultur seien vielmehr Agenten des Guten im Sinne der Sache, die Empathie für ihre Anliegen fördern und verstärken können.

Andere Konflikt-Kultur

Die Dringlichkeit der Anliegen und die berechtigten Zukunftsängste stehen für sie außer Frage. Doch müsse man die Konflikte dort austragen, wo die Appelle in einen Dialog münden können. Ihrer Meinung nach würden sich die Aktivisten mit gegen Kunstwerke gerichteten Wurf- und Klebeattacken letztlich selbst schaden. „Zum einen, weil sich ihr Vandalismus gegen ebenfalls schützenswertes Gut richtet, zum anderen weil diese Art des Protests die vielen friedlichen Mitstreitern auf der Welt für das Klima in Misskredit bringen“, so Kaup-Hasler weiter.

Museen: Keine Hochsicherheitstrakte

Um die Weltschätze vor weiteren Aktionen zu schützen, seien „angepasste Sicherheitskonzepte“ gefragt.  Diesbezüglich werde sie auch mit dem Bund und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer Kontakt aufnehmen. Ziel sei es, „solche Vorkommnisse“ idealerweise verhindern zu können. „Wichtig ist aber auch, die Zugänglichkeit der Museen nicht einzuschränken. Wir können und wollen keine Hochsicherheitstrakte mit Ganzkörpervisitationen aus den Museen machen. Dies widerspricht meinen Vorstellungen vom Öffnen der Museen und dem Zugänglichmachen von Orten der Kunst und Wissenschaft“, sagt die Stadträtin.