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Themenbild eines Polizeiwagens als Symbol für die Schlägerei von einem iransichen Islamzentrum in Wien-Floridsdorf
Blaulichtgewitter in Floridsdorf: Nach einer Gedenkveranstaltung kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen.
Blaulichtgewitter in Floridsdorf: Nach einer Gedenkveranstaltung kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen.
Stefan Rotter/iStock.com

70 Personen: Massenschlägerei vor Islamzentrum

05.03.2026 um 11:39, Weekend Redaktion
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Nach einer Gedenkveranstaltung in einem Islamzentrum in Floridsdorf kam es zu einer Massenschlägerei. Neun Personen haben Verletzungen erlitten.

Eine Gedenkveranstaltung im Islamischen Zentrum Imam Ali in Wien-Floridsdorf hat am Mittwochabend zu einem massiven Polizeieinsatz und einer anschließenden gewalttätigen Auseinandersetzung geführt. Was als politisch aufgeladene Kundgebung begann, endete in einer schweren Schlägerei, bei der Anhänger des schiitischen Zentrums und oppositionelle Gruppen mit Bezug zum Iran gewaltsam aufeinandertrafen. 70 Personen waren in den Raufhandel involviert.

Gedenkveranstaltung im Islamzentrum: Trauer um iranischen Mullah

Im Verlauf des Nachmittags versammelten sich mehrere hundert Personen im iranisch geprägten Islamzentrum Imam Ali in der Richard-Neutra-Gasse im 21. Wiener Gemeindebezirk. Anlass war eine Trauerfeier für das getötete iranische Oberhaupt Ayatollah Chamenei. Gleichzeitig formierte sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite eine Gegenkundgebung. Teilnehmer mit oppositionellen Positionen protestierten lautstark gegen das Zentrum, dem sie eine direkte Nähe zum aktuellen iranischen Regierungssystem vorwerfen. Polizeisprecher Markus Dittrich bestätigt gegenüber weekend.at den politischen Hintergrund der Massenschlägerei.

Polizei sichert zwei Lager: Spannungen in der Richard-Neutra-Gasse

Die Wiener Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort, um die beiden Lager räumlich zu trennen. Während des Einsatzes kam es immer wieder zu Provokationen. Einzelne Besucher der Gedenkveranstaltung versuchten gegen 20:00 Uhr, die Fahrbahn zu stürmen, um die Demonstranten zu konfrontieren. Die Beamten konnten dies zunächst unterbinden. Es kam zu zwei Festnahmen wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und aggressiven Verhaltens sowie zu zahlreichen Anzeigen.

Nach Einsatzende: Brutale Schlägerei mit Stöcken

Obwohl die offizielle Kundgebung gegen 21:30 Uhr für beendet erklärt wurde, eskalierte die Situation unmittelbar nach dem Abzug der Hauptkräfte. Rund 70 Personen gerieten in eine heftige Schlägerei. Zeugen berichteten von chaotischen Szenen vor dem Islamzentrum, bei denen auch Stöcke und Holzlatten als Waffen eingesetzt wurden. Erst durch das Eingreifen des Stadtpolizeikommandos Floridsdorf und der Sondereinheit WEGA konnte der Raufhandel gestoppt werden. Bei der Schlägerei wurden neun Personen verletzt, laut Polizeisprecher Markus Dittrich gab es auch Kopfverletzungen.

Bilanz der Gewalt: Neun Verletzte und mehrere Festnahmen

Die Folgen der Ausschreitungen in Floridsdorf sind erheblich: Insgesamt wurden neun Personen verletzt. Die Berufsrettung Wien versorgte die Beteiligten notfallmedizinisch vor Ort, sieben Verletzte mussten zur weiteren Behandlung in Krankenhäuser überstellt werden. Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat und der Rolle der Beteiligten mit Bezug zum Iran laufen auf Hochtouren.

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