Schock: Fernwärme-Preis fast verdoppelt

Die kräftige Teuerung versetzt nicht nur die Oppositionsparteien in helle Aufregung.
Autor: Rudolf Grüner, 09.08.2022 um 12:06 Uhr

Die angekündigte Erhöhung der Fernwärmepreise ist jetzt fix. Finanzstadtrat Peter Hanke bestätigte gestern Abend das bereits seit Wochen in Diskussion stehende satte Plus von 92 Prozent. Wiener müssen schon ab September für warmes Wasser und Heizung sehr viel tiefer in die Tasche greifen.

Preisschub für 260.000 Haushalte

Eine Kommission – vertreten waren u. a. Arbeiter- und Wirtschaftskammer wie auch die Landwirtschaftskammer – hatte seit Juni die avisierte Erhöhung geprüft und „den Preisbescheid für in Ordnung befunden“, wie es aus dem Rathaus heißt. Von der Fast-Verdoppelung der Preise sind damit ca. 260.000 Haushalte betroffen. Weitere 130.000 bleiben vom Preisbescheid ausgespart und damit in einem niedrigeren Tarif.  

Stadt schnürt Unterstützungspakete

Man wisse, wie schwer die Situation für Wiens Haushalte sei, so Hanke. Aber der Schritt sei notwendig geworden, um die hohe Qualität der Versorgung sicherzustellen. Gleichzeitig erinnerte der Stadtrat an die finanziellen Unterstützungspakete in der Höhe von 250 Millionen Euro, die man in einem Vier-Säulen-Programm ausschütten werden. Nachsatz: Sollten die Maßnahmen nicht ausreichen, werde man weiter nachbessern.

FPÖ Wien attestiert „soziale Kälte“

Heftige Kritik an der Energiepreispolitik Stadtregierung kommt vonseiten der Opposition. Das schamlose Abkassieren treibe immer mehr Wienerinnen und Wiener in die Armut“, so FPÖ Wien-Chef Dominik Nepp. „Der Bürgermeister ist persönlich dafür verantwortlich, wenn sich immer mehr Menschen keine Lebensmittel und im Winter das Heizen nicht mehr leisten können. Es ist erschreckend, welche soziale Kälte im SPÖ regierten Wien herrscht.“

Grüne: „Erster Platz bei Preiserhöhung“

Kein Verständnis zeigen auch die Wiener Grünen. „Erst vor wenigen Tagen hat die Wien Energie – im 100 Prozent Eigentum der Stadt Wien - die Preiserhöhung für Strom und Gas vorgezogen - das Burgenland hingegen nicht“, gibt Parteivorsitzender Peter Kraus zu bedenken. Wien wolle offensichtlich den ersten Platz für die meisten Preiserhöhungen im Energiebereich erringen. Und weiter: „Auf Bundesebene hören wir von der SPÖ fast täglich eine neue Forderung betreffend der Energiepreise. In Wien, wo man selbst eingreifen und einen Unterschied machen könnte, tut die SPÖ einfach nichts – im Gegenteil, sie lässt die Preise weiter steigen”, so Kraus. Hinzu komme noch, dass Wien Energie 2020 einen Rekordgewinn verzeichnete - dieser müsse jetzt an die Kundinnen und Kunden weitergegeben werden, statt mit immer weiteren Preiserhöhungen zu kommen.