Vier junge Tiroler berichten von ihrem Karriereweg

Viktoria Poor. 

Nach der Matura an der HAK in Hall in Tirol hat sich die heutige Interior Designerin für eine dreijährige Lehre zur Tapeziererin & Dekorateurin entschieden: „Ich wollte mit meinen Händen etwas Sichtbares herstellen und meiner Kreativität eine Richtung geben“, erklärt Viktoria. An ihrem Beruf liebt sie besonders, Räume individuell in Szene zu setzen und dabei aus dem Vollen zu schöpfen. Nach der Lehrzeit, der Ausbildung in Kuchl und zwei Jahren als Assistentin der Geschäftsführerin bei home INTERIOR in Mils betreut sie heute als Interior Designerin selbständig Kunden im Außendienst: „Ich bin davon überzeugt, dass vor allem die Freude an meinem Beruf, meine Motivation und mein Fleiß ausschlaggebend sind für meinen beruflichen Erfolg“, verrät sie ihr Erfolgsgeheimnis. Ihre Lehrausbildung nennt sie „die beste Basis um herauszufinden, was ich in Zukunft machen wollte“. Und auch die Lehrlingswettbewerbe waren entscheidend für die zweifache Tiroler Landessiegerin des Jahres 2014: „Ich habe gesehen, wo ich im Vergleich zu meinen Mitschülern stehe – das hat mich motiviert und mir gezeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin.“ Noch heute empfindet sie täglich Freude an ihrem Beruf, was aus ihrer Sicht auch die Grundlage für einen erfolgreichen Berufsweg ist: „Daher möchte ich junge Leute für meinen Beruf begeistern. Eine Lehre kann von unschätzbarem Wert für eine interessante Karriere sein.“

Lukas Herzog

Lukas Herzog. 

Die Leidenschaft für Sport nahm und nimmt einen großen Stellenwert bei Lukas‘ Entscheidungen für seinen beruflichen Weg ein: „Eigentlich wollte ich Profifußballer werden, das ließ sich aber leider nicht realisieren. Also habe ich eine Ausbildung gewählt, die mit Sport zu tun hat: Einzelhandelskaufmann im Sportartikelhandel“, erklärt der gebürtige Salzburger, der in St. Johann in Tirol seine Lehre bei Hervis erfolgreich absolvierte. Ob Lehre oder akademische Ausbildung, seine Tipps an junge Menschen, die ihren beruflichen Weg suchen, sind: „Sich für etwas zu interessieren, seine Fähigkeiten und Fertigkeiten realistisch einzuschätzen und diese beiden Aspekte im passenden Berufsbild miteinander verbinden“. Große Erfolge konnte er 2016 bei Lehrlingswettbewerben erzielen: Landessieger in Tirol sowie Gold bei den Euro Skills und Sales Champion International. Aktuell ist Lukas in Ausbildung zum Masseur und Personal Trainer: „Ich habe gemerkt, dass mir die aktive Beschäftigung mit Sport zunehmend fehlt, weshalb ich nun diesen Weg einschlage. Auch möchte ich mich weiterentwickeln – es gibt ja noch so viel zu lernen und erfahren.“ Über die Lehre weiß er viel Positives zu berichten: „Als Pluspunkt der Lehre sehe ich die frühe Verdienstmöglichkeit und dass man früh in die reale Berufswelt eintritt. Wichtig ist es, dass man Jugendliche in der Lehre für den Job begeistert.“

Christina Hofer

Christina Hofer. 

„Ich liebe den Moment, wenn meine Kunden den Salon mit einem Lächeln verlassen“ – so beschreibt Christina Hofer, seit Mai 2020 selbständige Hairstylistin im Salon Looksus in Innsbruck, ihren beruflichen Ansporn. „Ich hatte mit Martha Leis eine tolle Ausbilderin. Sie hat mir nicht nur das Handwerk beigebracht, sondern ich habe auch sehr viel persönlich von ihr lernen können und an Seminaren teilnehmen und Wettbewerbsluft schnuppern können“, bedankt sich Christina. Ihren ersten TyrolSkills-Wettbewerb 2014 übrigens schloss sie als Landessiegerin ab. Nach der Lehrabschlussprüfung zog es sie ins Ausland: „Zwei Jahre habe ich in Berlin bei einem Starfriseur gearbeitet, bei dem ich sehr viel an Erfahrung mitnehmen konnte. Unter anderem war ich bei der Berlinale und Fashion Week als Stylistin tätig.“ Nach ihrer Rückkehr nach Innsbruck und in den Salon Looksus standen 2018 gleich zwei weitere Bewerbe an: Sie wurde Österreichische Staatsmeisterin und sicherte sich bei den EuroSkills in Budapest die Medallion of Excellence für Österreich. „Ich wollte jeden Wettbewerb gewinnen. Auf dem Podium zu stehen ist immer ein schönes Gefühl“, freut sie sich. Lehrlingen, die erst am Anfang ihrer Reise stehen, rät Christina: „Das wichtigste ist, den Hunger und die Motivation, neue Skills lernen zu wollen, nie zu verlieren.“ Über ihre Lehrzeit erzählt sie: „Die Lehrzeit war spannend, herausfordernd und abwechslungsreich. Ich entdeckte dabei meine Leidenschaft zu diesem Beruf – was gibt es Schöneres, als das was man liebt zum Beruf zu machen?“

Armin Taxer

Armin Taxer. 

Im Jahr 2015 schloss Armin die Lehre und Matura zum Installations- und Gebäudetechniker erfolgreich ab, es folgten Befähigungsnachweis, Meisterbrief, Unternehmer und Technischer Zeichner 2019. Geht es um seine Lehrzeit, wählt er den Spruch „Erfolg ist freiwillig“: „Die Lehre war sehr abwechslungsreich, manchmal auch hart. Gewachsen an diesen Herausforderungen, hat mich die Lehre aber weit im Leben vorangebracht.“ Da er Herausforderungen liebt, waren Lehrlingswettbewerbe für ihn mitunter ein Grund, eine Lehre zu beginnen: „Mein schönstes Erlebnis war dabei stets die Erkenntnis, jedes Ziel erreichen zu können, wenn ich nur will.“ Und so kann er auch einiges vorweisen: TyrolSkills Landessieger 2013, Zweifacher Landessieger 2014, Bundessieger und Staatsmeister SkillsAustria 2016, Weltmeister bei den WorldSkills 2017, Individual Member of the World Plumbing Council seit 2017. An der Lehre würde er nichts ändern: „Ich schätze das Österreichische Bildungssystem und meinen Ausbildungsbetrieb Luzian Bouvier Haustechnik & Fliesen GmbH sehr. Dankbar bin ich für diese tolle Zeit. Die Lehre lege ich jedem ans Herz.“ Seine nächsten Schritte: Ausbilder an der Tiroler Fachberufsschule und die Tätigkeit als bildender Künstler – langweilig wird ihm kaum werden. Jugendlichen, die am Anfang ihrer Ausbildung oder Karriere stehen, empfiehlt er: „Im Grunde sind wir doch alle selbst Herr oder Frau über uns selbst: Wenn ich also etwas erreichen will, dann kann ich das auch schaffen – das trifft wohl auf alle Lehrlinge und Schüler zu.“

Autor: Manuela Fritz, 17.11.2020