Brücke weggerissen: Muren treffen Tiroler Urlaubsort
- Muren und Überflutungen treffen Sölden
- Brücke zum Klärwerk zerstört
- Hunderte Menschen in Sicherheit gebracht
Heftige Gewitter haben am Mittwochabend im hinteren Ötztal schwere Schäden verursacht. Besonders betroffen war die Gemeinde Sölden, wo Muren abgingen, Keller und Tiefgaragen überflutet wurden und zahlreiche Einsatzkräfte die ganze Nacht im Einsatz standen. Auch am Donnerstag dauerten die Aufräumarbeiten an.
Im Mittelpunkt der Arbeiten stand am Morgen das Klärwerk. Eine Mure zerstörte die Brücke zur Anlage, wodurch diese vorerst nicht mehr erreichbar war. Verletzt wurde bei den Unwettern jedoch niemand.
Muren und Überflutungen treffen Sölden
Das Unwetter zog am Mittwochabend über das hintere Ötztal und löste innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Einsätze aus. Gegen 22.15 Uhr wurde ein behördlicher Alarm ausgelöst, nachdem es im Gemeindegebiet von Sölden zu Murenabgängen und Überflutungen gekommen war.
Besonders betroffen war zunächst der Bereich rund um Vent. Dort verschüttete eine Mure eine Straße bei den Rofenhöfen. Rund 30 Menschen mussten vorsorglich in Sicherheit gebracht und in einem Hotel untergebracht werden. Zudem wurde ein Parkplatz teilweise unterspült, mehrere Fahrzeuge wurden beschädigt. Die Straße nach Vent blieb über Nacht gesperrt.
Im Ortszentrum von Sölden liefen Tiefgaragen und Keller voll Wasser. Mehrere Gebäude wurden überflutet, zahlreiche Straßen waren von Schlamm bedeckt. Die Feuerwehr war bis in die Morgenstunden mit Abpump- und Aufräumarbeiten beschäftigt.
Brücke zum Klärwerk zerstört
Besondere Aufmerksamkeit galt am Donnerstag dem Klärwerk in Sölden. Eine Mure riss die Brücke zur Anlage weg, wodurch diese vorerst nicht mehr erreichbar war. Wie groß die Schäden im Inneren tatsächlich sind, konnte zunächst nicht beurteilt werden.
Bürgermeister Ernst Schöpf zeigte sich dennoch erleichtert, dass die Unwetter keine Verletzten forderten. Dank der umfangreichen Bautätigkeit in der Gemeinde stünden ausreichend Maschinen und Geräte für die Aufräumarbeiten zur Verfügung.
Vier bis fünf Keller standen nach den heftigen Regenfällen unter Wasser. Im Ortsteil Vent entspannte sich die Lage inzwischen deutlich. Der zuvor stark angeschwollene Rofenbach führte am Donnerstag wieder wesentlich weniger Wasser.
Hunderte Menschen in Sicherheit gebracht
Während der kritischsten Phase wurden laut Leitstelle Tirol zwischen 200 und 300 Personen im Raum Sölden vorsorglich in Sicherheit gebracht. Feuerwehr, Rettung und Bergrettung standen im Großeinsatz. Zeitweise wurde in der Freizeitarena eine Notunterkunft eingerichtet.
Zusätzlich lösten die Muren eine Flutwelle in der Ötztaler Ache aus. Feuerwehren entlang des Flusses überwachten deshalb Brücken und gefährdete Bereiche, um im Ernstfall rasch eingreifen zu können.
Gegen 23.15 Uhr konnte die behördliche Warnung wieder aufgehoben werden. Die evakuierten Bewohner durften in ihre Häuser zurückkehren. Die Aufräumarbeiten und Schadensbewertungen werden jedoch auch in den kommenden Tagen weitergehen.