Laura Stigger: Am Weg zur MTB-WM

weekend: Wie ist die Idee zur Laura Stigger Bike Challenge entstanden?

Laura Stigger: Das war eine Idee meines Sponsors Gem- Nova, dessen Geschäftsführer Alois Rathgeb selbst auch sehr radbegeistert ist. Im Vorjahr habe ich eine Zeit auf das Lucknerhaus in Kals vorgelegt, heuer ging es auf die Lanser Alm. Meine Zeit liegt bei 38:31 (6,2 km, 789 HM, Anm. d . Red.)

 

weekend: Hast die Challenge eher locker genommen oderschon Gas gegeben?

Laura Stigger: Nein, nein, ich habe schon das zu diesem Zeitpunkt Mögliche aus mir rausgeholt. Locker fahren ist nicht so mein Ding. Ganz so einfach ist die Sache ja für mich auch nicht, da ich Cross-Country- und keine Bergfahrerin bin.

 

weekend: Corona hat ja auch Deinen Terminkalender massiv durcheinander gebracht: Olympia abgesagt, WM auf Herbst verschoben. Wie motiviert man sich in solchen Zeiten?

Laura Stigger: Mit der Motivation habe ich ehrlich gesagt nie Probleme. Es war halt zwischendurch etwas schwierig, da ich während der Lockdown- Phase überhaupt nicht im Freien trainieren durfte. Ich musste dementsprechend alternative Methoden wählen. Insgesamt bin ich aber trotz aller Widrigkeiten ganz gut über die Runden gekommen.

 

weekend: Du nimmst dennoch aktuell an Wettkämpfen teil. Was ist heuer anders?

Laura Stigger: So viele waren es bisher nicht, genau genommen bis zum aktuellen Zeitpunkt genau zwei. Jetzt, nachdem das Sportprogramm langsam wieder hochgefahren wird, zeigt sich jedenfalls, dass auch bei vermeintlich kleineren Rennen absolute Top- Sportler am Start stehen. Der Weltcup geht ja dann erst im September los.

 

weekend: Dein Ziel für die WM?

Laura Stigger: Getreu meinem Motto – Olm volle! Ich werde alles raushauen, was in mir steckt. Dann wird man sehen, was am Ende dabei rauskommt. Ich selbst möchte nach dem Rennen einfach sagen können, dass ich alles gegeben habe.

 

weekend: Wie schaut Dein Training heuer aus? Was hat sich geändert?

Laura Stigger: Wie vorher schon erwähnt, gab’s eine Zeit während des Corona-Lockdowns, in der wir nicht in freier Natur trainieren durften. Da gab’s auch für uns Sportler keine Ausnahmen. Sobald es wieder möglich war, bin ich aber sofort raus und hab auf dem Rennrad zunächst einmal Grundlagen und Ausdauer trainiert. Und zuletzt gab es ein Höhentrainingslager im Ötztal. Ich trainiere nach einem ausgeklügelten Plan, der von meinem Coach Rupert Scheiber immer den jeweiligen Erfordernissen angepasst wird.

 

weekend: Viele Tiroler bleiben heuer im Sommer zu Hause. Hast Du Tipps für besonders coole Routen, die nicht so bekannt sind?

Laura Stigger: Leichtere Routen kommen in meinem Programm praktisch nicht vor. Das Ötztal als Paradies für Mountainbiker kann ich aber jedem ans Herz legen. Dort findet sich für alle Vorlieben etwas, auch ruhigere Routen.

 

weekend: Was sind Deine liebsten Trainingsrouten?

Laura Stigger: So etwas gibt’s bei mir eigentlich nicht. Denn um auf die sportlichen Aufgaben richtig vorbereitet zu sein, ist es ganz einfach wichtig, möglichst verschiedene Strecken mit den unterschiedlichsten Herausforderungen im Renntempo zu befahren. Aber natürlich trainiere ich vorwiegend im Ötztal.

 

weekend: Wie bringst Du Abwechslung ins Training?

Laura Stigger: Abwechslung bringen alleine schon die unterschiedlichen Zielsetzungen, die ich mit dem jeweiligen Training verfolge. Das Faszinierende ist, dass ich in freier Natur in einer herrlichen Umgebung meiner liebsten Beschäftigung nachgehen kann.

weekend: Wie sind Deine Zukunftspläne?

Laura Stigger: Ich bin jetzt zunächst mal froh, dass ich heuer meine Matura am Sport-BORG in Innsbruck geschafft habe. Jetzt stehen einmal die verbliebenen sportlichen Aufgaben für das heurige Jahr an. Dann werde ich mich mit meinem Team intensiv beraten, wie die Zukunft aussehen soll.

Autor: Alexandra Nagiller , 29.07.2020