Landtagswahlen Tirol 2022 - LISTE FRITZ

Insgesamt sieben Parteien treten tirolweit an. Wie sehen diese die Themen, die uns bewegen? Wir haben nachgefragt. Und auch den Spitzenkandidaten ein paar Fragen gestellt. Eine Orientierungshilfe - heute mit den Antworten der LISTE FRITZ.
Autor: Alexandra Nagiller, 12.09.2022 um 16:23 Uhr

Die Kandidatin persönlich

Warum der Weg in die Politik?
Es ist mir persönlich einfach zu wenig weitergegangen im Land. Die ÖVP war seit vielen Jahrzehnten an der Macht und hat nur mehr auf die eigenen Interessen geschaut. Fritz Dinkhauser hat mich 2008 gefragt, ob ich mit ihm etwas verändern will in der Tiroler Politik und das ist auch bis heute mein Antrieb. Tirol braucht einen frischen politischen Anstrich jetzt noch dringender als jemals zuvor.

Wo/Wie tanken Sie Kraft?
Kraft tanke ich, wenn ich andere Länder bereisen kann und ein gutes Buch in die Hand bekomme. Aber auch bei uns in Tirol gibt es Kraftorte, wenn ich gelegentlich eine kleine Skitour machen oder Zeit mit meiner Familie verbringen kann, dann hole ich mir die Energie für neue Ideen und neue Initiativen im Tiroler Landtag.

Worauf freuen Sie sich am meisten nach der Wahl?
Wenn ich nach der Wahl wieder einmal in Ruhe für meine Familie oder für Freunde kochen und einen gemeinsamen Abend ohne Terminstress genießen kann. Aber natürlich freue ich mich auch darauf, wenn wir nach der Wahl wieder fokussiert an den Problemen der Menschen in unserem Land arbeiten können, denn der Hut brennt lichterloh und diese vorgezogenen Neuwahlen haben leider auch politischen Stillstand in Zeiten wichtiger Herausforderungen gebracht.

Ihre größte Stärke/Schwäche?
Meine größte Stärke ist meine Hartnäckigkeit. Wenn ich mich für ein Thema einsetze, mache ich das bis eine zufriedenstellende Lösung gefunden ist. In der Pflege kämpfe ich jetzt seit vielen Jahren für Verbesserungen und ich werde weiterkämpfen. Meine größte Schwäche ist sicherlich meine Ungeduld. Mir geht vieles nicht schnell genug, was mir im politischen Alltag auch schon mal ein paar Nerven kosten kann.

Persönliches Anliegen

Mein ganz persönliches Anliegen ist seit Jahren eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für Pflegepersonen in Tirol. Bis 2030 brauchen wir 7.000 zusätzliche Pflegekräfte in Tirol, weil die Menschen immer älter werden. Wir müssen die vorhandene Pflegepersonen ordentlich bezahlen und den Beruf damit auch wieder attraktiver machen, damit wir junge Menschen, aber auch Umsteiger dafür begeistern können.

Teuerung und Energiepreise

Wir als Liste Fritz wollen Bezieherkreis für Heizkostenzuschuss, Mietzinsbeihilfe, Schulstarthilfe und andere Sozialleistungen erweitern. Dafür müssen die geltenden Einkommensgrenzen angehoben werden. Eine persönliche Budgetberatung soll vor Schulden bewahren und eine Energieberatung beim Sparen helfen. Wir müssen auf arme und armutsgefährdete Menschen schauen und auf unseren Mittelstand aufpassen.

Bildung

Das Angebot an Ganztagsschulen in Tirol muss erweitert werden. Damit entlasten wir die Kinder von den organisatorischen Zusatzbelastungen bei Hausaufgaben und Lernzeiten und die Eltern von einem Teil ihrer Betreuungspflicht. Politische Bildung als Pflichtfach ab der 7. Schulstufe soll das politische Interesse fördern, kostenlose Nachhilfe für finanziell schwache Familien die Bildungschancen erhöhen.

Transit und Verkehr

Ein LKW reiht sich an den nächsten. Staus, Lärm und schlechte Luft belasten die Menschen in Tirol. Abfahrverbote an neuralgischen Verkehrspunkten entlang der A12 und A13, Dosiersysteme, eine Attraktivierung der ROLA und ein massiver Ausbau von Lärmschutz und Öffi-Angeboten soll dazu beitragen, dass die Tirolerinnen und Tiroler wieder aufatmen können. 20 Jahre Luftsanierungsgebiet Tirol sind genug!

Klimaschutz

Die Gletscher schmelzen uns davon. Tirol braucht dringend einen Reformschub in Sachen Klimaschutz. Das enorme Solarpotenzial ist seit Jahren bekannt. Installieren wir auf jedem Dach eines öffentlichen Gebäudes eine Photovoltaik-Anlage. Wir als Liste Fritz stehen zum absoluten Gletscherschutz in Tirol, ohne Wenn und Aber. Wir möchten das Karwendel zum Nationalpark erheben, für noch mehr Naturschutz.

Wohnen

Illegale Freizeitwohnsitze verknappen den Wohnungsmarkt in Tirol und machen das Wohnen für die Einheimischen sündteuer. Seit Jahren bauen wir hauptsächlich für Investoren und Spekulanten. Eine genaue Bedarfserhebung und Bedarfsplanung sollen dem entgegenwirken. Wir möchten Freizeitwohnsitze absolut verbieten, sanft Nachverdichten indem wir z.B. Supermärkte und Parkplätze überbauen und bereits gewidmetes Bauland endlich mobilisieren.

Familie

Unser Ziel ist es, Tirol zum familienfreundlichsten Bundesland Österreichs zu machen. Jedem Kind seinen Kinderbetreuungsplatz: Dazu muss ein Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz gesetzlich fixiert werden. Ganztägige und ganzjährige Kinderbetreuung flächendeckend sicherzustellen, wird nur gelingen, wenn wir die Gemeinden bei der Umsetzung finanziell stärker fördern.