Einblicke in das Tiroler Töpferhandwerk

„Jeder kann Töpfern lernen. Neben dem Ergebnis ist das Tun eine wesentliche Erfahrung“, ist Hansjörg Kathrein überzeugt. Das Töpferstudio Kathrein ist mit seinen Kursen, dem Brennservice sowie dem umfangreichen Töpferbedarf bereits eine feste Institution in Innsbruck. Produziert werden hauptsächlich Alltags- und Gebrauchsgegenstände. Neben Ausprobieren und Neugierigsein entstand die Inspiration für seine Wollnester oder Brotdosen durch den Austausch mit seinen Kunden. „Der Trend einer globalisierten Welt geht einher mit dem Wunsch nach Regionalem. In einer Welt, in der wir alle gleich sind, wollen die Menschen trotzdem etwas Besonderes, Eigenes haben“, so Kathrein über die aktuellen Keramik-Trends.

Madelaine Willeit von der Naturwerk Kreativmanufaktur in St. Johann in Tirol, hat das Töpfern während ihrer ersten Schwangerschaft für sich entdeckt. Mittlerweile hat sie ihre Faszination für das Material Ton zum Beruf gemacht. Mit der Natur als ihre „liebste Inspirationsquelle“ wird das Handwerk zu etwas Meditativem, bei dem „weniger mehr ist und nichts perfekt sein muss“, was die junge Mutter auch ihren Kursteilnehmern mit auf den Weg geben möchte. „Einen Batzen Ton zu spüren und etwas daraus zu formen, um später seine eigene Kaffeetasse oder Müslischale in Händen zu halten, ist ein sehr erhabenes und beglückendes Gefühl“, so Willeit über ihre Leidenschaft.

Die frühere Grafikerin, Elisabeth Pletzer, fand Farben und Formen schon immer interessant – da „hat sich das Töpferhandwerk geradezu angeboten“, erzählt die mittlerweile selbstständige Keramik-Künstlerin. In ihrem Atelier Kunsthandwerk Pletzer in Zirl entstehen Besonderheiten aus Ton und Porzellan. Aktuell wird an einer weißen Porzellanserie mit goldenen Punkten gearbeitet. „Ich möchte schöne Dinge herstellen, an denen ich und natürlich auch meine Kunden Freude haben“, berichtet Pletzer über das, was sie mit diesem Kunsthandwerk ausdrücken möchte. Die Inspirationen für Neues kommen dabei aus der Natur oder von „Dingen aus ganz anderen Materialien, die einen auf neue Ideen bringen“, so Pletzer.

Autor: Sabrina Terschan, 06.10.2020