Ausgezeichnetes Maturaprojekt

Der Ausgangspunkt für das Projekt war ein sehr reales Bauvorhaben: Kofi Attah kennt die gute Gesundheitsversorgung in Österreich und wollte in seiner Heimatstadt Sekondi-Takoradi, der drittgrößten Stadt Ghanas, ein gut ausgestattetes Krankenhaus bauen. Nun steht der Bau dank großzügiger Unterstützung von Tiroler Spitälern und Firmen kurz vor der Fertigstellung. Die beiden HTL-Imst Schülerinnen Hanna Draxl und Lisa Kogler der Abteilung Bautechnik widmeten sich einem möglichen weiteren Schritt und entwarfen eine ökologisch wertvolle, nachhaltige und klimafreundliche Bettenstation.

Die Idee. In ihrem Projekt verbinden sie jahrhundertealte Bautraditionen mit modernsten Technologien aus dem Bereich der Industrie 4.0 – dem Einsatz von Robotern. Gebaut wird mit Lehmziegeln, die direkt vor Ort gefertigt und dann von einem Roboter dem ghanaischen Kente-Muster entsprechend angeordnet werden. Ökologie war ein wichtiges Entwurfskriterium für die beiden: sowohl die Dreiecksform des Gebäudes, als auch die Bepflanzung sowie der Windturm und die winddurchlässige Ziegelfassade sorgen für ein ge kühltes Gebäude – ganz ohne stromfressende Klimaanlagen. So entsteht eine ökologisch wertvolle, klimafreundliche und nachhaltige Bettenstation, die mit den vielen Bezügen zu lokalen Traditionen fest in der afrikanischen Gemeinschaft verankert ist.

 

 

Symbiose. Das Fazit der Mädchen: „Klimagerechtes Bauen bedeutet, dass ein Maximum an planerischen Leistungen zu einer Lösung mit minimalem Energiebedarf und guter Wohnqualität führt. Lokale Bautraditionen zeigen dafür oft ,Low Tech Wege‘ auf, die eine hohe Lebensqualität aufweisen können. Ich hoffe, das konnten wir beweisen.“

Ausgezeichnet. Ihr Engagement und die hohe Qualität ihrer Arbeit wurde in den letzten Wochen bei diversen Wettbewerben belohnt. Beim Maturaprojektwettbewerb der FH Kärnten holten Hanna und Lisa den 1. Preis in der Kategorie Bauingenieurwesen & Architektur und wurden zusätzlich mit dem Sonderpreis für Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Auch den „Be the Best 2020“ der Tiroler Diplom- und Abschlussarbeiten konnten die beiden genauso für sich gewinnen wie die Projektförderung Culture Connected, einer Initiative des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung. Beim jährlichen Eternit Wettbewerb für HTL-Schüler aus ganz Österreich wurden sie mit dem ersten Preis bedacht. Ebenso konnten Hanna und Lisa bei einer Projektpräsentation vor Martin Rauch, dem europäischen Pionier im Lehmbau, reüssieren. Hanna und Lisa freut der Preissegen sehr: „Wir möchten auch zeigen, dass Frauen und Technik besser funktionieren als je zuvor. Wir hoffen damit Mädchen zu inspirieren, sich mehr in den technischen Bereich einzubringen. Denn unser Tellerrand ist noch lange nicht unser Horizont.“

Autor: Alexandra Nagiller , 29.07.2020