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Frau bei der Analyse von Balken- und Kreisdiagrammen | Credit: AnemStyle/Shutterstock
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Robuster Arbeitsmarkt in Tirol

02.11.2026 um 10:17, Online Promotion
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Die Arbeitslosigkeit steigt in Tirol um 1,6 Prozent. Gleichzeitig wächst die Beschäftigung wächst. Die Arbeitslosenquote bleibt bei 5,5 %.

Mit Stichtag 31.10.2026 waren in Tirol 20.541 Personen arbeitslos. Im Vergleich zum Vorjahr sind das laut dem AMS Tirol um +324 Menschen mehr (+1,6 %).

Über zwei Drittel der arbeitslos vorgemerkten Personen (71,9 %) sind seit weniger als drei Monaten arbeitslos vorgemerkt. 36,0 % haben aktuell eine Einstellzusage von einem Betrieb und 35,1 % waren zuletzt in der Beherbergung und Gastronomie beschäftigt. Österreichweit liegt der Anstieg der Arbeitslosigkeit bei +1,3 % und aktuell gibt es in Österreich 314.499 Arbeitslose.

Bei 20.541 Arbeitslosen und geschätzten 350.000 unselbständig Beschäftigten betrug die Arbeitslosenquote im Oktober 2026 in Tirol 5,5 %. Die (geschätzte) Arbeitslosenquote lag damit auf dem Niveau des Vorjahres und liegt deutlich unter dem Österreichschnitt von 7,3 %.

Der Tiroler Arbeitsmarkt zeigt derzeit ein differenziertes Bild. Während die Beschäftigung weiterhin leicht wächst und die Arbeitslosenquote stabil bleibt, steigt die Zahl der arbeitsuchenden Personen. Die aktuellen Zahlen verdeutlichen, dass nicht alle Menschen gleichermaßen von dieser Entwicklung profitieren. Qualifizierung und rasche Vermittlung bleiben daher zentral.

Johannes Schranz, stv. Landesgeschäftsführer AMS Tirol

2.795 Personen nehmen aktuell an Schulungsmaßnahmen des AMS Tirol teil. Das sind im Vorjahresvergleich um +210 Personen oder +8,1 % mehr.

Geringer Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit 

Die Zahl der beim AMS Tirol vorgemerkten Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 25 Jahren ist gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken (-0,1 % bzw. -2). Im Vergleich, im Oktober 2025 verzeichneten wir noch einen überdurchschnittlich hohen Anstieg in dieser Altersgruppe (+10,5 % bzw. +224).

Nach dem starken Anstieg im Vorjahr ist die Jugendarbeitslosigkeit im Oktober nahezu unverändert geblieben. Das ist ein vorsichtig positives Signal, aber noch keine Trendwende. Gerade für junge Menschen ist eine individuelle Unterstützung durch Berufsorientierung und Ausbildung wesentlich, um einen gelungenen Berufseinstieg zu ermöglichen.

Johannes Schranz, stv. Landesgeschäftsführer AMS Tirol

Arbeitslosigkeit gestiegen
↑ +324 | +1,6 % auf 20.541 Personen

Beschäftigung gestiegen
↑ +1.000 | +0,4 % auf 350.000 unselbständig Beschäftigte

Arbeitslosenquote konstant
→ +0,0 %-Punkte auf 5,5 %

Der Tiroler Arbeitsmarkt im Oktober 2026

Frauen in der Zwischensaison stärker von Arbeitslosigkeit betroffen 

Die Arbeitslosigkeit ist bei den Männern im Vergleich zum Vorjahr um +0,5 % auf 9.699 und bei den Frauen um +2,7 % auf 10.842 gestiegen. Die Arbeitslosenquote der Frauen ist mit 6,1 % deutlich höher als jene der Männer (5,0 %). Bei den Frauen (+0,1 %-Punkte) liegt die Arbeitslosenquote über dem Vorjahresniveau, bei den Männern blieb sie konstant.

Anstieg der Arbeitslosigkeit in 5 Bezirken 

Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit ist in den Bezirken Schwaz (+4,4 %), Landeck (+3,4 %), Innsbruck Stadt/Land (+3,3 %), Reutte (2,3 %) und Kitzbühel (+0,9 %) zu beobachten. Allein im Arbeitsmarktbezirk Innsbruck Stadt/Land sind +257 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als im Vorjahr (Tirol gesamt: +324).

In den übrigen Bezirken sind aktuell weniger Menschen arbeitslos vorgemerkt als vor einem Jahr. Lienz hat mit -9,9 % den größten Rückgang zu verzeichnen.

Starker Anstieg im Handel, Rückgang in der Warenherstellung und im Tourismus 

Das größte Plus der Arbeitslosigkeit war im Handel zu beobachten (+180 bzw. +6,7 %), im Gesundheits- und Sozialwesen (+85 bzw. +6,6 %), im Bereich der sonstigen Dienstleistungen (+56 bzw. +16,1 %) im Baubereich (+45 bzw. +5,5 %) und in der öffentlichen Verwaltung (+45 bzw. +9,2 %). In der Warenherstellung (-97 bzw. -6,4 %) und in der Beherbergung und Gastronomie (-68 bzw. -0,9 %) liegt die Arbeitslosigkeit unter dem Vorjahresniveau.

Personalnachfrage steigt 

Ende Oktober waren beim AMS Tirol 7.014 sofort verfügbare offene Stellen gemeldet, was einem Anstieg von +4,9 % oder +325 Stellen im Vorjahresvergleich entspricht.

Gestiegen ist der Bestand an offenen Stellen bei den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (+260 bzw. +21,9 %), davon entfallen +167 bzw. +18,3 % in den Bereich der Arbeitskräfteüberlassung, in der Warenherstellung (+92 bzw. +10,5 %), bei den wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+68 bzw. +35,2 %), im Bereich Verkehr und Lagerei (+65 bzw. +15,4%) und in der Baubranche (+30 bzw. +4,7 %).

Ein Stellenrückgang ist hingegen im Gesundheits- und Sozialwesen (-80 bzw. -19,1 %), in der Beherbergung und Gastronomie (-50 bzw. -5,4 %), im Bereich der sonstigen Dienstleistungen (-33 bzw. -16,3 %) und im Handel (-29 bzw. -2,0%) zu verzeichnen.

Weiterhin große Lücke am Tiroler Lehrstellenmarkt 

Der Bestand an sofort verfügbaren offenen Lehrstellen ist im Vergleich zum Vorjahr um -6,0 % auf insgesamt 1.047 gesunken. Die Zahl der sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden ist demgegenüber um +2,3 % auf 534 gestiegen.

Trotz dieses Anstiegs übersteigt die Zahl der offenen Lehrstellen mit 1.047 deutlich die der Suchenden. Diese Diskrepanz unterstreicht den fortbestehenden Bedarf an jungen Fachkräften, quer durch verschiedene Branchen.

Beschäftigtendaten September 2026 (Vormonat) 

Ende September 2026 waren in Tirol 360.385 unselbständige Beschäftigungsverhältnisse registriert. Das sind um +1.221 bzw. +0,3 % mehr als im Vorjahr. Im Bundesländervergleich hatte Tirol das zweitstärkste Beschäftigungswachstum hinter Wien (+0,6 %). Österreichweit ist die Beschäftigung nur marginal um +0,1 % gewachsen.

Im Gesundheits- und Sozialwesen (+631 bzw. +1,5 %), im Handel (+574 bzw. +1,2 %) in der Beherbergung und Gastronomie (+458 bzw. +1,2 %) ist die unselbständige Beschäftigung im Vorjahresvergleich in absoluten Zahlen besonders spürbar gestiegen. In der Warenherstellung (-509 bzw. -0,9 %) in der öffentlichen Verwaltung (-174 bzw. -0,4 %) und im Bereich Verkehr und Lagerei (-155 bzw. -0,7 %) ging die Anzahl der Jobs hingegen deutlich zurück. Bei den Frauen (+821 bzw. +0,5 %) ist die unselbständige Beschäftigung stärker gestiegen als bei den Männern (+400 bzw. +0,2 %).

Kontakt 

Weitere Informationen unter: www.ams.at/arbeitsmarktdaten

 

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