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Verschwommenes Bild zeigt Menschen im öffentlichen Raum | Credit: iStock.com/Fahroni
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Tiroler Arbeitsmarkt bleibt stabil

02.03.2026 um 13:55, Online Promotion
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Die Arbeitslosigkeit ist im Februar nur leicht gestiegen. Eine große Herausforderung bleibt unverändert die Langzeitbeschäftigungslosigkeit.

Mit Stichtag 28.02.2026 waren in Tirol laut dem AMS Tirol 17.414 Personen arbeitslos vorgemerkt. Im Vergleich zum Vorjahr sind das um +302 Menschen mehr (+1,8 %). Zwei von drei arbeitslos vorgemerkten Personen (64,0 %) sind seit weniger als 3 Monaten arbeitslos vorgemerkt. Drei von zehn haben aktuell eine Einstellzusage (29,5 %) von einem Betrieb und fast ebenso viele waren zuletzt in der Baubranche beschäftigt (24,5 %). Österreichweit liegt der Anstieg der Arbeitslosigkeit bei +2,9 % und aktuell gibt es in Österreich 357.518 Arbeitslose.

Die Arbeitslosigkeit ist leicht gestiegen, insgesamt bleibt der Tiroler Arbeitsmarkt stabil. Die geänderten geopolitischen Rahmenbedingungen bringen wiederum Verunsicherung mit sich.

Sabine Platzer-Werlberger, Landesgeschäftsführerin AMS Tirol

Bei 17.414 Arbeitslosen und geschätzten 374.000 unselbständig Beschäftigten betrug die Arbeitslosenquote im Februar 2026 in Tirol 4,4 %. Im Bundesländervergleich ist das der niedrigste Wert. Die Arbeitslosenquote lag somit genau auf dem Niveau des Vorjahres.

Deutlich mehr offene Lehrstellen als Lehrstellensuchende 

In Tirol ist der Bestand an sofort verfügbaren offenen Lehrstellen im Vergleich zum Vorjahr um +11,1 % auf insgesamt 1.169 gestiegen. Damit unterscheidet sich der Lehrstellenmarkt in Tirol von allen anderen Bundesländern, in denen die Anzahl offener Lehrstellen rückläufig ist. Auch die Zahl der sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden ist im Vorjahresvergleich um +5,7 % auf 465 gestiegen. Trotz dieses Anstiegs übersteigt die Zahl der offenen Lehrstellen mit 1.169 deutlich die der Suchenden. Diese Diskrepanz unterstreicht den fortbestehenden Bedarf an jungen Fachkräften, quer durch verschiedene Branchen.

Tirol bleibt ein Sonderfall am österreichischen Lehrstellenmarkt: Wir haben deutlich mehr offene Lehrstellen als suchende Jugendliche. Gleichzeitig beobachten wir, dass den jungen Menschen immer mehr attraktive Wege in der Berufsausbildung offen stehen. Der vor allem demografisch bedingte Rückgang an Lehrlingen verstärkt den Engpass an Fachkräften.

Sabine Platzer-Werlberger, Landesgeschäftsführerin AMS Tirol

Ein Blick in die Tiroler Lehrlingsstatistik für das Jahr 2025 macht weitere Entwicklungen bei der dualen Berufsausbildung sichtbar. Die Zahl der Lehrlinge im 1. Lehrjahr ist in Tirol im Vorjahresvergleich um - 7,1% stärker als in den meisten anderen Bundesländern auf 2.735 gesunken. Dieser Rückgang fiel in den Sparten Gewerbe und Handwerk (-9,0 %) und in der Industrie (-15,5 %) besonders deutlich aus. Auch die Anzahl der Lehrbetriebe ist in Tirol im Vorjahr um -3,7 % gesunken. Besonders stark war dieser Rückgang im Handel (-10,9 %).

Arbeitslosigkeit gestiegen
↑ +302 | +1,8 % auf 17.414 Personen

Beschäftigung gestiegen
↑ +1.000 | +0,3 % auf 374.000 unselbständig Beschäftigte

Arbeitslosenquote stabil
↔ +0,0 %-Punkte auf 4,4 %

Der Tiroler Arbeitsmarkt im Februar 2026

Arbeitslosigkeit nur bei Frauen gestiegen

Die Zahl der arbeitslos vorgemerkten Männer ist im Vergleich zum Vorjahr um -1,1 % auf 11.360 gesunken. Bei den Frauen konnte ein Anstieg um +7,6 % auf 6.054 beobachtet werden. Die Arbeitslosenquote der Männer liegt mit 5,6 % deutlich über jener der Frauen (3,2 %). Bei den Männern (- 0,1 %-Punkte) ist die Arbeitslosenquote leicht gesunken, bei den Frauen (+0,2 %-Punkte) liegt sie über dem Vorjahresniveau.

Spürbarer Anstieg der Arbeitslosigkeit im Arbeitsmarktbezirk Innsbruck 

In den Bezirken Landeck (-17,5 %), Imst (-6,2 %), Schwaz (-4,4 %) und Kitzbühel (-1,4 %) sind aktuell weniger Menschen arbeitslos vorgemerkt als vor einem Jahr. Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit kann hingegen in den Bezirken Reutte (+11,8 %), Innsbruck Stadt/Land (+6,1 %), Lienz (+2,9 %) und Kufstein (+2,0 %) beobachtet werden. Allein im Arbeitsmarktbezirk Innsbruck sind +499 Menschen mehr arbeitslos als im Vorjahr (Tirol gesamt: +302).

Langzeitbeschäftigungslosigkeit um 18 Prozent gestiegen 

Aktuell sind in Tirol 2.315 Menschen von Langzeitbeschäftigungslosigkeit betroffen, was einem Anstieg von +18,1 % bzw. +354 Personen gegenüber dem Vorjahr entspricht. Mehr als die Hälfte der Langzeitbeschäftigungslosen (53,6 %) hat gesundheitliche Einschränkungen oder eine Behinderung, die ihre Vermittlungschancen beeinträchtigen. Fast ebenso viele sind älter als 50 Jahre (49,0 %) oder verfügen maximal über einen Pflichtschulabschluss (50,7 %).

Höherqualifizierung ist bestes Mittel gegen Arbeitslosigkeit 

Ende Februar hatten 40,3 % der vorgemerkten Arbeitslosen maximal einen Pflichtschulabschluss. Diese Personen arbeiteten hauptsächlich in Hilfsberufen und besitzen weder einen Lehrabschluss noch eine höhere Schulbildung. Die Arbeitslosenquote von Menschen mit maximal Pflichtschulabschluss betrug zuletzt 12,8 %. Bei Personen mit abgeschlossener Lehrausbildung lag dieser Wert bei 5,5 % und bei Akademiker_innen bei 2,0 %. 2.790 Personen nehmen aktuell an Schulungsmaßnahmen des AMS Tirol teil. Das sind im Vorjahresvergleich um +227 Personen oder +8,9 % mehr.

Sinkende Arbeitslosigkeit in Bau und Warenherstellung 

In der Baubranche (-160 bzw. -3,6 %) und in der Warenherstellung (-45 bzw. -2,7 %) liegt die Arbeitslosigkeit unter dem Niveau des Vorjahres. Gestiegen ist sie hingegen im Gesundheits- und Sozialwesen (+106 bzw. +10,0 %), in der Beherbergung und Gastronomie (+92 bzw. +5,8 %), in der öffentlichen Verwaltung (+70 bzw. +12,3 %) und im Handel (+55 bzw. +2,3 %).

Weiterhin Rückgang bei offenen Stellen, Anstieg in der Baubranche 

Die Anzahl der beim AMS Tirol zur Besetzung gemeldeten offenen Stellen liegt spürbar unter dem Vorjahresniveau. Ende Februar waren beim AMS Tirol 6.417 sofort verfügbare offene Stellen gemeldet, was einem Rückgang von -5,4 % oder -369 Stellen im Vorjahresvergleich entspricht. Besonders stark vom Stellenrückgang betroffen sind der Handel (-194 bzw. -13,9 %) und das Gesundheits- und Sozialwesen (-192 bzw. -37,2 %). In der Baubranche (+57 bzw. +8,9 %), in der Beherbergung und Gastronomie (+55 bzw. +5,2 %) und in der Warenherstellung (+18 bzw. +2,1 %) sind hingegen mehr offene Stellen zur sofortigen Besetzung gemeldet als vor einem Jahr.

Beschäftigung von Ukrainer_innen stetig gestiegen 

(Stand der Daten: Jänner 2026)

Die Zahl der in Tirol unselbständig beschäftigten Ukrainer_innen ist seit dem russischen Angriff im Februar 2022 von knapp 300 sukzessive auf mittlerweile 2.187 Menschen gestiegen. Zwei von drei der in Tirol arbeitenden Ukrainer_innen sind Frauen (68,4 %). Sie arbeiten primär in der Beherbergung und Gastronomie (38,9 %), im Handel (15,5 %), in der Warenherstellung (8,9 %), im Gesundheits- und Sozialwesen (7,1 %) und in der Gebäudebetreuung und -reinigung (4,6 %). Mit einem Anteil an Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 25 Jahren von 18,5 % sind sie zudem deutlich jünger als der Durchschnitt aller unselbstständig Beschäftigten (12,5 %).

Kontakt 

Weitere Informationen unter: www.ams.at/arbeitsmarktdaten

 

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