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Melanie Spangler, Geschäftsführerin arbeit plus Tirol, Holger Bonin, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Höhere Studien (IHS) und Sabine Platzer-Werlberger, Landesgeschäftsführerin des AMS Tirol bei der 4. Denkwerkstatt in Innsbruck | Credit: AMS Tirol
Bild: v.l.n.r. Melanie Spangler, Geschäftsführerin arbeit plus Tirol, Holger Bonin, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Höhere Studien (IHS) und Sabine Platzer-Werlberger, Landesgeschäftsführerin des AMS Tirol
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AMS Tirol
Promotion

Arbeitsmarkt von morgen im Fokus: Denkwerkstatt bringt Wissenschaft und Praxis an einen Tisch

06.10.2026 um 15:19, Online Promotion
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Bereits zum vierten Mal fand im AMS Tirol die Veranstaltungsreihe „Denkwerkstatt trifft Zukunftsdialog“ zum Wandel der Arbeitswelt statt.

Gemeinsam mit arbeit plus Tirol diskutierten Vertreter_innen aus Arbeitsmarktpolitik, Wirtschaft, Bildung und Sozialbereich aktuelle Herausforderungen und Chancen einer sich wandelnden Arbeitswelt. Gast der Veranstaltung war Holger Bonin, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Höhere Studien (IHS).

Bereits am Vormittag sprach Bonin vor den Regionalbeiräten des AMS Tirol zum Thema „Neue Welt! Neue Arbeitswelt! Neue Arbeitsmarktpolitik?“. Im Mittelpunkt standen die tiefgreifenden strukturellen Veränderungen, denen Arbeitsmarkt und Arbeitswelt ausgesetzt sind, sowie die daraus resultierenden Anforderungen an eine moderne Arbeitsmarktpolitik. Zu Gast war auch Landeshauptmann Anton Mattle, der in einem Impuls die Bedeutung eines leistungsfähigen Arbeitsmarktes für den Wirtschaftsstandort Tirol betonte und die Rolle von Fachkräftesicherung und Chancengerechtigkeit hervorhob. 

Anschließend zeigte Bonin auf, dass neben der Integration arbeitsuchender Menschen insbesondere Qualifizierung, berufliche Bildung und die Begleitung beruflicher Veränderungen zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Den Arbeitsmarkt von morgen heute neu denken 

Diese Entwicklungen standen auch im Zentrum der anschließenden Denkwerkstatt. In seiner Keynote „Den Arbeitsmarkt von morgen heute neu denken“ skizzierte Bonin zentrale Herausforderungen und Chancen für den Arbeitsmarkt der Zukunft. Im Fokus standen längere Erwerbsbiografien, die Auswirkungen der Digitalisierung auf Berufsbilder und Beschäftigung, neue Chancen für vulnerable Gruppen sowie die Weiterentwicklung einer stärker personalisierten Arbeitsmarktpolitik.

Dabei betonte Bonin, dass Österreich künftig weniger mit einem Mangel an Arbeit als vielmehr mit einem Mangel an Arbeitskräften konfrontiert sein werde. Umso wichtiger sei es, vorhandene Potenziale besser zu nutzen, Menschen beim lebenslangen Lernen zu unterstützen und den Wandel der Arbeitswelt aktiv zu gestalten. Digitalisierung bedeute dabei nicht das Ende von Beschäftigung, sondern verändere Tätigkeiten, Anforderungen und Qualifikationen.

Für Bonin ist moderne Arbeitsmarktpolitik längst auch Fachkräftesicherung und Standortpolitik. Angesichts des demografischen Wandels werde die Entwicklung und Nutzung vorhandener Potenziale dabei immer wichtiger. Entscheidend sei, Menschen frühzeitig bei beruflichen Veränderungen und Qualifizierung zu unterstützen.

„Die zentrale Herausforderung der kommenden Jahre ist nicht, genügend Arbeit zu schaffen, sondern Menschen dabei zu unterstützen, ihre Fähigkeiten laufend weiterzuentwickeln und dort einzusetzen, wo sie den größten Beitrag leisten können. Ein modernes AMS kann dabei eine Schlüsselrolle übernehmen, indem es Menschen nicht erst bei Arbeitslosigkeit begleitet, sondern sie während ihres gesamten Erwerbslebens bei beruflichen Veränderungen unterstützt“, sagt Holger Bonin, wissenschaftlicher Direktor des IHS.

Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis 

Im Anschluss an die Keynote diskutierten Vertreter_innen verschiedener Institutionen und Organisationen die Frage, wie arbeitsmarktpolitische Instrumente künftig gestaltet werden müssen, um den Herausforderungen von Fachkräftemangel, technologischer Transformation und längeren Erwerbsbiografien erfolgreich zu begegnen. Besonderes Augenmerk lag auf lebenslangem Lernen, beruflicher Mobilität und der besseren Nutzung vorhandener Potenziale am Arbeitsmarkt.

Sabine Platzer-Werlberger, Landesgeschäftsführerin des AMS Tirol, hob die Bedeutung des offenen Austauschs hervor: „Die Denkwerkstatt bietet Raum für neue Perspektiven und mutige Ideen. Gerade in Zeiten tiefgreifender Veränderungen brauchen wir den Dialog zwischen Wissenschaft, Praxis und Arbeitsmarktpolitik. Nur wenn wir gemeinsam Zukunft denken, können wir die richtigen Antworten auf die Herausforderungen von morgen entwickeln.“

Denkwerkstatt als Impulsgeberin für innovative Arbeitsmarktpolitik 

Gemeinsam mit arbeit plus Tirol verfolgt das AMS Tirol das Ziel, aktuelle arbeitsmarktpolitische Fragestellungen frühzeitig aufzugreifen und neue Lösungsansätze sichtbar zu machen. Die Denkwerkstatt versteht sich dabei als Plattform für Wissensaustausch, Vernetzung und die Entwicklung konkreter Ideen für einen inklusiven und zukunftsfähigen Arbeitsmarkt.

Sozialen Unternehmen kommt dabei eine wichtige Brückenfunktion zu: Sie unterstützen Menschen mit erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt dabei, ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln, berufliche Perspektiven zu erschließen und den Anschluss an eine sich wandelnde Arbeitswelt zu finden.

Melanie Spangler, Geschäftsführerin von arbeit plus Tirol, betonte die besondere Rolle Sozialer Unternehmen im Wandel der Arbeitswelt: „Der Wandel der Arbeitswelt eröffnet neue Chancen, kann bestehende Benachteiligungen aber auch verstärken. Entscheidend ist deshalb, Menschen gezielt dabei zu unterstützen, mit diesen Veränderungen Schritt zu halten. Soziale Unternehmen leisten dazu einen wichtigen Beitrag, mit Qualifizierung, Beschäftigung und individueller Begleitung. Unser Anspruch muss sein, dass möglichst viele Menschen an den Chancen dieses Wandels teilhaben können.“

Sabine Platzer-Werlberger abschließend: „Die Zukunft des Arbeitsmarktes entscheidet sich daran, wie gut es gelingt, Menschen bei Veränderungen zu begleiten. Weiterbildung, Chancengerechtigkeit und die Stärkung individueller Potenziale werden dabei zentrale Erfolgsfaktoren sein.“

Kontakt 

Weitere Informationen unter: www.ams.at/arbeitsmarktdaten

 

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