Alpinunfälle: Sommerbilanz und Wintervorschau

Kaum war der Lockdown vorbei, hat der Boom in den Bergen begonnen. Deutlich mehr Leute waren unterwegs – und dementsprechend ist auch mehr passiert. Das sei auch nicht überraschend, erklärt Peter Paal, Präsident des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit: „Es hat die Menschen einfach wieder in die Berge gezogen und v. a. auch solche, die schon länger nicht mehr im Gebirge unterwegs waren. Viele der Unfälle sind auf fehlendes Können, mangelnde Kondition oder falsche Bewertung z. B. der Schlechtwetterprognose zurückzuführen. Von Mai bis September haben die sogenannten ,Blockierten‘ gut 30 Prozent der Verunfallten ausgemacht.“ Bruno Berloffa, Landesleiter- Stv. der Tiroler Bergrettung, sieht ebenfalls eine fehlende Planung als Problem, freut sich andererseits aber auch, dass vermehrt junge Leute wieder den Weg in die Berge finden. „Unsere 91 Ortsstellen waren gut eingeteilt, zehn Ortsstellen, die an Wanderhotspots liegen, waren aber am absoluten Limit.“ 

Der Winter naht.

Auch im Winter rechnen die beiden Experten mit einem Ansturm in den Bergen. „Tourengehen boomt, ich rechne auf den Pisten mit einem deutlichen Antieg an Tourengehern, aber auch abseits der Pisten. Was Berloffa dennoch wichtig ist zu betonen: „Unfälle passieren nicht nur Anfängern.“ Auch Paal rechnet mit einer Zunahme: „Es ist zu hoffen, dass weniger das ,früher-schneller- höher‘-Prinzip vorherrscht, sondern mehr die Gelassenheit, mit guten Freunden tolle Tage im winterlichen Gelände zu verbringen.“ Und er hat auch einige Tipps – hier das gesamte Interview!

Autor: Alexandra Nagiller, 10.11.2020