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Zwei Männer halten ein Schild in die Höhe
Direktor Karl-Heinz Dernoscheg (l.) und WKO Steiermark Präsident Josef Herk
Direktor Karl-Heinz Dernoscheg (l.) und WKO Steiermark Präsident Josef Herk
Fischer

Steirische Wirtschaft bleibt im Krisenmodus

02.07.2026 um 14:54, Cornelia Scheucher
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Das aktuelle Wirtschaftsbarometer der WKO Steiermark zeichnet ein ernüchterndes Bild: Die Konjunktur stagniert, Investitionen und Beschäftigung gehen zurück.

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Die wirtschaftliche Lage in der Steiermark bleibt angespannt. Laut dem aktuellen Wirtschaftsbarometer der Wirtschaftskammer Steiermark bewegt sich die heimische Konjunktur weiterhin an der Schwelle zur Stagnation. Zwar hat sich die Stimmung gegenüber der Winter-Erhebung leicht verbessert, von einer nachhaltigen Trendwende kann jedoch keine Rede sein.

Mehr als Hälfte sieht Verschlechterung

Von den 724 befragten Unternehmerinnen und Unternehmern sehen 56,5 Prozent eine Verschlechterung der aktuellen Wirtschaftslage, lediglich 6,6 Prozent sprechen von einer Verbesserung. Daraus ergibt sich ein Saldenwert von minus 49,9 Prozentpunkten – ein minimal besseres Ergebnis als zuletzt, aber weiterhin klar im negativen Bereich. Auch die Erwartungen für die kommenden Monate bleiben pessimistisch.

Investitionen und Beschäftigung unter Druck

Besonders deutlich zeigt sich die schwierige Lage bei den Investitionen. Der entsprechende Saldenwert liegt bei minus 19,8 Prozentpunkten. Mehr als 40 Prozent der Unternehmen haben ihre Investitionen in den vergangenen zwölf Monaten reduziert, nur gut ein Fünftel hat sie erhöht. Rund jedes fünfte Unternehmen plant derzeit überhaupt keine Investitionen.

Mit weiterem Rückgang wird gerechnet

Auch am Arbeitsmarkt macht sich die schwache Konjunktur bemerkbar. Während lediglich 15,6 Prozent der Betriebe zusätzliche Mitarbeiter aufgenommen haben, mussten 32,3 Prozent Personal abbauen. Fast jedes dritte Unternehmen rechnet zudem mit einem weiteren Rückgang der Beschäftigtenzahl.

Arbeits- und Energiekosten als größte Belastung

Als größte Herausforderungen nennen die Unternehmen die hohen Arbeitskosten. 77,2 Prozent sehen darin ein wesentliches Wettbewerbshemmnis. Dahinter folgen die Energiekosten (60,8 Prozent), Bürokratie und regulatorische Vorgaben (55,4 Prozent) sowie die allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit (50,2 Prozent). Auch die Steuer- und Abgabenlast sowie der Fachkräftemangel bleiben wichtige Belastungsfaktoren.

Iran-Krieg belastet zusätzlich

Die geopolitischen Entwicklungen verschärfen die Situation zusätzlich. 58 Prozent der befragten Unternehmen berichten von negativen oder eher negativen Auswirkungen des Iran-Kriegs auf ihr Geschäft. Besonders spürbar sind steigende Transport- und Treibstoffkosten, höhere Energiepreise sowie teurere Rohstoffe und Materialien. Viele Betriebe klagen außerdem über sinkende Nachfrage, erschwerte Preiskalkulationen und verzögerte Lieferketten.

Leichte Hoffnung im Export

Ein kleiner Lichtblick zeigt sich im Export. Erstmals seit Sommer 2024 fallen die Erwartungen der exportorientierten Unternehmen wieder leicht positiv aus. Knapp 30 Prozent rechnen mit einer Verbesserung der Exportentwicklung, wodurch der Erwartungssaldo auf plus 9,7 Prozentpunkte steigt. Die aktuelle Exportlage bleibt allerdings weiterhin angespannt.

Entlastung der Betriebe gefordert

Für WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk und Direktor Karl-Heinz Dernoscheg ist klar, dass politische Maßnahmen notwendig sind, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu stärken. Sie sprechen sich unter anderem für eine Senkung der Arbeitskosten, wettbewerbsfähige Energiepreise, weniger Bürokratie sowie schnellere Genehmigungsverfahren aus. Zudem fordern sie keine neuen Steuern und Abgaben sowie Investitionen in die Infrastruktur.

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