Gemeinsam unter Strom
Das Thema Energieversorgung ist in den letzten Jahren enorm komplex geworden. Wie packen Sie das Thema heute an?
Gernot: Die Zeit des reinen Einspeisens von PV-Strom steht heute nicht mehr im Vordergrund. Wir denken Energie deshalb als ganzheitliche Lösung. Das bedeutet, wir betrachten das komplette System von der Erzeugung über intelligente Batteriespeicher und Ladeinfrastruktur bis hin zur bestmöglichen, lokalen Verwertung. Photovoltaik, Speicher und E-Mobilität müssen gemeinsam betrachtet werden, um wirtschaftlich und technisch optimale Gesamtsysteme zu schaffen. Der Strom soll nicht weit transportiert, sondern direkt an Ort und Stelle genutzt werden.
Susanne: Genau darin liegt unsere Stärke: Unsere Kunden erhalten das gesamte Leistungsspektrum aus einer Hand – von der privaten PV-Anlage über Gewerbeprojekte bis hin zu großen Ladeparks. Die fertige Anlage ist dabei nur das sichtbare Ergebnis. Ein wesentlicher Teil der Arbeit erfolgt bereits im Hintergrund: von der technischen Planung über Behördenabstimmungen und Netzansuchen bis hin zur Förderabwicklung. Da jedes Projekt individuelle Anforderungen mit sich bringt, entwickeln wir für jeden Kunden ein maßgeschneidertes und wirtschaftliches Gesamtkonzept. Eine sorgfältige Planung im Vorfeld schafft Planungssicherheit, optimiert die Investition und vermeidet unnötige Mehrkosten.
Sie leiten das Unternehmen nicht nur gemeinsam, sondern sind auch privat ein Paar. Genau diese Doppelspitze gilt als ein wesentlicher Erfolgsfaktor Ihres Betriebs. Wie teilen Sie sich die Aufgaben auf?
Susanne: Bei uns kommt technische Kompetenz und professionelle Projektorganisation zusammen. Während Gernots Schwerpunkt auf der technischen Planung, der Entwicklung von Energiekonzepten und der fachlichen Projektbegleitung liegt, fokussiere ich mich auf die Kundenbetreuung, die Organisation und die professionelle Projektkoordination im Hintergrund. Unsere Kunden profitieren dadurch von kurzen Entscheidungswegen und einem hohen Maß an persönlicher Betreuung.
Bei uns kommen technische
Kompetenz und professionelle
Projektorganisation zusammen.
Ein wichtiges Stichwort ist die Digitalisierung. Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz in Ihren Projekten?
Gernot: Ohne sie wäre modernes Lastmanagement unmöglich. KI ist heute in fast jedem Wechselrichter verbaut: Sie analysiert Wetterprognosen und Verbrauchsdaten und steuert die Lade- und Entladevorgänge von Speichern vorausschauend, um die erzeugte Energie möglichst effizient zu nutzen. Speicher reduzieren Lastspitzen und nutzen Netzanschlüsse effizienter. Unser nächstes Fokusthema ist das bidirektionale Laden, bei dem das E-Auto zum flexiblen Stromspeicher für das eigene Wohnhaus wird.
Susanne: Auch für Kunden ist Digitalisierung via Handy-App längst Standard. Intern arbeiten wir genauso konsequent: Von der Anfrage bis zum Projektabschluss läuft bei uns alles digital über Projektmanagement- Tools, um die Techniker draußen direkt mit dem Büro zu vernetzen.
Neu gedacht
Mit einer leistungsstarken Photovoltaikanlage mit 95 kWp und einem Gewerbespeicher mit 215 kWh setzt die Tankstelle Orell neue Maßstäbe. Ziel war es, einen Großteil des Energiebedarfs selbst zu decken und die Unabhängigkeit vom Strommarkt nachhaltig zu erhöhen. Eine speziell entwickelte Speicherund Ladeinfrastruktur ermöglicht das Schnellladen von Elektrofahrzeugen, ohne dass der bestehende Netzanschluss erweitert werden muss.
Bei all diesen rasanten technischen Entwicklungen – wie halten Sie und Ihr Team da überhaupt Schritt?
Susanne: Genau das ist die Herausforderung, weshalb wir eine eigene interne Lernplattform aufgebaut haben. Neue Teammitglieder, aber auch unsere Techniker auf den Baustellen, durchlaufen dort digitale Module mit Videos und Texten. Da ist ebenfalls eine KI integriert, die unser firmeninternes Wissen filtert. Wenn draußen jemand beim Kunden eine Frage zur Inbetriebnahme eines Wechselrichters hat, tippt er sie einfach ein und bekommt sofort die exakte Anleitung.
Die Elektrotechnik gilt nach wie vor als klassische Männerdomäne. Wie sieht das bei Ihnen im Betrieb aus?
Susanne: Da sind wir für die Branche eigentlich schon richtig gut aufgestellt! Mit zwei Technikerinnen in unserem zehnköpfigen Technikteam liegen wir bereits auf einem guten Niveau. Gleichzeitig sehen wir hier noch mehr Potential, denn unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen bereichern unsere Arbeit und führen oft zu den besten Lösungen für unsere Kunden.
Gernot: Deshalb suchen wir aktuell kontinuierlich nach Verstärkung: sowohl im Planungsbereich als auch in der Umsetzung als Elektrotechniker sowie motivierte Lehrlinge. Denn Platz für Wachstum haben wir jetzt: Mit 1. März sind wir an unseren neuen, größeren Standort nach Tillmitsch übersiedelt, wo wir Technik und Planung unter einem Dach vereinen und die Kräfte voll bündeln können.
Die Firma nimmt also in jeder Hinsicht viel Platz in Ihrem Leben ein. Lässt sich die Arbeit im Alltag als Paar überhaupt noch trennen?
Susanne: Die Firma begleitet uns natürlich im Alltag. Die besten Ideen entstehen bei uns selten starr im Büro, sondern genau dann, wenn es rundherum etwas ruhiger wird. Für diesen gemeinsamen Austausch nehmen wir uns ganz bewusst Zeit – und davon profitieren letztlich auch unsere Kunden.
Gernot: Unser Anspruch bleibt es, nachhaltige, wirtschaftliche und zukunftssichere Lösungen aus einer Hand zu schaffen.
Kontakt
Ingenieurbüro SGM GmbH & Co KG
Gewerbepark 12 c+d
8434 Tillmitsch
Tel.: + 43 3452 75863
Mail: office@mischinger.com
Web: www.mischinger.com
