Heimschuh: Zwei Vollwaisen nach Femizid und Suizid
In der Nacht auf Samstag kommt es in einem Einfamilienhaus in der Gemeinde Heimschuh, Ortschaft Unterfahrenbach nahe Leibnitz, zu einer mutmaßlichen Gewalttat. Ein 36-jähriger Mann soll seine 35-jährige Ehefrau mit einer legal besessenen Langwaffe erschossen haben. Anschließend soll er sich mit derselben Waffe selbst getötet haben. Beide werden tot aufgefunden.
Streit als möglicher Auslöser, Kinder außer Haus
Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen dürfte es zwischen dem Ehepaar zu einem Streit gekommen sein. Im Zuge dieser Auseinandersetzung soll der Mann zur Langwaffe gegriffen und auf seine Frau geschossen haben. Das Paar hat zwei Kinder, sie waren zur Tatzeit nicht im Haus, sondern haben bei Verwandten übernachtet. Die Buben sind neun und sechs Jahre alt.
Ermittlungen und Betreuung der Angehörigen
Das Landeskriminalamt Steiermark übernimmt die Ermittlungen, diese laufen. Die genaue Tatabfolge, Hintergründe und ein mögliches Motiv werden derzeit erhoben. Angehörige der Betroffenen werden von einem Kriseninterventionsteam betreut. Im Ort herrscht tiefe Anteilnahme. Der Musikverein Heimschuh hat sein für heute angesetztes Frühlingskonzert bereits abgesagt.
Weitere schwere Gewalttaten in der Steiermark und Oberösterreich
Die Tat in Heimschuh ist bereits die zweite schwere Gewalttat binnen einer Woche in der Steiermark. In der Nacht auf Mittwoch soll ein 17-jähriger Fleischerlehrling in St. Peter am Ottersbach im Bezirk Südoststeiermark ein älteres, ihm unbekanntes Ehepaar in dessen Wohnhaus attackiert haben. Die 80-jährige Frau überlebt, für ihren 84-jährigen Mann kommt jede Hilfe zu spät. Der 17-Jährige gibt „Mordlust“ als Motiv an und soll das Paar gezielt ausgesucht haben, weil er sich aufgrund des hohen Alters wenig Gegenwehr erwartet. Auch in Oberösterreich kommt es zu einer tödlichen Gewalttat in einer Beziehung: In einem Einfamilienhaus in Eberschwang im Bezirk Ried im Innkreis erschießt ein 83-Jähriger seine Ehefrau und versucht anschließend, sich selbst zu töten. Er überlebt schwer verletzt.
Hilfs- und Notrufangebote bei Gewalt und Krisen
Wer Gewalt erlebt oder beobachtet, kann sich jederzeit an die Polizei wenden. Der Polizei-Notruf ist unter 133, europaweit auch unter 112, rund um die Uhr erreichbar. Gehörlose und Hörbehinderte können per SMS an 0800/133 133 Hilfe rufen.
Der Opfer-Notruf ist unter 0800-112-112 erreichbar. Frauen in Gewaltbeziehungen erhalten Hilfe bei der Frauenhelpline unter 0800/22 25 55 (bzw. 0800-222-555), beim 24-Stunden-Frauennotruf unter 01-71719 sowie in Frauenhäusern unter 0316/42 99 00.
Für Männer in Krisen oder mit Gewaltproblemen steht der Männernotruf unter 0800/24 62 47 (bzw. 0800 246 247) zur Verfügung. Das Steirische Beziehungstelefon ist unter 0800/20 44 22 erreichbar.
Bei psychischen Krisen bietet das psychiatrische Krisentelefon PsyNot Hilfe. Es ist in der Steiermark unter 0800/22 25 55 sowie unter 0800-449933 erreichbar. Die Telefonseelsorge ist österreichweit kostenlos und rund um die Uhr unter 142 erreichbar, Rat auf Draht für Kinder und Jugendliche unter 147.
Weitere Informationen und Unterstützungsangebote zur Suizidprävention gibt es im Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums unter www.suizid-praevention.gv.at sowie speziell für Jugendliche unter www.bittelebe.at.